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Mond und Wetter



Im letzten Jahrfünft häuften sich immer schärfer die Proteste der Meteorologen und Astronomen gegen den "unausrottbaren Volksglauben" an Wetterbeeinflussung durch den Mond.
Dr. K. Schmidt klagt z. B. im "Weltall" (November 1929): "Der Glaube an den Mondeinfluß bleibt im Volke mit wunderbarer Hartnäckigkeit verankert entgegen allen Belehrungen durch die hierzu berufenen Meteorologen, die auf Grund kritischer Prüfung eine Mondperiode des Wetters verneinen müssen."
Wir dürfen diesen Satz vielleicht umkehren: Die überwiegende Mehrzahl der Berufsmeteorologen und Geophysiker bleibt hartnäckig dabei, jeden Mondeinfluß zu leugnen, trotzdem das "Was" immerhin auch von Fachleuten beobachtet und ausgesprochen worden ist, allerdings ohne daß sie imstande gewesen wären, über das "Wie" und "Warum" etwas physikalisch Einleuchtendes auszusagen. - Sie bleiben unnachgiebig, sie bleiben bei ihrer Mondskepsis, weil der Mond nur einen kaum meßbaren Einfluß auf den Luftdruck ausüben kann - anderseits aber haben erfreulicherweise tiefer forschende Fachleute (z. B. Dr. Myrbach in Wien und Prof. Dr. Schmauß in München) bereits erkannt, daß es nicht der schwankende Luftdruck ist, der primär das Wetter bestimmt.

Nach dem heutigen Stande des einschlägigen Teiles der Geophysik muß der über die Unursächlichkeit des Luftdruckes noch nicht orientierte Fachmann diesen Mondeinfluß tatsächlich ganz entschieden leugnen.  Zugegeben: im Lichte der derzeitigen, vermeintlich feststehenden meteorologischen Grundgedanken läßt er sich physikalisch gar nicht erklären, mag er auch hier und da von Fachleuten bereits erkannt und in Rechnung gestellt worden sein.
- Als von Grund aus irrige Gedanken der Schulmeteorologie wären etwa folgende Meinungen anzuführen:
Es gebe im terrestrischen Wasserkreislauf nicht das geringste Defizit.  Ein Zufluß vom Planetenraum her, um den innerirdischen Wasserverbrauch zu ersetzen und das Ozeanniveau beiläufig konstant zu erhalten, sei also ganz unnötig.
- Einzig die Wärmestrahlung der Sonne bewirke diesen irdischen Kreislauf des Wassers sowie die zu beobachtende allgemeine Zirkulation der Atmosphäre, sie sowohl wie alle mehr lokalen Paroxysmen in ihr, von der trockenen Böe bis zum heftigsten Orkan.  Alle diese "Störungen" erklären sich zwanglos aus dem rein thermisch erzeugten aufsteigenden Luftstrom.
- Nur die in ihren Ursachen noch unerklärten Schwankungen des Luftdruckes bestimmen das so arg Launenhafte des Wetters.  Usw. usw. -

Diesen letztgenannten Satz haben zwar, wie erwähnt, Dr. Myrbach, Prof. Schmauß und wahrscheinlich auch noch andere Meteorologen bereits widerrufen, - immerhin dürfte er noch lange das fachmännische Urteil trüben helfen. - Aber wir könnten auch noch mit einigen anderen, offensichtlich auf Ausschaltung der Welteislehre zielenden Aussprüchen von Fachmeteorologen aufwarten.  Etwa damit: Die Welteislehre-Erklärung des Hagels höre sich an, als ob es noch überhaupt keine Meteorologie gäbe! - Da muß der "blind Welteislehre-Gläubige" natürlich sofort beschämt zur vermeintlich unantastbaren Wahrheit der Fachmeteorologie zurückkehren! - Und dabei entnimmt die Welteislehre (neben eigenen langjährigen Beobachtungen und Erfahrungen) die zu erklärenden objektiven (und nur solche!) Beobachtungstatsachen doch getreulich der meteorologischen Literatur.  Allerdings - ohne sich von gewissen ganz unhaltbaren der dort oft als Wahrheiten hingestellten Hypothesen gefangennehmen zu lassen.  Der sinkende Luftdruck (siehe oben) und der thermisch-bedingt aufsteigende Luftstrom nebst manch anderem gelten beispielsweise als grundursächliche ausschlaggebende Wetterfaktoren - wir aber müssen derartige Annahmen bestreiten.

Einer der namhaftesten und kampffreudigsten Wetterwartenleiter klagte denn auch schon Ende 1928 unter anderem: "Astronomen und Meteorologen haben sich die Finger wund geschrieben, um der spitzfindig-geistreichen Welteis-Hypothese den Garaus zu machen. - Vergebene Liebesmüh!"

Ganz abgesehen davon, daß die Meteorologie die Verdampfungsfähigkeit des Ozeans (und der Seen) stillschweigend überschätzt und an der Annahme des zugehörigen aufsteigenden Luftstroms festhält - wir Welteislehre-Leute dürfen ihm nur bei den sanften Land- und Seewinden der mehr tropischen Küstenstriche als im bescheidenen Maße thermisch bedingt gelten lassen -, arbeitete der Wetterkundige bis vor kurzem nur mit den ihm von allen Seiten zukommenden Drahtmeldungen über jeweils lokale Windrichtungen und -stärken, über Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Luftdruck, Niederschläge, Bewölkung und Sonnenschein.  Auf der Grundlage der mit diesem Material täglich neu aufgestellten Wetterkarten gelingt ihm auch mit ziemlicher Treffsicherheit, die Vorausbestimmung des lokalen Wetters für den nächsten Tag.
Aber sie gelingt ihm nur dann, wenn ihm nicht, durch die Schwerewirkung der Sonnen- und Mondmasse rein dynamisch bedingte Grobeiseinschüsse die Prognose zerstören, oder soweit nicht ein just zentral passierender Sonnenfleck oder Fackelbezirk mit darin wurzelnden Korona- bzw. Auspuffstrahlen (gefrorener Wasserdampf mit über 2000 km/sek  Solifugal-Geschwindigkeit) einen mitunter auch von lokalen Gewittern durchsetzten Dauerregen (Landregen) bringt statt des aus der Wetterkarte bestimmt erhofften sonnigen Wetters. -
Und das ist es eben, was den Wetterwartenleiter mitunter zur Verzweiflung bringen muß. - In einem sehr lehrreichen Welteislehre-Streit (vgl. Nr. 30/1913 der Frankfurter "Umschau"), an dem sich auch Prof. Schmauß dankenswerterweise beteiligte, macht der langjährige und gewiß unanfechtbare Wetterwartenleiter Prof. Dr. O Freybe (+) das folgende, wissenschaftlich aufrichtige Bekenntnis:
"Früher war ich 'natürlich' auch Gegner des 'Mondaberglaubens'; doch bin ich seit Jahren bestrebt, mir die Ursachen der ja immer noch nicht ausbleibenden Fehlprognose wenigstens nachträglich klarzumachen, um so zu lernen.  Als Ursachen fand ich dann meist: Unzulänglichkeit der Nachrichten; Fehler in den Wetterdepeschen; Beschränktheit des Nachrichtengebietes; Fehlen der Nachrichten vom Ozean; unzulängliche Bekanntschaft mit den Vorgängen in den höheren Luftschichten; Mangel an Zeit zum ruhigen Überlegen in der Hetze des Morgendienstes; eigene Vergeßlichkeit usw.  Hierdurch konnte ich mir die meisten Fehlschläge nachträglich deuten.  Bei manchen versagte dieses Verfahren aber.  Mitunter traten überraschende Wendungen in der Gestaltung der Wetterlage ein, die ich auch nachträglich nicht verstehen konnte.  Bei der Durchsicht dieser unangenehmen Sammlung verfehlter Arbeiten bemerkte ich durch einen Zufall, daß auffallend viele solcher 'kritischen' Tage mit bestimmten Stellungen des Mondes zusammenfielen.  Ich wehrte mich nach Kräften gegen diesen Gedankengang, konnte ihn aber bei sorgfältiger Nachprüfung nicht abweisen.  Seitdem sammle ich Material, arbeite auch alte Wetterkarten durch und achte genauer noch auf die laufenden Witterungsänderungen.  Bei letzteren überkommt mich vor dem Herannahen bestimmter Mondstellungen immer mehr oder weniger deutlich das Gefühl: Jetzt ist etwas anders als sonst.  Jetzt wirkt ein Faktor bei Gestaltung der Witterung mit, der in den Vortagen nicht vorhanden war.  Es bereitet sich etwas Neues vor, man weiß nur nicht, was. - Gewöhnlich kommt dann auch bald die Überraschung, die für den Wetterdienstleiter mehr oder weniger unangenehm ist.  Tröstend ist nur, daß die dann nicht selten auftretenden Fehlprognosen in einmütiger Kollegialität von der Mehrzahl der Wetterdienstleiter gegeben werden."

Dieser mit solcher Bestimmtheit gegebenen fachmännischen Bejahung eines wenn auch zunächst unerklärlichen Mondeinflusses auf das Wetter dürfen wir noch ein zehn Jahre früher ausgesprochenes Meteorologenurteil anfügen.  Die von Freybe so schwer empfundene "unzulängliche Bekanntschaft mit den Vorgängen in den höheren Luftschichten" hat nämlich auch schon 1903 den greisen Meteorologen Dr. J. M. Pernter (weiland Direktor der Wiener Meteorologischen Zentralanstalt) zu folgendem Geständnis gedrängt:
"Einstweilen muß es rund herausgesagt werden, daß wir die Ursachen des Wetters nicht kennen.  Alle unsere Vermutungen haben sich bis jetzt als trügerisch erwiesen. - Gerade jetzt haben wir so etwas wie eine Ahnung: es scheint, als ob in den großen Höhen zwischen 15 und 20 km das Wetter gebraut würde, als ob da oben die Schlüssel zum Welträtsel lägen.... - Wir wissen nicht, wie das Wetter entsteht."

Es spricht gewiß laut und mahnend für die Welteislehre, wenn schon 1903 Altmeister Pernter hinter der gesuchten Lösung des Wetterproblems auch die Schlüssel zum Welträtsel selbst zu finden hofft.
- Denn uns Welteislehre-Leuten hat sich auf dem umgekehrten Wege, aus der Lösung des galaktischen Problems (des obersten der Kosmologie!), ungesucht und von selbst auch eine ganz neue Grundlage der Meteorologie und Geophysik überhaupt (von der Geologie ganz zu schweigen!) ergeben.
- Es handelt sich um die zweierlei kosmischen Wasserzuflüsse zur Erde!  Und der kosmische Normalzustand des Wassers ist ja das Welteis!  Und weil dieser kosmische Eiszufluß die obersten Luftschichten zuerst aufwühlen muß, so vermutet Pernter (und mit ihm wohl auch Freybe, wahrscheinlich aus schwer durchführbaren Beobachtungen) ganz richtig, daß das Wetter "in den ganz großen Höhen gebraut wird".
Fußend auf dieser Äußerung Pernters hatten wir ihn denn auch um 1910 um Lesung unserer Aushängebogen und Urteilsabgabe gebeten.
- Aber wir wurden abschlägig beschieden, wo wir sicher einen Zünder des Blitzes zu finden hofften.  Der stolze Gelehrte mußte leider abtreten, ohne seine Vermutung vollends bestätigt zu sehen. -
Allerdings können wir an Stelle der von ihm vermuteten Höhen von 15 bis 20 km auch 100-km Höhen und mehr setzen.  Ja, die Grundursache liegt nicht nur weit außerhalb unserer Lufthülle, sondern noch weit außerhalb eines Vielfachen der Neptunferne!  Denn sie liegt in der frei sichtbaren Milchstraße (Eisgalaxis) im Gegensatze zu der noch vielmals ferneren teleskopischen Glutgalaxis. - Und das ist der von Pernter ganz richtig erahnte "Schlüssel zum Welträtsel"! -

Nun wollen wir wieder zu dem jeden Mondeinfluß skeptisch betrachtenden Meteorologen zurückkehren, der vor allem versucht hat, den Einfluß des Mondes auf den Luftozean der Erde (Luft - Gezeiten) festzustellen.  Er ordnet denn auch, wie Dr. K. Schmidt erzählt, rund 150 000 stündliche Werte des Luftdruckes nach Mondzeit. - Analysiert er aber diese Werte, findet er, daß die mondtägliche Doppelwelle der Luftflut nur eine Amplitude von ± 0,01 mm Hg um den Mittelwert aufweist!  Die mit den Wettervorgängen verbundenen Luftdruckschwankungen sind aber mindestens tausendmal größer! - Also stand es für diese "Wissenschaft" fest, daß der Mond einen Einfluß auf das Wetter nicht hat und - nicht haben kann.
Dabei passiert es aber dem Luftdruck messenden Meteorologen, daß er althergebrachterweise die Ursache mit der Wirkung verwechselte! - Denn nicht die Luftdruckschwankungen sind es (bekanntlich, wie man schon sagen darf), die das Launenhafte des Wetters bestimmen, sondern umgekehrt: Das durch kosmische Faktoren verursachte Wetter bestimmt die dadurch leicht erklärbaren Druckschwankungen! - Und zwar bestimmen diese kosmischen Faktoren sowohl die regelmäßige tägliche schwache Doppelwelle (von rund ± 1 mm Hg, die dynamische Passatwelle der Welteislehre) als auch die ganz unregelmäßig auftretenden barometrischen Depressionen (Tiefs und Hochs) von  ± 10 bis ± 15 mm Amplitude (die Feineis-Mulden der Welteislehre) und schließlich auch die so oft katastrophalen Barometerstürze der Wirbelsturmzentren von 40, 50, 60 und mehr Millimeter Hg (die Grobeis-Schlote der Welteislehre). -
Nicht die sogenannte "barometrische Depression" (unsere Feineismulde) hat die aus ihr nach allen Seiten ausstrahlenden Zirren erzeugt.  Sondern das mit mehr als 2000 km/sek heranschießende solifugale Feineis (gefrorener Wasserdampf = Pseudoimponderabilien!) hat die Hydrogensphäre zu einer oft länderbreiten Mulde auseinandergeblasen und sich darin als erst verdampftes und dann sofort wieder zu feinen Eisnadeln erstarrtes Zodiakaleis (Zirruswolken!) abgelagert.
Sichtbar bleibt dieser Vorgang nur bei geringeren Einschußdichten.  Denn im Falle größerer Zuflußdichte tritt sofort die bekannte allgemeine Trübung ganzer Ländergebiete ein, woraus dann einige Stunden später auch der Dauer- oder "Landregen" folgt.
Nicht die dahinstürmende Gewitterwolke mit ihrem vorbeiziehenden Barometersturz hat den Hagelsturm und den Wolkenbruch erzeugt, sondern der oft mit mehr als 20 oder 40 km/sek tangential einschießende Grobeiskörper zerstiebt aus thermischen Ausdehnungsursachen zu einer Wolke aus vorläufig noch scharfkantigen Eiskörnern. - Diese zunächst noch unsichtbare Eiskörnerwolke bohrt ein luftverdünntes "Loch" in die Lufthülle: die von den Fliegern in ihrem Element bereits mehrfach zu ihrem Leidwesen festgestellten "Luftlöchern"!
Aber für das spähende Meteorologenauge bleibt auch dieser Vorgang unsichtbar, und zwar so lange, bis die Eiskörnererwärmung zum Abschmelzen und Verdampfen der Eiskörnerkanten fortgeschritten ist und die dahinrasende Körnerwolke sich in Dampf zu hüllen beginnt. -
Daher lautet auch einer der ersten unbefangenen Einwürfe des Welteislehre-Skeptikers, daß der Hagel doch aus der Wolke herabfällt, also nicht gerade aus dem Weltraum zukommen braucht! - Immerhin spricht aber der Umstand, daß es an die 36 verschiedenen Hageltheorien gibt, auch nicht gerade dafür, daß das Hagelproblem rein terrestrisch schon gelöst wäre. -

Aber um auf die mondliche "Ebbe und Flut" unseres Luftozeans zurückzukommen: mag also die Dampfamplitude statt ± 0,01 mm Hg auch das Tausendfache dieses Wertes (10 mm Hg) erreichen - für sich allein (also ohne Eiszufluß von außen!) würde das noch lange kein Gewitter "zusammenzuballen" (wie die gewohnte, aber ganz irreführende Bezeichnung lautet) imstande sein.
Wohl aber nimmt die Mondmasse Einfluß auf Heranlenkung und Einfang von Grobeislingen durch die Erde und auf die geographische Verteilung der tangentialen Einschußorte in die obersten Luftschichten. - Es läßt sich nämlich auf die einfachste Weise zeigen, daß der Einschuß solcher bereits eingefangenen Eislinge (Kleineismonde) nach entsprechender Bahnschrumpfung am wahrscheinlichsten in der Umgebung der jeweiligen Hochstandsorte von Sonne und Mond erfolgen muß. - Schon der Umstand, daß es in unseren Breiten zur Winterszeit und bei Nacht selten hagelt, wird für den Welteislehre-Kenner zu einem Beweis. - Denn in unserem Winter umläuft der Sonnen-Zenitpunkt die tropischen Breiten der Südhalbkugel - und zur Nachtzeit unseres Sommers wandert dieser Sonnen-Zenitpunkt bei unseren Gegenfüßlern dahin.
Daher werden jene Breiten am meisten Grobeis zugemessen erhalten, in denen sich die Zenitpunkte beider Gestirne während des Jahres bzw. des Monats am längsten beiläufig gleichzeitig aufhalten.  Und das sind eben die beiderseitigen Wendekreiszonen.  Hier wird (unter sonst gleichen Umständen des solipetalen Eiszuflusses) also dann ein Maximum des Grobeiseinschusses erfolgen müssen, wenn die Zenitpunkte von Sonne und Mond sich annähernd decken.  Das findet eben um die Neumondzeit herum statt und ist am wirksamsten um die Neumondzeit des jeweiligen Hochsommers beider Hemisphären.

Will man dieser Erscheinung auf den Grund gehen, wird die Untersuchung der Pegelstände solcher meridional polwärts fließenden Ströme die besten Ergebnisse liefern, deren Hauptniederschlagsgebiet nah den Wendekreisbreiten liegt.  Das wäre auf der Nordhalbkugel in erster Linie der Nil Afrikas, auf der Südhalbkugel der Paraná Südamerikas.  (Doch spielen beim Nil noch andere geographische und Klimafaktoren mit, auf die später noch zurückzukommen sein wird.)
So ist es gekommen, daß auf die Frage, ob der Mond einen Einfluß auf das Wetter nimmt, schon Aristoteles, in seinem Buche "Über das Steigen des Nils", eine derart entscheidend bejahende Antwort gibt, daß man meinen möchte, nach dieser Antwort könnten fachmännische Bedenken eigentlich gar nicht mehr aufkommen!
Aristoteles erinnert nämlich in seinem klassischen Buche an die in Griechenland und Ägypten schon damals allbekannte und altbekannte Tatsache, daß die (eigentlich schon im Juni/Juli langsam einsetzende) im August/September/Oktober sehr steil ansteigende und abfallende (und erst im Dezember/Januar ganz abflauende) Nilschwelle um ihre Kulminationszeit herum (Juli bis Oktober) "beim Mondwechsel kräftiger fließt, weil da ja im äthiopischen Hochlande die Regen gewöhnlich stärker fallen"!
Für uns Welteislehre-Leute besteht nun kein Zweifel, daß Aristoteles diese lapidaren Worte nur auf Grund untrüglicher, eigener und von Einheimischen gemachten Beobachtungen hinterlassen konnte. - Und sehen wir genauer zu und lassen wir uns durch die Gegner des "Mondaberglaubens" nicht irremachen, so finden wir: das "schnellere Fließen" des Blauen Nils zur - und einige Tage nach der - Neumondzeit wird auch in den unausgeglichenen Khartumer Pegeldiagrammen des Blauen Nils vollauf bestätigt!
Denn nur dieser, aus den abessinischen Hochländern und deren Sammelbecken, dem Tanasee, entquellende Strom bringt die (Juli-Oktober-) Hochflut bei Khartum, während das Hochwasser des ebenfalls im abessinischen Hochland nordseitlich entquellenden Atbara erst am Nilpegel von Berber zur Auswirkung gelangt und der Weiße Nil zur Khartumer Hochflutzeit bei Dueim gerade Niederwasser hat. 
Aus der im "Schlüssel" von 1925, Seite 88, gebrachten Abb. 8 ist zu ersehen (s. unten), daß ganz besonders im Jahre 1903 dieser synodische Monatsrhythmus des Aristoteles auffällig war. - Wahrscheinlich werden diese monatlichen Submaxima des Kurvenanstieges und -abfalles überhaupt nur bei den ganz großen Nilhochfluten auffälliger sichtbar!



(Bildquelle/-text: "Schlüssel zum Weltgeschehen", S. 88, Abb. 8, 1925, Voigtländers Verlag-Leipzig)
Die jährliche Variation der Pegelstände des Blauen und Weißen Nil bei Khartum bzw. Dueim in den Jahren 1902 und 1903 nach Lyons:
"The Physiography of the River Nile and its Basin".



Beim Vergleich der schwarzen Neumondpunkte mit den monatlichen Kurvenzacken ist zu bedenken, daß die allmonatliche Sekundärflutwelle vom Tanasee bis Khartum bei einem Gesamtgefälle von 1370 m eine Stromlänge von ca. 1300 km zurückzulegen hat.
- Weiter  ist zu bedenken, daß der "stärkere Regenfall" sich just nicht genau auf den Tag des Neumondes zu beschränken braucht, sondern wohl schon drei bis vier Tage vorher einsetzen und vielleicht nicht ganz so lange darüber hinaus andauern dürfte.
- Zudem werden wir für das allmonatliche "Schnellerfließen" der Hauptwelle wohl 4-5 m/sek annehmen müssen, um die nötige Toleranz für das nicht ganz genaue Zusammenfallen der Kurvenzacken mit den Neumondpunkten aufzubringen. - Bei einer mittleren Strömung von 5 m/sek braucht die Monatswelle vom Tanasee bis Khartum rund drei Tage, was sich mit den Monatszacken der Khartumer Pegelkurve durchaus rechtfertigen läßt.  Sogar das raschere Fließen beim so jähen Kurvenanstieg von Ende Juli/August spiegelt sich in der Kurve wider!
Viel klarer als an den Pegeln von Khartum und eventuell auch von Berber müßte sich die Monatsperiode am äthiopischen Regenfall selbst nachweisen lassen. 
- Man brauchte nur das ganze Niederschlagsgebiet vom Atbara und Blauen Nil mit gewissenhaft kontrollierten Regenmessern dicht zu besetzen, die Resultate mit den beiden Pegelkurven zu vergleichen und wissenschaftlich auszuwerten, um auch in unseren Breiten die "Mond-Abergläubischen" zu rechtfertigen.

Über die Tatsache eines Mondeinflusses auf das Wetter wären wir also mit den wilden Meteorologen unter den Hirten und Bauern schon seit mehr als zwei Jahrtausenden einig.  - Das "Was", den unbekannten neuen Wetterfaktor Freybes, kennen wir im Prinzip, also schon.  Und über das "Wie" und "Warum" - darüber kann uns die bis jetzt vorliegende Welteislehre-Literatur bei halbwegs gutem Willen befriedigen. -
Nachzutragen wäre noch, daß der Mond nicht nur durch seine Massenwirkung Einfluß nimmt auf die Heranlenkung, den Einfang und die geographische Verteilung des kosmischen Grobeises durch die alltägliche und allmonatliche Wanderung seines Zenitpunktes auf der Erdoberfläche, sondern daß er durch seine elektrische Oberflächenladung auch Einfluß nimmt auf das Zusammenraffen solifugalen Feineises, so daß wir bei geringeren ± Monddeklinationen zur Neumondzeit auch durch seinen erborgten "Zodialkalschweif", wie wir ihn nennen wollen, schweben.
Ein ebensolches, nur viel kräftigeres Zusammenraffen des positiv-elektrisch geladenen solifugalen Feineises konzentrisch zum Radiusvektor (laut Figur 120 unseres Hauptwerkes von 1913) bewirkt vor allem auch die negativ-elektrische Ladung der Erdoberfläche. -



(Buchquelle/-text: Hauptwerk "Glacial-Kosmogonie" von Hörbiger-Fauth, S. 261, Figur 120, 1925, Voigtländers Verlag-Leipzig)
Ungefähre, mutmaßliche Strömungslinien des solifugalen, positiv elektrisch geladen anzunehmenden Zodiakal-Eisstaubes in Erdnähe, bewirkt durch die negativ elektrische Ladung der Erdkruste.  Die Figur möge auch die Zusammenraffung
und geozentrische Heranlenkung eines die Erde bestreichenden Koronastrahles versinnlichen helfen.



Davon leiten wir ja auch den Zodiakalkopf und Zodiakalschweif der Erde laut Fig. 92-95 und 206 des Hauptwerkes her.  Der dichteste Feineiseinschuß erfolgt daher stets am Orte des Sonnenhochstandes. - Wenn Korona- und Auspuffstrahlen unseren Planeten nicht genau zentrisch anzielen, werden sie die Erde trotz des elektrischen Zusammenraffens mehr oder weniger seitlich bestreichen und erzeugen so die langsam wandernden "barometrischen Depressionen".
Den beiden zwischen den Sonnen- bzw. den Mondeswendekreisen das Jahr bzw. den Monat hindurch auf und nieder wandernden und die Erde täglich umwandernden Zenitpunkten von Sonne und Mond folgt also je ein schwankendes Maximum des Grob- und Feineiseinschusses. - Alles hierher Gehörige wird in unserem Hauptwerk durch die Figuren 92 bis 95 roh versinnbildlicht.  Überhaupt wird für das vorliegende Thema auch das Überlesen der Texte zu den dortigen Figuren 89 bis 99, 103, 118-120, 204-206 und 212 empfohlen.  Ebenso das Überlesen des Nil/Indien-Aufsatzes im "Schlüssel" 1925, Seiten 76-95. -

Nun haben wir noch einen sehr gewichtigen, wenn auch unfreiwilligen Zeugen für den Einfluß des Mondes auf das Wetter anzuführen.  Bekanntlich liegen die beiden Mondeswendekreise wegen der Mondbahnneigung von 5° zur Ekliptik und wegen des Rückschleichens seiner Knotenlinie nicht fix (ein Umschlich = 18,61 Jahre = Saros), sondern sie pendeln im Sarostakte über die Sonnenwendekreise um ± 5° aus und ein.  So gelangen also Sonnen- und Mondeswendekreise alle 9,3 Jahre zur Deckung, um an den beiden Sonnenwendekreisen selbst den Mondeinfluß auf die Eisbelieferung zu verstärken, wobei vorläufig vorausgesetzt wird, daß der solipetale Grobeiszufluß ein durchaus gleichmäßiger ist.  Aber 4.65 Jahre vor- und nachher war diese Verstärkung nahe außerhalb bzw. nahe innerhalb der beiden Sonnenwendekreise am fühlbarsten, immer vorausgesetzt, daß in solchen Breiten keine lokalen Klimafaktoren das wieder verwischen, wie dies ganz besonders beim Nil zutrifft und noch näher zu erörtern sein wird.
In unseren mittleren und höheren, also dem nördlichen Wendekreis ferneren Breiten können wir von diesem subtropischen Mondeinfluß natürlich nur ganz schwache Ausläufer wahrnehmen.  Aber sie werden dennoch stärker zu spüren sein, und zwar dann, wenn die Mondeswendekreise, alle 18,613 Jahre, am weitesten (nämlich auf 2 x 23½ + 2 x 5 = 57°) auseinandergewichen sind.  Und wieder nur dann, wenn der Grobeiszufluß zur Sonne ein durchaus gleichmäßiger wäre. -
Dieses letzte ist aber nicht der Fall.  Denn Jupiter, zusammen mit seinen drei äußeren Nachbarn, stört die Kontinuität des solipetalen Grobeiszuflusses empfindlich und verschuldet damit auch die Periodizität der Sonnenflecken, deren mittlerer Takt eben das Jupiterjahr (= 11,86 Jahre) widerspiegelt.  Daher wird auch das Zusammenwirken von Jupiter und Erdmond in unseren Breiten dann am fühlbarsten sein, wenn sich die Maxima der beiden Einflüsse zeitlich decken. -
Und das wird innerhalb eines Zeitraumes von etwa drei Jahrhunderten beiläufig alle 35-37 Jahre zutreffen, indem drei Jupiterjahre (3 x 11,86 = 35,58) und zwei Sarosperioden (2 x 18,61 = 37,22) im Durchschnitt rund 72,8 ÷ 2 = 36,4 Jahre ergeben. 
Wegen der Inkommensurabilität dieser beiden Zeitprodukte wird man die Perioden zuweilen nacheinander innerhalb vielleicht 33, 34, 35, 36, 37 Jahren ablaufen sehen, und zwar etwa innerhalb dreier Jahrhunderte. - Dann wird die gegenseitige Verschiebung der beiden sich überlagernden Zeitprodukte schon ein derartiges Verschwimmen der Wendepunkte mit sich gebracht haben, daß weitere etwa 200 Jahre lang diese ca. 35jährige Klimaperiode fast unkenntlich wird, um dann in den nächsten 300 Jahren mit zeitlich versetzten Wendepunkten in der Wetterstatistik wieder auffällig ersichtlich zu werden.
Aber auch dies wieder nur unter der nicht zutreffenden Voraussetzung, daß das Jupiterjahr sich in den Sonnenfleckenperioden mit 11,86 Jahren scharf ausdrückt.  Das kann aber gar nicht zutreffen.  Denn der im solipetalen Grobeiszufluß Lücken und Schwärme verursachende Jupitereinfluß wird von dem des Saturn, Uranus und Neptun unterlagert, weshalb auch die Fleckenperiode nicht dauernd 11,86 Jahre beträgt, sondern zwischen etwa 9 und 13 Jahren schwankt. - Das also kann zur Folge haben, daß die im Mittel 35jährige Periode manchmal länger andauert und noch schärfer hervortritt, um aber bald darauf früher zu verschwimmen, als eigentlich zu erwarten gewesen wäre. -



(Bild- und textquelle: Buch "Die kosmischen Ursachen des Wetters" von K. Waitz, Voigtländers Verlag, 1930)
Schema einer welteislichen Deutung der Brücknerschen 35jährigen Klimaschwankung aus dem Zusammenwirken von Jupiter- und Mondeinfluß auf den Grob- und Feineiszufluß zur Erde.  Aus der Dauer zweier Umläufe der Mondknotenlinie (37,2 Jahre) und der Dauer dreier Jupiterumläufe um die Sonne (35,6 Jahre) ergibt
sich die Länge der Brücknerschen Klimaschwankung zu 36,4 Jahren.  (Aus Hörbiger-Fauth, Glazialkosmogonie.)


In Fig. 122 unseres Hauptwerkes (nicht die obige Figur!) haben wir diese Kurvenüberlagerung nach den Beobachtungstatsachen von 1830 bis 1900 auf der Sonne (Flecken) und in den beiden irdischen Breiten von + 50° und + 40° (Regenmengen in Nertschinsk und oberes Ohiotal) graphisch dargestellt.  - In Nertschinsk ergeben die Kurvenspitzen als Periodenlänge rund 37 Jahre, im Ohiotal rund 33 Jahre, und in beiden Fällen deutet sich die Jupiterperiode dadurch an, daß die große, im Mittel 35jährige Periode auffallend in drei ungleiche Unterperioden geteilt erscheint.
Das also sind die physikalischen Grundlagen der zum Teil umstrittenen "Brücknerschen 35jährigen Klimaschwankungen"! -
Eine Problemlösung, die sich uns nebenbei und ungesucht von selbst ergibt.  Brückners Beobachtung ist also richtig.  Aber seine Erklärung ist vom Welteislehre-Standpunkt aus entschieden abzulehnen. - Er meint nämlich: die rein thermische Wolkenbildung wirkt sich im defizitlosen terrestrischen Wasserkreislauf im 35jährigen Takte mit wechselnder Vorliebe erst über dem Meere und dann wieder über dem Lande mehr aus.  Oder mit anderen Worten: Während es durch 17-18 Jahre über den Ozeanen zu- und abnehmend mehr regnet, herrscht über den Kontinenten mehr Trockenheit, während in den nächsten 17-18 Jahren dann wieder das Gegenteil eintritt.  Aber er vermag keinen einleuchtenden Grund für diesen Vorgang anzugeben.
Man hat gegen die Brücknersche Erklärung unter anderem auch eingewendet, daß die Wendepunkte dieser Klimaperiode nur sehr unbestimmt und verschwommen auftreten.  Gerade in diesem Umstand kann die Welteislehre eine Stütze ihrer eigenen Deutung erblicken, weil sich für sie eben aus der ungenauen Kommensurabilität von Jupiterjahr (11,86) und Saros (18,61 Jahre) dieses Verschwimmen der Wendepunkte von selbst ergibt. 
Die heutigen Meteorologen allerdings müssen diese welteislehre-gemäßige Deutung der Brücknerschen Klimaperiode umso entschiedener ablehnen, als von ihrem Standpunkt aus ein kosmischer Eiszufluß ebenso indiskutabel erscheint wie eine Einflußnahme des Mondes oder gar des Jupiters auf das irdische Wetter.

Soviel über die geringere Fühlbarkeit des Mondeinflusses in den mittleren und höheren - also von den Wendekreisen entfernteren - Breiten.  Am Wendekreis selbst wird zur Sonnenwendezeit der Mondeinfluß vom Sonneneinfluß wohl zu sehr überlagert, um deutlicher hervorzutreten.
Innerhalb der Sonnenwendekreise aber, etwa von ± 5° bis ± 18°, wird der Mondeinfluß dann wieder mehr fühlbar sein, wenn die Mondeswendekreise, alle 18,61 Jahre, am engsten zusammenrücken, also auf (23,5 - 5,0) x 2 = 37°.  Und das entspricht eben den Breiten das abessinischen Hochlandes bzw. der Quellgebiete des Blauen Nils und des Atbara, deren summarische Hochflut sich unterhalb Berber geltend macht.  Dieses etwa zwischen + 5° und + 15° sich ausdehnende Hochland wird beiläufig vom ersten Drittel des August bis zum ersten Drittel des September, vom genauen Sonnenzenit südwärts wandernd, überschlichen; eben in jenen vier Wochen, in denen dort der Sommerregen mit einer Verstärkung zur Neumondzeit "am stärksten fällt".  Weil aber die Eiseinschüsse nicht ausschließlich am genauen Sonnenhochstandort erfolgen, sondern nach Nord und Süd bis zu ± 20° und 30° davon mit einer allmählichen Häufigkeitsabnahme, so beginnt die Begießung Äthiopiens (Abessiniens), mit allmählicher Steigerung, schon im Juni/Juli und verläuft bis November/Dezember, aber immerhin mit einem ungemein steil auf- und absteigenden Maximum um Ende August und Anfang September herum, wie es eben die Khartumer Pegelkurve zeigt. -
Daß bei Kairo diese monatlichen Schwankungen der jährlichen Nilschwelle nur mehr verschwommen zu erkennen sein werden und die Hauptwelle dort beiläufig um einen ganzen Monat verspätet eintreffen muß, ist zu erwarten. - Bei den Bewohnern Unterägyptens aber könnte im Zusammenhang damit der Glaube entstanden sein, der Vollmond sei es, der zur Hochflutzeit die allmonatlichen Verstärkungen verursache. - Aristoteles hatte diesen Glauben sicher nicht, er spricht ja ausdrücklich von dem in Äthiopien "stärker fallenden Regen". -

Nun aber, könnte eingewendet werden, der Sonnenhochstand überschleicht das abessinische Hochland nicht nur im August/September südwärts, sondern auch vom ersten Drittel des April bis Anfang Mai nordwärts wandernd, und zu dieser Zeit erreicht doch der Nil im ganzen Verlaufe seinen tiefsten Stand! - Eben dieser Einwand verwandelt sich sofort in einen WEL-Beweis.  Denn man braucht nur zu bedenken, daß die alljährliche Häufigkeit der Sternschnuppen (Roheiseinfänge) vom Januar bis Mitte Juni ihr dauerndes Jahresminimum aufweist, daß sie im Juli rasch ansteigt und im August ihr erstes sekundäres Jahresmaximum erreicht.
Man kann also sagen: Beim Nordwärtsüberschleichen Abessiniens findet der Sonnenhochstand einen viel zu geringen Roheiseinfang (überwiegend rechts umlaufende Kleineismonde) der Erde vor, als daß dessen Zusammenraffung auf die abessinischen Breiten im April/Mai eine so große Regenzeit bewirken könnte wie im August/September, wo die Erde die größte Roheisbeute macht.  Wegen dieser auffallenden Jahresperiode der Sternschnuppenhäufigkeit kann man weiter innerhalb der Wendekreise auf Breiten, die notwendig zweimal des Jahres vom Sonnenhochstand überstrichen werden, nicht auch zwei gleich starke Regenzeiten unterscheiden.  Sondern es wird da meist eine kleine und eine große Regenzeit auftreten, besonders in Abessinien muß das auffallend sein, indem man da im April/Mai nur eine sehr "kleine" - dafür im Juli/August eine sehr "große" Regenzeit zu verzeichnen hat.

Nun könnte weiter, und zwar vermeintlich sehr triftig, eingewendet werden, daß im Juli/August bei diesem so reichlich mit Eiseinschuß ausgestatteten täglichen Umwandern des ganzen Erdumfanges durch den Sonnenhochstand über diesen abessinischen Breitenstreifen hinweg doch auch eigentlich die ganze Sahara begossen werden müßte! - Warum regnet es im August nur in Abessinien, und warum nicht in der ganzen Sahara - und warum nicht besonders im Juni/Juli in den Wendekreisbreiten über ganz Nordafrika hinweg?
Gerade dieser am schwersten ins Gewicht fallende Einwand verwandelt sich beim näheren Zusehen sofort in einen der unabweisbarsten WEL-Beweise.  Die reichlichste Eisbeschickung des nördlichen Wendekreises erfolgt zwar in der zweiten Juni- und ersten Julihälfte!  Aber eben dieser im Juni/Juli 34 Tage lang begossene Wendekreisstreifen von 1° Breite trifft erst in Hinterindien auf ein entsprechend hohes Gebirge, das die überwiegend westostwärts strömenden mittelhohen, warmen und feuchtigkeitsschwangeren Luftschichten noch weiter nach aufwärts lenkt, als dies schon in Vorderindien geschieht, und sie zur weiteren Ausdehnung, Abkühlung und Wasserausscheidung zwingt.  Und dort regnet es im Juni/Juli auch Tag und Nacht unaufhörlich in Strömen!
Man bedenke: Wenn der Sonnenhochstand um Ende Juni mittags die Westküste Afrikas erreicht, so hat die Westküste Vorderindiens 6 Uhr abends.  Und diese ganze Zeit über, vom Vormittag Indiens bis zum Abend Indiens, hat der Sonnenhochstand zunächst Indien selbst, dann die vorderindische Wüste, das Arabische Meer, die arabische Wüste, das Rote Meer und die ganze Saharalänge mit Roh- und Feineis beschickt, ohne daß dessen Verdampfungsprodukte den heißen Wüstenboden oder die schmalen Meeresflächen erreichen könnten.  Nur die dynamischen Folgen dieser Wüsten-Eisbeschickung machen sich in Form von trockenen Wüstenstürmen und Westwinden auf dem Grund des oben warmfeuchten und unten trockenheißen Luftozeans bemerkbar!
Wegen der Schmalheit des Roten Meeres und des Persischen Golfs wird die Luftsäule auch über diesen Meeresflächen bei der Warmluftüberschiebung von Westen her etwaige Kondensate ebensowenig herabgelangen lassen, wie die umgebenden luftheizenden Wüstenflächen, wenn die Sonne schon einmal darüber hinweg nach Westen gerückt ist.
Zufolge des (nach der WEL leicht begründbaren) Vorherrschens der Westwinde schiebt sich die obere, dampfgeschwängerte, von Ostarabien bis Westafrika reichende Wüsten-Luftsäule nach Osten hin; und bis dann die warmfeuchten Luftmassen am indischen Gebirge durch die nachdrängenden Westwinde (also nicht thermisch, sondern dynamisch) zum Aufsteigen, Ausdehnen und Abkühlen gezwungen werden, überschütten ihre reichen Kondensations-Wassermassen jene Gegend nicht nur am Tage, sondern, das ist jetzt leicht einzusehen, auch in der Nacht, und dann sogar etwa doppelt so dicht wie tagsüber.
Denn noch bevor sich das ganze über 90° lange atmosphärische Sammelbecken der Sahara und Arabiens in Hinterindien über Nacht leer geregnet hat, erreicht der Sonnenhochstand des nächsten Tages von Osten kommend schon wieder Hinterindien, um das Begießungsspiel der alt-hemisphärischen Wendekreisbreiten von neuem zu beginnen.
Dies ist das ganz ausnahmsweise Verhalten der indischen Regenzeit.  In allen anderen Tropenländern regnet und gewittert es in der großen Regenzeit nur am Tage von etwa 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr abends in Strömen, die Nacht aber ist sternklar!  Denn in keinen anderen Tropenbreiten existiert ein ähnliches Hochland, dem nach Westen hin so ungeheuere Wüstenflächen gegen die Westwinde vorgelagert wären, als eben in Indien und Abessinien! -
Der Mondeinfluß wird in den so dichten Regengüssen Indiens aus dem Grunde schwerer zu erkennen sein, weil es sich ja um den Hochsommer- bzw. Wendekreisregen handelt, und da wird der dynamische Mondeinfluß von einem ebensolchen Sonneneinfluß auf die eingefangenen Eislinge doch wohl allzusehr überlagert.  Weiter ist anzunehmen, daß durch das von so weither erfolgende Zusammenschieben und gewaltsame Empordrängen der feuchtigkeitsschwangeren Warmluftmassen ein noch etwa bestehender Rest einer Fühlbarkeit des Mondtaktes noch weiter verwischt wird. - Sonst wäre es geradezu ein Wunder, daß sich den regenmessenden englischen Meteorologen in Indien dieser Mondeinfluß nicht schon längst aufgedrängt haben sollte. -

Wir sehen nun auch ein, warum es im Juni/Juli in Hinterindien viel kräftiger regnen muß als im August in Abessinien.  Denn für Hinterindien verweilt der Sonnenhochstand zur Sommersonnenwende, wie schon erwähnt, 34 Tage auf demselben, einen Grad breiten Wendekreisstreifen, während ein solcher Streifen im mittleren Abessinien (bei + 10°) vom Sonnenhochstand schon binnen 2,7 Tagen überschlichen wird.
Aber auch noch ein, den erwartungsgemäß großen Unterschied zwischen den indischen Juni-Regenmassen und der abessinischen August-Regenmenge doch etwa mildernder Umstand muß beachtet werden: Während der Sommerhochstand im Juni/Juli des nördlichen Wendekreis-Eingradstreifen durch 34 Tage begießt, ist das nordhochsommerliche Sternschnuppenmaximum eben erst im Ansteigen begriffen.  Dagegen trifft im August das nur 2,7 Tage lang dauernde Überschleichen eines mittelabessinischen Eingradstreifens (bei zirka + 10° Breite) zeitlich mit der Kulmination des genannten Eisschnuppenmaximums sozusagen genau zusammen.
Wir haben also die größten lokalen Regenmassen der Erde - auf den nördlichen Wendekreisbreiten Hinterindiens - weniger dem noch nicht allzu dichten, aber zum Sonnenhochstand zusammengerafften kosmischen Eiszufluß im Juni/Juli als vielmehr dem langen Verweilen des Sonnenhochstandes auf diesem Breitestreifen zur selben Zeit zuzuschreiben.  Die so reichliche Begießung des abessinischen Nilquellgebietes im August ist dagegen dem nordsommerlichen Eisschnuppenmaximum im Juli/August zu verdanken.
Aber viel mehr noch als diese beiden Umstände wiegt dort noch die beiden Niederschlagsgebieten gemeinsame dritte Ursache: daß ihnen nämlich so ungeheure westliche Wüstengebiete vorgelagert sind, die über sich keine Schmelz- und Verdampfungsprodukte des kosmischen Eiszuflusses herabgelangen lassen, zugleich aber auch deren ungeschmälerten atmosphärischen Weiterschub nach Osten hin noch begünstigen. - Dadurch werden neben den übrigen kosmischen Ursachen die afrikanischen und arabischen Wüstenluftsäulen in der Tat zu hochschwebenden Sammelbecken für den so merkwürdigen indischen Hochsommerregen bzw. für die nordherbstliche Nilhochflut.

Es ist geradezu unmöglich, diese beiden Probleme im Zusammenhang mit der WEL einzeln zu behandeln.  Es darf als einer der untrüglichsten WEL-Beweise gelten, daß sich beide nicht nur gleichzeitig aus derselben Grundidee eines kosmischen Eiszuflusses ungezwungen lösen lassen, sondern daß sich dabei auch die Gründe für die Unterschiede im Auftreten der beiden Erscheinungen von selbst ergeben.

Am südlichen Wendekreis liegt die Sache etwas anders.  Aus zwei Gründen: Während nämlich im nördlichen Hochsommer das nordsommerliche Eisschnuppenmaximum erst rund anderthalb Monate nach der Wendekreisbeschickung durch den Sonnenhochstand folgt, geht im südlichen Hochsommer das südsommerliche Schnuppenmaximum der südlichen Sonnenwende um rund einen Monat vorausDas tangentiale Roheiseinschießen fällt also dort mit der Wendkreisbegießung zeitlich fast genau zusammen. - Im großen ganzen sind daher auf der Südseite die hochsommerlichen Regenzeiten im Durchschnitt auch etwas heftiger als auf der Nordseite.  Aber weil dort in den Wendekreisbreiten den wichtigsten Stromniederschlagsgebieten (wie etwa denen des Paraná Südamerikas oder des Sambesi Südafrikas) nach Westen hin nicht nur keine langen Wüstengebiete, sondern überhaupt nur verhältnismäßig geringe und gut bewachsene Kontinentflächen vorgelagert sind, können dort auch die ihnen nach Westen hin vorgelagerten, viel kühleren Luftsäulen niemals zu einem ähnlichen atmosphärischen Sammelbecken für den kosmischen Wasserzufluß werden, wie dies über Nordafrika und Arabien im nördlichen Hochsommer der Fall ist. 
Es wird also im Hochsommer der Südhemisphäre in den dortigen Wendekreisbreiten und deren Nachbarschaft die kosmische Wasserbelieferung nirgends über die geographische Länge eines Viertelerdumfanges hinweg von beiden Wüstenluftsäulen derart über zwei Gebirge zusammengeschoben, wie dies auf der Nordseite für das Hochland von Assam in Hinterindien und für das hochgelegene Abessinien in Afrika geschieht. 
Bestünden diese Unterschiede nicht, wäre der Paraná "der Nil der Südhemisphäre" zu nennen.  Denn auch er fließt der Hauptsache nach meridional seiner bei -35° erfolgenden Mündung zu.  Aber keine Wüste und kein mehr lokales Hochgebirge beeinflußt sein Niederschlagsgebiet.  Und zudem liegt dieses nicht ausschließlich innerhalb des südlichen Wendekreises, sondern ziemlich zu beiden Seiten desselben.  Auch besitzt er keine dem Weißen Nil zu vergleichende Abgabelung mit einem unterm Äquator liegenden Quellgebiet.  Es kann daher auch seine gegenüber dem Nil um ein halbes Jahr abweichende Anschwellung im Februar/März nicht so lokal und nicht so (sozusagen) plötzlich auftreten, wie dies etwa das Nilpegeldiagramm bei Khartum zeigt. 
Der Unterschied zwischen Hoch- und Tiefstand des Paraná beträgt 3,7 m, derselbe Unterschied beim Nil aber bei Kairo fast 8 m, bei Theben 12 und bei Assuan 16 m.  Die Wassermenge des Nil stieg bei Khartum im Jahre 1903 von Ende Juni bis Anfang August um 2000 cbm/sek und von da bis Ende August um weitere 6500 cbm/sek.  Diese Plötzlichkeit des Anschwellens des Nils steht auf der ganzen Erde einzig da.  Dies ist um so auffallender, als beim Paraná die ganze etwa 20 Längengrade lange Wendekreisbelieferung seinem Quellgebiet zugute kommt, während von der Begießung des nördlichen Wendekreises dem Nil sozusagen kein Tropfen zufließt.
Denn es regnet imganzen mittleren Niltale (Unterägypten im Bereiche der Nubischen und Libyschen Wüste) auch zur dortigen Sonnenhochstandzeit nicht.  Laut Grunner (1) fallen um den Quellsee des Weißen Nil (Viktoria-Nyassasee am Äquator) jährlich wohl 1400 mm Regen, bei Khartum (+15° Breite) noch 200 mm, bei Ed Damer (+17½°) noch 100 mm, am Wendekreis (+23½°) bei Assuan und weiter bis zu Kairo herab regnet es sozusagen überhaupt nicht mehr.  Die 100 mm bei Ed Damer kommen wohl auch nur dadurch zustande, weil dort das Klima noch etwas vom abessinischen Hochland beeinflußt sein dürfte. -
Also gerade am Wendekreis, um Assuan herum, trifft das gerade Gegenteil dessen ein, was, wäre Nordafrika urwaldbestanden, eigentlich zu erwarten wäre. - So sehr hängt das Wetter, abgesehen von den kosmischen Faktoren der WEL, doch auch wieder von der Bodengestaltung bzw. vom "Klima" ab. - Nur ganz ausnahmsweise wird um Assuan herum ein sehr großer und zufällig dort von der Libyschen Wüste her einschießender Eisling einen Teil seiner Schmelzprodukte im heftigsten Wüstensturm bis zum Grunde des Luftozeans gelangen lassen können, weil die Luftsäule dort gerade um die Sonnenwende bis hoch hinauf heiß und in hohem Maße feuchtigkeitsbegierig ist.
Die gesamte nordhochsommerliche, rund 5000 km lange Welteisbelieferung der Wüste-Wendekreisbreiten westlich des Nitales wird über dieses, über Arabien, das Arabische Meer und teilweise auch über Zentralindien und Bengalen hinweg größtenteils jenem Gebirgstrichter zugeschoben, den das Brahmaputratal von Assam zusammen mit dem Unterlauf seines aus den Burma-Gebirgsketten kommenden Nebenflusses Surma bildet.

Daß diese beiden Rätsel (Nilhochflut und indischer Hochsommerregen) innig zusammenhängen, besagt auch eine Mitteilung des Meteorologen F. Groißmayr, der im "Umschau"-Heft 1929/41 unter anderem schreibt: "Es ist eine seit wenigen Jahren bekannte Erfahrungstatsache, daß auf große Überschwemmungen in den nordwestlichen Provinzen Indiens (im August und September) wie auch auf ausgedehnte Hochwasser des Nilstromes im Sommer und Herbst der etwa ein halbes Jahr darauf folgende Winter in unseren Klimaten kalt zu sein pflegt.  Die diesbezüglichen Notizen in der Tagespresse über ausgedehnte Überschwemmungen einerseits im Indus-Suilei-Stromgebiet, andererseits in Ägypten durch ungewöhnlich starke Wasserführung des Nils - die stärkste Nilkatastrophe seit 1878 - sind nahezu untrügliche Anzeichen eines ungemein strengen Winters in Mitteleuropa.  Auf gewaltige Hochwasser des Nils folgte stets ein kalter Winter in deutschen Landen, während auf unternormale Nilfluten wie Dürren in NW-Indien meist ein milder Winter folgte."

Ganz unabhängig von dieser Erfahrung der Meteorologen aus den letzten Jahren haben wir diesen Zusammenhang aus bloßen WEL-Schlußfolgerungen schon längst vermutet, aber erst im Jahre 1925 im "Schlüssel zum Weltgeschehen" (Heft 2) darüber berichten können. 
Auch im Sommer 1929 war die August/September-Hochflut des Nils wieder besonders hoch, sie war es auch im Sommer 1917, also rund zwölf Jahre (= Jupiterjahr) vorher. - Man kann daher vorläufig annehmen, daß immer zwei bis vier Jahre, nachdem Jupiter die beiden "nassen Sternbilder" des Tierkreises (Wassermann und Fische) durchwandert hat, die Bedingungen für einen strengen Winter der beiderseitigen mittleren Breiten und für eine kräftigere Begießung der Wendekreisbreiten gegeben sind, also auch für eine erhöhte Nilflut und für einen stärkeren Hochsommerregen in Indien. -
Es ist anzunehmen, daß diese Tatsache schon den Astronomen der Antike bekannt und eben der Grund dafür war, jene Gegend des Tierkreises, die heute die Zeichen des Steinbocks und des Wassermanns trägt, mit den "nassen" Sternbildernamen Wassermann und Fische zu belegen. - Sie konnten von der WEL zwar nichts wissen, aber sie mochten längst wahrgenommen haben, daß es nassere Jahre gibt, wenn Jupiter über die (heute so genannten) Sternbilder: Steinbock, Wassermann, Fische und Widder streicht. - Seit jenen Zeiten hat sich nämlich der Frühlingspunkt (Schnittlinie von Erdäquator und Ekliptik) schon um ein ganzes Sternbild (Tierkreiszeichen) zurückgeschoben (Präzession), so daß heute auch der Steinbock zu den "Nassen" gehört und der Widder noch immer etwas "naß" ist. -



(Bildquelle/-text: "Rhythmus des kosmischen Lebens" v. Hanns Fischer, 1925, Voigtländers Verlag-Leipzig)
Schnitt durch das Eisschleierhorn, geführt in der Ebene der Großwandelsternbahnen.  Grundlegendes Schaubild für die Erklärung des Zusammenhanges der Sonnenflecken, der Großwetterlage, der Ernteerträge, sowie der psychischen und kulturellen
Erscheinungen auf Erden mit den Stellungen der Wandelsterne. (Zeichnung von Hanns Hörbiger)



Wer sich mit diesem Problem näher beschäftigen will, möge im Hauptwerk die Fig. 188 (oben dargestellt) mit Untertext vorurteilsfrei würdigen.  Es ist dort zu ersehen, wie die vier großen Planeten (die Neptoden der WEL) in der genannten Gegend des Tierkreises jenen Teil des galaktischen Eisschleiertrichters durchschweben und unterfahren, in dem die übermittelgroßen und größten galaktischen Eislinge zur Sonne streben.  Es sind das ja die eigentlichen Sonnenbeflecker, und in ihren Strömen haben die vier Neptoden beim Durchwandern der genannten Sternbilder Gelegenheit, die Fallbahnen der Eislinge zu stören, Lücken zu reißen und Schwärme zu bilden und dann diese Schwärme zum Teil wieder frei zu geben.
Wäre Jupiter der einzige Störenfried, würde die schwankende Sonnenfleckenhäufigkeit genau dem Pulsschlag des Jupiterjahres (11,86 Erdenjahre) entsprechen, und wir würden Vorhersagen über nasse und trockene Jahre viel beherzter wagen dürfen. - Weil aber Jupiter einen Eisschleiertrichter zu durchschweben hat, in dem vor ihm auch Saturn und Uranus Lücken gerissen und Schwärme gebildet haben (Neptun kommt 1910 bis 1990 als Störer kaum in Betracht!), so kann in den Fleckenperioden das Jupiterjahr nie rein zum Ausdruck kommen, wiewohl es immer weitaus dominieren muß.
Ein nochmaliges Studium der Hauptwerk-Figuren 187-190 und ihrer Untertexte würde die Sache noch klarer machen: Wenn Jupiter vom Widder über den Stier zu den Zwillingen wandert, muß er nacheinander zwei zusammengeraffte und untereinander mehr oder weniger verschwommene Schwärme von durchschnittlich größten, übermittel- und mittelgroßen Eislingen wieder auslassen, soweit es ihm nicht gelingt, sich dieselben ganz einzuverleiben. - Und zwar werden dann diese Körper in der umgekehrten Reihenfolge die Sonne erreichen und so zuerst deren höheren Breiten (± 30 bis 40°; seltener 50 und 60°) mit den häufigsten und kleinsten - und zum Schluß im allmählichen Übergange die niedrigen Breiten (etwa ± 5 bis 10°) mit den durchschnittlich größten und selteneren Flecken besetzen.
Das ist eine Erscheinung, die man das Breitenatmen der Fleckenzonen innerhalb der Periode nennen kann, und die von Spoerer in Potsdam schon um etwa 1870 entdeckt wurde (im Hauptwerk soll dies Fig. 189 klarmachen, die unter der vereinfachenden Voraussetzung entworfen wurde, daß Jupiter als alleiniger Störer da ist).
Wenn also einmal unsere Voransage eines strengen Winters (für die Kohlenindustrie) mit verspäteter Baumblüte im Frühjahre (für die Imker) oder eines nassen Sommers (für den Landmann) nicht zutreffen sollte - man wird beim genaueren Hinsehen immer finden können, daß Saturn oder Uranus (vor 1900 und nach 2000 auch Neptun) die gute "Absicht" Jupiters von langer Hand her durchkreuzen konnten. - Genaueres wird man erst sagen können, wenn die von uns geplante WEL-Warte einige ungestörte Beobachtungs- und Studienjahre fleißig ausgenützt haben oder kombinierte Sonnen- und Wetterwarten sich auf den Boden der WEL gestellt haben.

Nur in ganz großen Zügen können vorläufig die neuen WEL-Perspektiven skizziert werden.  Den tieferen Geheimnissen der kosmisch-neptunischen Sonnentätigkeit, ihren Zusammenhängen mit dem geophysikalischen Geschehen nachzuspüren, ist - nachdem der zwiefache kosmische Eiszufluß zur Erde für uns schon einmal feststeht - nur auf einer entsprechend eingerichteten und bemannten WEL-Warte möglich.
Natürlich empfangen auch die übrigen Planeten des Sonnensystems solchen Eiszufluß.  Deshalb steht ja auch das innere Planetensystem mit Ausnahme der Erde längst ganz unter Wasser und Eis, und nur auf der Erde ragen noch Kontinente und Inseln über den Ozean, so lange eben - noch auf Jahrhundertmillionen hinaus - ihr innerer Wärmevorrat zur inneren Verdampfung bzw. Erdbebenerzeugung ausreicht.

Zum Schlusse dieser WELmeteorologischen Betrachtungen wollen wir noch eine Zusammenfassung versuchen.  Und zwar mit der Fiktion einer Vereinfachung der hier unter ganz neuen Gesichtspunkten dargestellten klimatischen Faktoren, soweit dieselben das Nil- und Indienproblem betreffen.
Denken wir uns das Rote Meer zugeschüttet und längs des Meridians von 40° östlicher Länge ein Hochland aufgerichtet, das vom Äquator bis Kleinasien hinauf reicht; ein Hochland ähnlich dem abessinischen, nur daß es vielleicht durchschnittlich 6000 bis 8000 m hoch ist statt 3000 m, und daß es vielleicht auch doppelt so breit ist wie das genannte Hochland.
Denken wir uns ferner die arabische und die vorderindische Wüste, Persien, Afghanistan und Beludschistan üppig bewachsen, die Sahara bzw. das ganze nördliche Afrika westlich vom Niltal aber bliebe im heutigen Wüstenzustand.  Dann würde sich zunächst einmal die indische Hochsommerregenzeit nicht viel von der Regenzeit Südamerikas unterscheiden, weil von der Begießung der Saharaluftsäulen kaum mehr irgendwie in Betracht kommende Quantitäten über das angenommene meridionale Hochgebirge nach Osten hinüber geschoben werden könnten.  Die indische Regenzeit wäre dann längst nichts so Außerordentliches mehr wie heute, und Tscherapuntsch hätte aufgehört, der regenreichste Fleck der ganzen Erde zu sein.  Denn dem neuen indischen Paradiese kämen dann nur mehr die Schmelzprodukte der östlich der angenommenen meridional verlaufenden Hochgebirgswehr einschießenden kosmischen Eismengen zugute. -
Ganz anders aber lägen die Verhältnisse im Niltal westlich des angenommenen Hochlandes, besonders unter der Voraussetzung, daß die ihm zukommende Begießung vom ganzen Saharagebiet her durch nach Westen hin fallende Täler dem Nil zugeleitet wird.  Nehmen wir auch noch der Vereinfachung halber an, daß das jährliche Eisschnuppendiagramm nicht die beiden ausgesprochenen Maxima im August und November zeigt, sondern daß diese Nachtgespenster des Himmels das ganze Jahr hindurch gleichmäßig auftreten.  Dann würde es sehr einfach sein, die Pegeldiagramme am Äquator (± 0°), bei Faschoda (+ 10°), bei Khartum (+ 16°), bei Abu Hammed (+ 20°), bei Assuan (+ 24°, Wendekreis) und bei Kairo (+ 30°) aus der bloßen Überlegung heraus zu konstruieren, besonders wenn wir auch noch die heute zu beobachtende Versickerung und Verdunstung längs des Stromlaufes ausschalten. 
Klar, daß es dann im Nordsommer in ganz Mittel- und Unterägypten, insbesondere auch bei Assuan im Juni/Juli, fast ebenso kräftig regnen würde wie heute unter gleichen Breiten in Indien. - Noch auffallender, noch mächtiger wären dann auch jene Wassermassen, die dem Nil von Osten her aus der so hohen und breiten Gebirgswehr zufließen müßten!  Denn die ganzen Grob- und Feineiseinschüsse über dem wüsten Nordafrika kämen dem nach Osten hin hoch abgedämmten Niltale zugute.
Unter der Annahme, daß das Wasser des Weißen Nils vom Äquator bis Assuan rund dreißig Tage braucht, würde bei tatsächlicher Existenz jener Gebirgswehr der Nil bei Assuan schon vor Ende April langsam zu steigen beginnen, er würde immer rascher steigen und demgemäß immer rascher fließen, mit dem Effekt, daß im Juni die Assuandämme, auch auf das doppelte erhöht und bei doppelt so großen Durchlässen, viel mächtiger überfließen müßten, als dies jetzt vielleicht erst im August/September geschieht.  Und wir wüßten auch genau, aus welchen weltraumtiefen Gründen dies geschieht.

Also nicht bei Khartum Ende August, sondern bei Assuan um den 21. Juni herum erlebten wir den höchsten Pegelstand.  Der Nil wäre bei Kairo dann jedenfalls der wasserreichste Strom der Erde, gegen den nicht einmal Mississippi, Missouri, Amazonas zuammen aufkommen könnten.  Dieser Wasserreichtum würde sich aber sofort (vielleicht sogar bis unter die heutige Wasserführung des Nils) mindern, könnten wir ganz Afrika nördlich des Äquators in einen Urwald verwandeln. - Das ganze Niltal hätte dann seine normalen Regenzeiten, die mit dem Sonnenhochstand im März vom Äquator herabkämen, sie würden im Juni Assuan nicht ärger begießen, als es dem Paraná heute im Dezember am südlichen Wendekreis widerfährt, und sie wanderten dann bis zum September in derselben Weise wieder zum Äquator zurück. 
Setzen wir aber jetzt wieder die gegenwärtige jährliche Variation der Eisschnuppen ein, so näherte sich dieses fiktive Nilbild schon wieder ein wenig dem heutigen: Die Juni-begießung Assuans würde etwas nachlassen, der Blaue Nil im Mai sein heutiges Tiefstandbild zeigen und nur knapp an den Weißen Nil heranreichen.  Im August wäre bei Khartum ein bedeutend höherer Pegelstand zu verzeichnen als im Mai, wenn auch lange kein so hoher wie heute im August.
Stellen wir dann wieder den heutigen Wüstenzustand Afrikas her und entfernen wir auch noch die gedachte Gebirgswehr östlich des Nils, so sind wir wieder beim heutigen (trotz Aristoteles und Hann) durchaus rätselhaften Vorgang der alljährlichen Nilschwelle und indischen Regenzeit.

Sollte sich jemand darüber wundern, daß wir uns mit dem Nilproblem eingehender befaßt haben, als der gewählte Titel es zu erfordern schien, möge uns Ingenieur H. E. Gruner rechtfertigen, der seine vorjährige Arbeit: "Die Erhöhung des Assuandammes" mit den Worten einleitet: "Ein altes ägyptisches Sprichwort sagt, daß, wer vom Wasser des Nils getrunken, stets mehr trinken möchte.  Als Ingenieur könnte man das Sprichwort umformen und erklären, wer sich mit dem Nilproblem begonnen hat zu befassen, dieses stets weiter verfolgen möchte." -
Und in der Tat: Zum achten Male seit 1903 geschieht es, daß wir einen Trunk von den Wassern des heiligen Nils kredenzen. - Möge es der rund 200 km tief eisgepanzerte sekundäre Nilanschweller Erdmond verantworten! -


Hanns Hörbiger


(Quelle: Heft "Schlüssel zum Weltgeschehen", Heft 6, S. 165-174 und Heft 9, S. 265-274, 1930, Voigtländers Verlag-Leipzig)




Anmerkung:

(1) "Die Erhöhung d. Assuandammes", von Ing. H. E. Gruner.  Zeitschrift des Österreich. Ingenieur- und Architekten-Vereins. Heft 31/32, 1929





ZUSATZ:

Besteht ein Einfluß des Mondes auf die Witterung und wie zeigt er sich?

Der Einfluß des Mondes auf das Wetter wird immer noch, und zwar von den reinen Theoretikern von vornherein bestritten, weil, rein physikalisch betrachtet, derselbe nicht vorhanden sein darf.  Auch die Statistiker kommen meist zu keinem sie befriedigenden Ergebnis.  Statistisch läßt und wird sich auch fernerhin der Mondeinfluß auf das Wetter schwer feststellen lassen, da sich hierbei die Einzelheiten zu stark verwischen.  Es muß vielmehr immer von Fall zu Fall geprüft und dann erst entschieden werden.
Schon vor mehr als 2000 Jahren konnte uns Aristoteles (384-322 v. Chr.) die Worte hinterlassen: "Beim Mondwechsel fließt der Nil kräftiger, denn da fallen die Regen stärker."  Hiernach muß sich besonders um die Neu- und Vollmondzeit ein Einfluß des Mondes auf das Wetter durch Unbeständigkeit zeigen.  Nach meiner allerdings unmaßgeblichen Überzeugung wirkt, was auch in Zukunft zum Nachdenken Anregung geben wird, unser Mond als einer von den mehreren Faktoren auf das Wetter teils mehr oder weniger mit.  Der eifrige Wetterbeobachter wird öfters plötzliche Änderungen in der Gestaltung der Wetterlage wahrnehmen; schreibt er sich solche Änderungen auf, dann findet er bei Durchsicht der Aufzeichnungen sofort, daß auffallend viele solcher Wendepunkte stets mit bestimmten Mondstellungen gleichzeitig oder fast zusammenfallen.  Auf letztere möchte ich daher näher eingehen.  Hierbei komme ich unwillkürlich auf Falbs "kritische Tage".  Der im Herbst 1903 verstorbene Privatgelehrte Rudolf Falb hat das Interesse für den im Volke längst wurzelnden Glauben an den Einfluß des Mondes auf das Wetter wieder geweckt.  Falb bezeichnet immer Voll- und Neumondtage als sogenannte kritische Tage.  Nach Falbs Ansicht gibt es folgende kritische Faktoren bezüglich der Mondstellungen: 1. Vollmond; 2. Neumond; 3. Erdnähe; 4. Äquatorstand des Mondes; 5. die Finsternisse des Mondes.  Zu diesen fünf möchte ich noch zwei kritische Faktoren hinzufügen: 6. Hochstand und 7. Tiefstand des Mondes.
Von diesen sieben kritischen Faktoren können folgende gleichzeitig oder nahe zusammenfallen:
1. Neu- oder Vollmond mit a) Erdnähe, b) Hochstand, c) Tiefstand und d) Äquatorstand des Mondes; 2. Neu- oder Vollmond mit a) Erdnähe und Hochstand, b) Erdnähe und Tiefstand und c) Erdnähe und Äquatorstand des Mondes.  3. Vollmond, Erdnähe und Mondfinsternis mit a) Hochstand, b) Tiefstand und c) Äquatorstand des Mondes.

Beachtenswert sind vor allem die beobachteten Wetterumschläge an Voll- und Neumond, und zwar besonders dann, wenn diese Hauptmondphasen noch mit mehr obengenannten kritischen Faktoren gleichzeitig oder nahe zusammenfallen.  Je mehr kritische Faktoren zeitlich zusammenfallen, um so mehr treten in der Regel Umschläge bzw. Störungen des Wetters ein.  Anzuführen ist noch, daß es eine Reihe von Fällen gibt, in denen man von einer etwas verfrühten Wirkung der kritischen Faktoren sprechen kann, namentlich beim Zusammentreffen mehrerer.  Die verfrühte Wirkung kann sich etwa ein bis zwei Tage vorher geltend machen, während die Fälle einer verspäteten Wirkung (ein bis drei Tage) häufiger sind.  Die kritischen Tage bilden Höhe- und Wendepunkte im Wetter.  In unseren Breiten gehören Zeiträume beständigen Hochdruckwetters zu den Ausnahmen, weil ein ewiger Wechsel im Wetter ist.  Die Erdnähe des Mondes spielt, besonders wenn diese um Neu- oder Vollmond fällt, eine wichtige Rolle.  Durch die Erdnähe werden die Störungen im Luftmeer zur Zeit der Hauptmondphasen noch verstärkt.  Solche Störungen bringen im Sommer heftige Gewitter, Wolkenbrüche, Hagelwetter und stürmische Winde mit nachfolgender Abkühlung und im Winter große Schneefälle, stürmisches Wetter, Nachlassen strenger Kälte, Tauwetter mit Hochwasser infolge starker Regenfälle.  Erwähnenswert sind die oft eintretenden tiefen Barometerstände um Neu- oder Vollmond sowie um Hoch- oder Tiefstand und Erdnähe des Mondes.

Die Erdferne oder die Zuwanderung des Mondes auf Erdferne zur Zeit der Hauptmondphasen wirkt meist mildernd auf die Störungen im Luftmeer und übt noch zu gewissen Zeiten einen Einfluß auf den Eintritt von Schönwetterzeiten aus.  Letztere stellen sich meist um das erste und letzte Mondviertel ein, und zwar mit ganz besonderer Vorliebe dann, wenn diese Mondviertel entweder nahe mit Erdferne zusammenfallen oder der Mond nach derselben zuwandert und die Erdferne um die Hauptmondphasen ist.  Diese Schönwetterzeiten dauern oft etwa acht Tage an.  Fällt jedoch die Erdnähe um Voll- oder Neumond, so halten die um das erste oder letzte Viertel einsetzenden Schönwetterzeiten meist nur kurze Zeit an oder sie kommen ab und zu nur ganz vorübergehend zustande.  Oft beginnen schon die Unbeständigkeiten des Wetters, wenn der nach Erdnähe zuwandernde Mond sich in der Mitte zwischen Erdferne und Erdnähe befindet.

Der Mond zeigt weiter noch einen größeren Einfluß auf die Gewitterhäufigkeit.  Besonders tritt die Häufigkeit der Gewitter in unseren Breiten in den Sommermonaten bei der südlichen Abweichung des Mondes vom Äquator deutlich hervor.  Etwa 80% sämtlicher Gewitter kommen auf die südliche Abweichung, während auf die nördliche Abweichung des Mondes etwa nur 20% der Gewitter fallen.  Es erscheinen also in der wärmeren Jahreszeit Gewitter bei folgenden Mondstellungen am häufigsten:
1. um den Tiefstand des Mondes, der in den Monaten Mai, Juni und Juli fast oder gleichzeitig mit dem Vollmond zusammentrifft.  2. Um den Äquator- stand des Mondes, und zwar wenn der Mond von der südlichen Abweichung in die nördliche und umgekehrt von der nördlichen in die südliche Abweichung eintritt.  Auffallend sind die zahlreich eintretenden Wärmegewitter in der Nähe dieser beiden Äquatorstände des Mondes.  3. Um den Hochstand des Mondes, der in den Monaten Mai, Juni und Juli fast oder gleichzeitig mit dem Neumond zusammenfällt, zeigen sich auch Gewitter, aber sie sind hier viel seltener.  In allen drei Fällen wird die Gewittertätigkeit bei diesen Mondstellungen durch die Erdnähe begünstigt.

Zuletzt verdienen noch die Wärme- und Kältewellen, die oft mit dem höher- und niedergehenden Mond einsetzen, besondere Berücksichtigung.  So überrascht uns der Mond im Frühjahr meist gleich nach seinem Hochstand und um seinen Tiefstand noch durch schadenbringende Nachtfröste.  Im Herbst (Oktober und November) kommen gleich nach dem Hochstand oder um den Tiefstand meist die ersten Nachtfröste.  Die größte Wärme zeigt sich im Frühjahr oft kurz vor dem Hochstand, zumal wenn die Erwärmung bei höher steigendem Mond um den Äquatorstand begann.  Kurz vor dem Vollmond stellt sich im Frühjahr im April und im Mai, trotzdem der Mond nach dem Tiefstand geht, öfters stärkere Erwärmung ein, zumal wenn um das erste Viertel und Erdferne oder bei nach Erdferne gehendem Mond eine Schönwetterzeit eingetreten ist.  Diese größere Wärme wird jedoch mit dem Vollmond und dem ihm gleich folgenden Tiefstand gebrochen.  Ebenso finden die einige Tage vor dem Vollmond eintretenden Hitzewellen im Sommer entweder mit dem Tiefstand oder diesem nachfolgenden Vollmond durch starke Abkühlung ihr Ende.
Große Hitzewellen kommen im Sommer und Nachsommer sehr oft bei höher steigendem Monde entweder kurz nach dem Tiefstand oder erst um den Äquatorstand und erreichen mit oder gleich nach dem Hochstand ihre größte Stärke.  Im Vorherbst endigt das warme Wetter meist erst im Neumond, der dem Hochstand einige Tage später folgt.
Stärkere Kältewellen erscheinen im Winter bei absteigendem Monde kurz nach dem Hochstand oder um den Äquatorstand und tritt die größte Kälte gewöhnlich um den Tiefstand ein.  Meist werden diese Kältewellen durch den mit dem Tiefstand zusammenfallenden oder wenige Tage nachher folgenden Neumond stark gemildert.  Öfters tritt für einige Tage richtiges Tauwetter ein.  Wandert der Mond nach Erdferne zu, dann zeigen sich im Winter trotz höher steigendem Monde um das erste Viertel mit Vorliebe stärkere Kältewellen.  Diese werden aber gegen Ende November und im Dezember durch den Hochstand, der in dieser Zeit mit dem Vollmond nahe zusammenfällt, beendigt und es stellt sich meist stärkeres Tauwetter ein.  Der Mond in Erdnähe bringt in den Wintermonaten, ohne mit den Hauptphasen zusammenzufallen, desgleichen auch der Hochstand des Mondes im Januar und Februar, besonders wenn der Mond nach Erdnähe eilt, schon vor dem Vollmond häufig Tauwetter.  Tritt jedoch Ende Dezember und im Monat Januar, auch noch Anfang Februar, mit dem erst nach Hochstand kommenden Vollmond nur schwache Erwärmung ein, so daß die Temperatur 2 bis 3 Tage nach Vollmond trotz Trübung und Schneefällen nicht über den Gefrierpunkt steigt, dann kann mit strengerer Kälte gerechnet werden, die fast bis zum Neumond anhält.  Nach Mitte Februar und Anfang März bringt der Vollmond, falls Kälte sich noch um das erste Viertel einstellen sollte, Tauwetter.

Der Äquatorstand, bei dem der Mond in die nördliche Deklination eintritt, Widderstellung des Mondes, hat schon Ende Februar, im März und Anfang April bei stärkerer Erwärmung um Neumond heftige Frühlingsstürme im Gefolge.  Neu- und besonders Vollmond in Erdnähe bringen im Herbst schwere Stürme und stärkere Regenfälle.  Nach den Professoren Freybe und Lamprecht soll der Neumond in Erdnähe häufig Trockenheit, der Vollmond in Erdnähe aber viel Regen bringen.

Jedenfalls können diese Ausführungen zum weiteren Beobachten und Nachdenken Veranlassung geben und der behauptete Einfluß des Mondes auf die Witterung wird nicht gut in Abrede gestellt werden können.

Rudolf Fischer




Mond und Wetter

Schon jahrzehntelang dauert der Streit um den Einfluß des Mondes auf das Wetter.  Trotz der "geradezu ungeheuren Aufklärungsarbeit, welche die Meteorologen alljährlich leisten" (Schmauß im Jahrgang 1929 "Das Wetter") und der Behauptung Bartels (Berlin) im selben Jahrgang, "die landläufige Ansicht, daß der Mond das Wetter beeinflusse, ist wohl endgültig erledigt", ist "der bäuerliche Aberglaube" vom Mondeinfluß auf das Wetter jedoch immer noch nicht als solcher aus der Welt geschafft.  Denn auch namhafte Forscher, wie A. v. Humboldt, Prof. Falb, Prof. Freybe, v. Myrbach, Dr. Göschl und andere, können nicht umhin, dem Mond einen Witterungseinfluß zuzugestehen.  Und wenn Prof. Baur im "Reich" Nr. 17, 1942 behauptet, "daß der Mond keinen nennenswerten Einfluß auf das Wetter ausübt", so macht er doch immerhin das Zugeständnis, "daß die Niederschlagshäufigkeit bei Neu- und Vollmond in den bisher untersuchten Gebieten und Zeiträumen tatsächlich etwas gesteigert sei".

Und dieses "Etwas" war es gerade, was mich vor 13 Jahren schon veranlaßte, es an Hand meines seit 1917 für das Meteorologische Institut in Berlin zu Borod (Westerwald) geführten Tagebuchs der Regenstation zahlenmäßig zu erfassen.  Das Ergebnis war folgendes: An den mondbeeinflußten Tagen (je 5 Tage um Neu - und Vollmond) fielen 5,00 mm, an den übrigen 20 bzw. 21 Tagen im Durchschnitt nur 4,30 mm.  Jetzt nach 26 Beobachtungsjahren ergeben sich 4,88 minus 4,24 mm als das Baursche "Etwas".  Und so bestärigen diese Zahlen doch einwandfrei, daß der sogenannte "bäuerliche Aberglaube" nur auf langjähriger Beobachtung des mit der Natur verwachsenen Landvolkes beruht und nicht wegdisputiert werden kann.

Etwas anderes ist es mit der in Schlesien verbreiteten Meinung, daß der mitternachts heraufkommende Mond (das ist der stark abnehmende Mond des letzten Viertels, nicht etwa der Vollmond) die Gewitter bezwinge, d. h. zur Auflösung bringe oder vertreibe.  "Der Kaplan Richter wollte diesen Aberglauben widerlegen, mußte aber schließlich bestätigen, daß wohl bei Vollmond eine starke Häufung der Gewitter auftritt, beim letzten Viertel aber die Gewitterzahl rasch zurückgeht.  Richter sandte 1888 seine Ergebnisse zur weiteren Nachprüfung an den gefeierten Meteorologen Köppen, der sie ebenfalls bestätigen mußte.  Somit ist ein bedeutender Einfluß der Mondphase auf die Gewitterhäufigkeit als wissenschaftlich nachgewiesen zu erachten."  Soweit W. Evers im "Schl. z. Weltgeschehen", Jahrgang 1927, Heft 11, S. 375.  Auch H. Fischer bringt in seinem Buch "Aberglaube oder Volksweisheit" S. 217 dieselbe Angelegenheit in gleicher Weise zur Behandlung, nur daß er die Feder zu voll nimmt und hinzufügt: "Von diesem (dem abnehmenden Mond) redet der Bauer, nicht aber vom zunehmenden, der, wie jedes Landkind weiß (? d. V.) unter gegebenen Umständen von zahlreichen Gewittern begleitet zu sein pflegt."

Nach Aufstellung meiner Gewittertabelle, die für 48 Beobachtungsjahre 1279 Gewitter aufweist, unternahm ich den Versuch, die Sache nachzuprüfen.  Ich kam zu folgendem Ergebnis: Von den 1279 notierten Gewittern entfielen auf die Zeit nach Neumond bis Vollmond einschließlich des letzteren 640 Gewitter.  Auf die Zeit zwischen Vollmond und Neumond, den letzteren eingerechnet, kamen 639 Gewitter, also überhaupt kein Unterschied.  Aber etwas war auffallend.  Nämlich von den ersten 640 Gewittern waren 43 am eigentlichen Vollmondtermin verzeichnet, während von den letzteren 639 Gewittern aber 62 bei der Neumondphase stattfanden.
Um ganz einwandfreie Zahlen zu gewinnen, unterzog ich nun die Gewitter der 26 Jahre von 1917-1942 nach meinen Tagebüchern einer genauen Nachprüfung zwecks Vergleich mit den Feststellungen von Richter bzw. Köppen.  Hier ließ sich konstatieren, daß in den 26 Jahren von Neumond bis 1. Viertel, also bei zunehmendem Mond, 169 Gewitter stattgefunden hatten, während vom letzten Viertel bis Neumond 173 Gewitter zu zählen waren.  Um noch sicherer zu gehen, zählte ich die Gewitter der sogenannten mondbeeinflußten Tage und fand an den 5 Tagen um Neumond 140 Gewitter und um Vollmond in derselben Zeit ebenfalls 140 Gewitter, also nicht den geringsten Unterschied, aber auch wieder die überraschende Tatsache, daß auf Neumond selbst 32 und auf Vollmond 25 Gewitter festzustellen waren, also fast genau im Verhältnis von 3 zu 2 wie auch in den 48 Jahren (62 zu 43).  Nun liegt die Frage nahe: Wie stimmt dieser Nachweis von dem fehlenden Einfluß des abnehmenden Mondes mit der Annahme der schlesischen Bauern und ihrer Bestätigung durch Richter und Altmeister Köppen?  Vor 1888 hat doch der Mond wohl keine anderen Kräfte entfaltet wie in den letzten Jahrzehnten.

Was das obenerwähnte auffallende Verhältnis der Gewittertage von 3 zu 2 bei der Neu- und Vollmondphase betrifft, so dürfte sich diese Erscheinung daraus erklären, daß das elektro-magnetische Kraftfeld auf der der Sonne zugekehrten Seite der Erde, also bei Neumond von stärkerer Wirkung sein muß als auf der Rückseite bei Vollmond.
Wieder eine andere Sache ist es mit der Wolkenzerstreuung durch den Vollmond, die A. v. Humboldt in seinem Kosmos schon erwähnt, wenn er schreibt: Die Erscheinung der schnellen Wolkenzerstreuung durch den Vollmond wird von Sir John Herschel "als eine meteorologische Tatsache" betrachtet, "die", setzt er hinzu, "von Humboldts eigner Erfahrung und dem sehr allgemeinen Glauben spanischer Seefahrer in den amerikanischen Tropenmeeren bekräftigt sei".  Mir ist diese Erscheinung schon jahrelang aufgefallen, aber nicht nur bei Vollmond, sondern auch bei Neumond, wenn hier auch nicht so häufig.  Bei Nachprüfung meiner amtlichen Tagebücher fand ich zunächst, daß bei den 271 Neu- und ebenso vielen Vollmondterminen seit 1917 in 173 bzw. 165 Fällen vermehrte Niederschläge verzeichnet sind, daß aber bei 44 von 173 eigentlichen Neumondphasen ein Aussetzen oder doch Nachlassen der Niederschläge eintrat, dagegen bei Vollmond an 65 Phasentagen der entsprechenden 165 Terminen.  Das sind bei Neumond 25,6% und bei Vollmond 39,4% der Fälle - aber trotzdem ein Mehr an Niederschlagshöhe und sogar noch an Niederschlagstagen.

Zusammenfassend wäre also zu sagen, daß der Mond wohl die Niederschläge und zum Teil auch die Bewölkung tatsächlich beeinflußt, die Gewittertätigkeit aber nur insofern, daß bei Neumondphasen halbmal mehr Gewitter stattfinden als an Vollmondterminen.

E. Henrich


(Beide Zusatz-Aufsätze stammen aus der Quelle: "Mitteilungen des Hörbiger-Instituts", Band 2, Heft 11/14, S. 211-213, Jahrg. 1944 - Wien)