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Chemiker, Naturforscher und Schriftsteller Hanns Fischer


Das Licht der Welt erblickte Hanns Fischer am 23. Januar 1888, in dem Ort Carolath, Niederschlesien.

"Schon in dem jungen Menschen lebte eine unbezwingliche Sehnsucht nach den tiefsten Geheimnissen des Lebens, eine Sehnsucht, die ihre speisende Kraft aus dem mystischen, geistigen Boden seiner niederschlesischen Heimat bezog, der das Verständnis für alle Naturerscheinungen weckte und nährte.  Die Lehr- und Wanderjahre trieben Fischer von seinem Geburtsort Carolath über Grünberg nach Jena, wo er sich dem Studium der Chemie widmete und sich schließlich in Arnstadt in Thüringen als Assistent und Dozent betätigte.  Dann riefen ihn, der inzwischen auch in München die herzliche Förderung Dr. Georg Hirths erfahren hatte, verlockende Aufgaben nach Indien; und das Erlebnis dieses Landes, aus dem er kurz vor Ausbruch des Krieges (Ersten Weltkrieges) zurückkehrte, war von größter und nachhaltiger Bedeutung für den allem Naturgeschehen lebhaft aufgeschlossenen jungen Forscher.
Schon als Gymnasiast zeigte Fischer ein auffallendes Interesse für die alten Bauernregeln, eine Liebhaberei zunächst, die ihm später aber lebenspendende Quelle wurde zur Erschließung verschütteten Urglaubens und zur Wiederentdeckung bedeutsamer Volksweistümer. 
Im Weltkrieg dient Fischer dem Vaterland als Chemiker an der Westfront.
Nach Beendigung des gewaltigen Völkerringens gibt er seinen Brotberuf auf und geht als Siedler in die Heide." (1)

In dem Dorf, Müden an der Örtze, war Hanns Fischer sehr lange wohnhaft.

"Dort, im Stammland der mütterlichen Ahnen, in der Heimat des verehrten, ihm wesensverwandten niederdeutschen Dichters Hermann Löns, beginnt Fischer, in fast seherischer Voraussicht kommender Notwendigkeit, in hingebungsvollen Versuchen - in härtester Arbeit, in äußerster, vorbildlicher Bedürfnislosigkeit, einem gewaltigen, deutschen Problem auf den Leib zu rücken: dem Siedlungsgedanken und - der Ernährungsfrage. -
Dann fällt ihm ein Buch von Voigt in die Hand: "Eis - ein Weltenbaustoff".  Der sich daran anschließende, voll ehrlichsten Interesses geführte Briefwechsel mit Hanns Hörbiger wird sein Schicksal: er verschreibt sich den zukunftsträchtigen Erkenntnissen, die Hörbigers Welteislehre einer aufhorchenden Schar ernsthafter Jünger zu künden weiß.
Die Welteislehre - für viele, für die überwiegende Zahl der Zeitgenossen damals ein phantastisches Theoriengut, leidenschaftlich befehdet und mißachtet - für Fischer wurde sie zum Leben selbst." (1)



(Bildquelle: "Hanns Hörbiger - ein Schicksal" von H. W. Behm, 1930, v. Hase & Koehler Verlag-Leipzig)
Die Welteislehre wurde durch die Schriften von Hanns Fischer unters Volk gebracht.


"Im August 1922 begann es.

Hanns Fischer erzählte stundenlang begeistert von Hanns Hörbiger und der Welteislehre.  Möglichst viele Bücher sollten erscheinen, um die Lehre unter die Leute zu bringen.  Wir (Voigtländers Verlag-Leipzig) sagten zu - und gerieten in Verfolg der gefaßten Pläne in einen jahrelangen, sehr interessanten, zeitraubenden und äußerst unkaufmännischen Briefwechsel, der aufeinandergestellt nach Metern mißt. ......  Im Mai 1923 erscheinen bereits, als erstes volkstümliches Buch zum Problem der Welteislehre, Fischers "Rätsel der Tiefe".  Die zwei starken Auflagen sind fast verkauft.  Im Herbst des gleichen Jahres folgen seine "Weltwenden", die mit vier hohen Auflagen an der Spitze aller WEL-Bücher marschieren.  Kein Buch hat soviel wie dieses zur Verbreitung der Welteislehre beigetragen.  .....  Fischer drängte mich bald zur Herausgabe einer Zeitschrift, die im Herbst 1925 zu erscheinen begann.  Ihr Titel: "Schlüssel zum Weltgeschehen", verpflichtet.  Sie wurde Gegenstand vieler Mühe und Sorge des Verlages.  Auch die Herausgeber der Zeitschrift hatten es nicht leicht.  Zwischen der Forderung nach allgemeinverständlicher Fassung der Beiträge und dem Wunsche nach wissenschaftlicher Vertiefung war nicht immer der rechte Weg zu finden. ...." (2)

"In unzähligen Schriften und Büchern niedergelegte Beobachtungen, Erkenntnisse, Forschungen und Wiederentdeckungen uralten Weistums vermitteln ein blühend lebendiges, beglückendes Wissen um das 'allverbundene' menschliche Leben.  'Werdet wieder naturverbunden' - so lautet die beschwörend eindringliche Mahnung Fischers, die er selbst aufs treueste durch sein naturnahes Leben bekräftigt.  Die Idee des belebten, naturwissenschaftlichen Weltbildes, die Hörbiger predigte, und der sich Fischer verschrieb, deckte sich mit den Überlieferungen, die wir von dem Leben unserer Ahnen übernommen haben.  Was diese aus den mystischen Vorgängen der Natur herauslasen und in Regeln bannten, das erklärte die Welteislehre in ihren physikalischen Zusammenhängen und vermittelte damit die Gewißheit, daß unsere Ahnen das Weltgeschehen im Sinne der Glazialkosmogonie sahen, denn sie hatten bereits die Abhängigkeit des Lebens vom Kosmos erkannt.  Jahrtausendalte Kultbräuche - furchtzeugenden Aberglauben - dunkelste Mystik und schlichteste Bauernregeln entschleiert Fischer mit nimmermüder Hand und der Eindringlichkeit des nach Wahrheit ringenden Forschers als uralte Naturweistümer.  Und noch mehr wollte Fischer sagen und geben.  Den Städtern, denen nicht vergönnt ist, in einem unverfälschten und gewaltigen Lebensraum, wie ihn das Land darstellt, ihr Dasein zu verbringen, die eingepfercht die Steinkästen der Großstädte beleben, ihnen wollte er den Blick für das Wesentliche, für das 'Ganze' des Lebensablaufes wiederschenken, die Fähigkeit zu 'schauen', Naturvorgänge zu beobachten und zu verstehen.  Sein Rückweg zu den tiefsten Lebensgeheimnissen der Natur, die Fischer niemals als eigenen Besitz ängstlich zu hüten trachtete, sondern von denen Kunde zu geben sein heißestes Bemühen ist, gab ihm auch die Möglichkeit, die Entdeckungen Albert Bestgens zu werten, um deren Verständnis jener seit zwanzig Jahren vergeblich rang." (1)

Ende der 30iger Jahre des 20. Jahrhunderts lebte Hanns Fischer dann in Hechendorf am Pilsensee in Oberbayern.
Sein letztes Buch war "Das Antlitz der Stunde". 
Die letzte Aktivität von Hanns Fischer für die Welteislehre finden wir in einem Heft, Juni 1944, des Hoerbiger-Instituts, in dem Fischer als 2. Förderer des Instituts genannt wird. (3)
Hanns Fischer ist am 5. März 1947 in Hechendorf am Pilsensee verstorben und dort beerdigt worden. (4)

Die Werke von Hanns Fischer:
1. Billigstes Eigenheim; Wege zur Siedlung. Franckh'scher Verlag.
2. Die Wunder des Welteises. 3. Aufl. Gebr. Paetel Verlag, Berlin.
3. Die Schätze der Erde und Hörbigers Welteislehre. 3. Aufl. Koehler & Amelang, Leipzig.
4. Die Sintflut und Hörbigers Welteislehre. 6. Aufl. Koehler & Amelang, Leipzig (früher unter dem Titel: Weltwenden).
5. Der Mars und Hörbigers Welteislehre. 2. Aufl. Koehler & Amelang, Leipzig.
6. Der Rhythmus des kosmischen Lebens und Hörbigers Welteislehre. 2. Aufl. Koehler & Amelang, Leipzig.
7. Auf der Fährte des Schicksals. Jungborn-Verlag, Bad Harzburg.
8. In mondloser Zeit; auf den Spuren vormondlicher Kulturen. 2. Aufl. Jungborn-Verlag, Bad Harzburg.
9. Unser Dorf; kleine Reise durch Müden. Drei-Birken-Verlag, Celle.
10. R. H. Francé; Das Buch eines Lebens. R. Voigtländers Verlag, Leipzig.
11. Entstehung der Braunkohle. 2. Aufl. Koehler & Amelang, Leipzig.
12. Welteislehre, Urwissen, Wünschelrute und Entschiedene Schulreform. Karl Zwing, Verlag, Jena.
13. Das Vermächtnis jenseits der chinesischen Mauer. Haus Lhotzky-Verlag, München-Grünwald.
14. Die Rache des Inders. Erzählungen. Enßlin und Laiblin Verlag, Reutlingen.
15. Die Wünschelrute; Traktat über das magische Reis. Jos. C. Huber, Verlag, Dießen vor München.
16. Der Weg ins Unbetretene. Dr. Hermann Eschenhagen Verlag, Ohlau in Schlesien.
17. Der Herrgottwinkel, Betrachtung über seine geheimen Hintergründe. Dr. Hermann Eschenhagen Verlag, Ohlau in Schlesien.
18. Aberglaube oder Volksweisheit?
Dr. Hermann Eschenhagen Verlag, Ohlau in Schlesien.
19. Das kosmische Schicksal der Germanen. Dr. Hermann Eschenhagen Verlag, Breslau/Ohlau in Schlesien.
20. Das Antlitz der Stunde; Ein erlebtes Brevier.
Dr. Hermann Eschenhagen Verlag, Ohlau in Schlesien.


die WEL-Privatinstitutsleitung





Quellen:
(1) "Dem 50jährigen Hanns Fischer" von Olga Hayn-Hochstädter, "Zeitschrift für Welteislehre", Heft 1, S. 10-13, 1938, Verlag Dr. Hermann Eschenhagen, Breslau/Ohlau.
(2) "Acht Jahre WEL-Verleger" von Otto Voigtländer / Leipzig, "Schlüssel zumWeltgeschehen", Heft 11/12, S. 450-451, 1930, Voigtländers Verlag-Leipzig.
(3) "Mitteilungen des Hoerbiger-Instituts", Band 2, Heft 11/14, S. 216, Juni 1944, Verlag des Hoerbiger-Institut/Wien
(4) Wurde uns im Juli 2016 von Hanns Fischer's  Enkel freundlicherweise mitgeteilt.