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Zur Polarität der Sonnenflecken und deren Natur



"Wie erklärt die Welteislehre die neuesten Forschungen des Mount-Wilson-Observatoriums über die Magnetpoligkeit der Sonnenflecken?" (1)
Möglicherweise ist mit dieser Anfrage Bezug genommen auf den im "Sirius" vom März 1926 zu lesenden Aufsatz: "Gesetz von der Polarität der Sonnenflecken", welches Thema allerdings auch schon an mehreren anderen Stellen behandelt worden ist.
Sollte der Anfragende aber diesen Aufsatz nicht kennen, somit die Frage von anderer Seite angeregt worden sein, so bitte ich denselben nachträglich noch zu studieren, um dann die Frage vielleicht neu formulieren zu können.

Denn aus diesem Aufsatz geht hervor, daß von einem "Gesetz" vorläufig noch nicht die Rede sein sollte, daß vielmehr eine gewisse Gesetzlosigkeit herrscht und daß die wirkliche Magnetpoligkeit der Sonnenflecken noch sehr in Zweifel zu ziehen bleibt.
Genaueres wird die Welteislehre über solche vermeintliche Magnetpoligkeit der Sonnenflecken erst sagen können, wenn wir selbst in Mauer bei Wien an hochgelegener und stadtdunstfreier Stelle des Wienerwaldrandes unsere eigene, von WEL-kennenden Astronomen und Meteorologen geleitete Sonnen- und Wetterwarte haben werden, um u. a. endlich auch herauszufinden, was es mit dieser vermeintlichen Magnetpoligkeit eines Sonnenflecks eigentlich für eine Bewandtnis hat. -
Oder wenn Prof. Hale sich einmal versuchsweise auf den Standpunkt der WEL-Erklärung des Sonnenfleckes an sich stellen bzw. die WEL-Erklärung objektiv studieren wollte, würde er wahrscheinlich eine neue, leichter mitdenkbare Deutung jener spektrographischen Eigentümlichkeiten der Sonnenflecke finden, die ihn eine Magnetpoligkeit derselben anzunehmen verleiteten.

Nach unserer vorläufigen, auf technischer Erfahrung beruhenden Meinung könnte selbst eine Sonne aus ganz reinem Eisen schon bei zirka 770° C schon gar keine magnetischen Eigenschaften mehr aufweisen. (2)  Welche Magnetfähigkeit hätte man dann von einer mit über 6000° C weißglühenden Metallgas-Photosphäre von etwa 300 000 - 400 000 km Tiefe zu erwarten, wenngleich auch diese mit Eisenglutgas durchsetzt ist?  Noch weniger kann ein ungeheures Loch in diesem Metallgasozean (im WEL-Lichte ein Verdampfungs-Trichter) irgendwelchen Magnetismus aufweisen, um da von Magnetpoligkeit sprechen zu dürfen, wenngleich gewisse Erscheinungen an den Spektrallinien uns zur Annahme eines magnetischen Feldes verführen könnten, um so mehr, als ja der Erdmagnetismus auf zentrale Fleckenpassagen sofort mit Schwankungen und Verstärkungen seiner Elemente reagiert.  Diese letztere Tatsache dürfte es auch gewesen sein, die Prof. Hale dazu veranlaßt hat, zunächst das magnetische Feld der Sonnenflecke als gegeben zu betrachten und es dann aus den Spektrallinien auch zu beweisen zu suchen. 

Der Welteisforschung aber muß sich da aus dem Neptunismus der Sonnenflecke eine andere Lösung des Rätsels aufdrängen.  Man hat nämlich längst erkannt, daß man einer schnellen und dichten Strömung von hochgradig elektrisch geladenen Partikelchen (in unserem Falle also elektrisch geladener Wasserdampf und Eisstaub!) ähnliche elektromagnetisierende Eigenschaften zuerkennen muß wie dem elektrischen Strom in guten Leitern.  Der den Verdampfungstrichtern mit ungeheurer Geschwindigkeit enteilende Wasserdampf muß hochgradig elektrisch geladen sein, und zwar höchstwahrscheinlich positiv elektrisch, während der jedenfalls auch mitkommende Zersetzungswasserstoff negativ elektrisch geladen sein dürfte.  Es könnten sich da also elektrische Strömungsvorgänge abspielen, die einen derartigen Einfluß auf das Spektrum nehmen, daß Prof. Hale aus vorgenannten erdmagnetischen Gründen da ein elektromagnetisches Feld - mithin auch Magnetpoligkeit - anzunehmen sich genötigt sah.


Bildquelle und -text: Buch "Der Sterne Bahn und Wesen" von M. Valier, 1924)
Die Sonne mit Flecken, Fackeln, Glutgasausbrüchen und den Großwandelsternen im richtigen Maßstabe dargestellt.


Dabei können ähnliche schwere Trugschlüsse mit hineinspielen, wie beispielsweise bei der Beurteilung der Nebelspektra, aus welchen man erst auf Eigenglut der Weltennebel, später zumindest auf irgendein kaltes Eigenleuchten solcher Nebel schließen zu dürfen vermeinte, bis man endlich zu der von uns längst vertretenen Einsicht gekommen ist, daß diese "Nebel" (Eiskörper- und Feineisgewölke der Welteislehre!) auch im reflektierten Glutgaslichte der Nachbargestirne leuchten können.  Man hat also den aus der Nebularhypothese ursprünglich übernommenen Glutgaszustand (später Fluoreszenzzustand) als gegeben betrachtet, um diesen dann aus dem Spektrum der "Gasnebel" beweisen zu wollen.
Irgend etwas Ähnliches muß also auch bei dieser wechselnden "Magnetpoligkeit" der Sonnenflecken unterlaufen sein, so daß man schließlich auch eine elektromagnetische Strahlung der Sonnenflecke annehmen mußte, um die Reaktion des Erdmagnetismus auf die zentralen Fleckenpassagen annähernd mit erklären zu können.

Nun erfahren wir aus dem eingangs erwähnten "Sirius"-Artikel, daß die in hohen Breiten auftretenden Flecken der neuen Periode die entgegengesetzte "Polarität" der Flecken der niedrigen Breiten der eben veratmenden alten Fleckenperiode zeigen.  Dies muß den WEL-Kenner auf die Vermutung bringen, daß dieser vermeintliche Sonnenfleckenmagnetismus sowohl, als auch dessen wechselnde "Polarität" von der Verschiedenheit der Fleckengröße, von der davon abhängigen Strömungsgeschwindigkeit und Ladungsstärke des den Verdampfungstrichtern enteilenden positiv elektrischen Wasserdampfes und negativ elektrischen Wasserstoffes, sowie von dem abwechselnd gegenseitigen quantitativen Überwiegen dieser beiden Medien irgendwie abhängt.

Hier können wir nun mit unserem Neptunismus der gesamten Sonnentätigkeit einsetzen.  Es ist ja seit Spörers Fleckenstatistik bekannt, daß diese Flecke der in den niedrigen Sonnenbreiten veratmenden alten Fleckenperiode durchschnittlich größer, seltener und langlebiger sind als die häufigeren und kleineren Flecke der in höheren Sonnenbreiten einsetzenden neuen Fleckenperiode, was im Lichte der Welteislehre (Größensortierung im Eisschleiertrichter) ja auch ganz selbstverständlich erscheint.
Aus größeren Flecken (Verdampfungstrichter größeren Querschnitts und größerer Photosphärentiefe!) wird der zentrale Teil der Dampfsäule schneller entströmen als aus Trichtern kleineren Querschnittes.  Gleichwie in einem unter strömendem Druckwasser stehenden Rohre die längs der Rohrwand hineilenden Wasserteilchen wegen der Wandreibung langsamer fließen, als die in der Mitte des runden Wasserquerschnittes dahineilenden.  Dasselbe wissen wir ja auch von den Oberwasser-Gerinnen der Wasserradanlagen usw.
Aber auch der Prozentsatz des längs der Trichterwand emporstürmenden Zersetzungs-Wasserstoffs muß im engeren Trichter ein größerer sein, als im weiteren.  Ist dieser Wasserstoff beim Verlassen der Trichtermündung nun notwendig negativ - der unzersetzte Wasserdampf aber positiv elektrisch geladen, so ergibt sich uns aus dem wechselnden Überwiegen des reinen H und H2O wieder ein Fingerzeig zur Auffindung einer kosmisch-neptunischen Lösung des "Magnetismus"-Rätsels der Sonnenflecken.
Im engeren Verdampfungstrichter der zahlreichen kleineren Flecke der höheren Sonnenbreiten zu Beginn der neuen Fleckenperiode, wird sich die enteilende Dampfgarbe mit einem größeren Prozentsatz des negativ reibungs-elektrisch geladenen Wasserstoffs mantelartig umhüllen, als dies bei den selteneren größeren Flecken der niedrigeren Sonnenbreiten gegen Ende der alten verendeten Periode der Fall ist.
Es könnte sogar sein, daß solcherart bei den kleinen Flecken der höheren Breiten negative, bei den größeren Flecken der niedrigeren Breiten die positive Ladung des Gesamt-Koronastrahles überwiegt!  Das könnte vielleicht sogar die ausschlaggebende Ursache des Wechsels der vermeintlichen Magnetpoligkeit der Sonnenflecken sein, die Prof. Hale aus dem spektralen Befund herausliest.
Dazu kommt noch, daß ja auch die Tiefenlage des Verdampfungsherdes und der davon abhängige photosphärische Druck je nach Fleckengröße und Langlebigkeit sehr verschieden ist. - Der Verdampfungsherd der durchschnittlich größeren Flecke der niedrigen Sonnenbreiten der verendenden alten Periode muß notwendig in durchschnittlich größeren Photosphärentiefen schweben, also zufolge höheren photosphärischen Druckes auch durchschnittlich viel höhere Strömungsgeschwindigkeiten (viele Hunderte von km/s) aufweisen, als dies bei den zahlreichen kleineren Flecken der höheren Sonnenbreiten zu Beginn der neuen Fleckenperiode der Fall ist.


(Bildquelle und -text: Buch "Rätsel der Tiefe" von Hanns Fischer, 1923)
Die Entstehung eines durchschnittlichen Sonnenfleckes mit dem darin wurzelnden Koronastrahl durch die allmähliche Verdampfung des schaumschlackenumhüllten Restes eines in die Gluthülle der Sonne eingedrungenen Eiskörpers.  Es bedeutet Ph = Glutgashülle der Sonne (Photosphäre), DT = Dampftrichter.  Am Grunde des Verdampfungsherdes VH schwimmt, noch langsam niedersinkend, der schaumschlackenumhüllte Rest eines eingedrungenen Welteiskörpers.  Dieser ist, gut wärmegeschützt, im Schmelzen und Verdampfen begriffen und der Dampf entströmt den Poren des Schaumschlacken- bzw. Bimsstein-Gebildes.  Dieser hochdruckige und überhitzte Wasserdampf überwindet schließlich den hohen Druck der metallischen Glutgashülle und entweicht mit ungeheurer Geschwindigkeit.  Durch die riesige Reibung im Verdampfungstrichter DT, den immer neue aus dem Verdampfungsherd VH kommende Dampfmassen durchströmen, wird der Dampf elektrisch positiv aufgeladen.  Dort, wo der Dampftrichter mit der Glutgashülle der Sonne in Berührung kommt, findet eine Zersetzung des Dampfes statt.  Der Sauerstoff wird gebunden, und der Wasserstoff als solcher entweicht in den Weltenraum, dort jenen Widerstand vergrößernd, den die Himmelskörper auf ihren Bahnwegen verspüren.  Der Wasserdampf aber gefriert bald außerhalb der Sonne zu feinstem Eisstaub, der bei gegebener Richtung des Auspufftrichters auch die Erde erreicht, die obere Lufthülle mit Trübungen oder Zirruswolken aus Eisstaub schwängert, überdies die höchsten Luftschichten auseinanderbläst und auf diese Weise auf der Erdoberfläche ein barometrisches Unterdruckgebiet schafft.  Der von der Sonne abgeblasene Eisstaub leuchtet im Sonnenlicht als Koronastrahl; der Trichterschlund erscheint als dunkler Sonnenfleck.


Nun noch ein Wichtiges: Obwohl der aus größeren Tiefen des größeren Flecks der durchschnittlich niedrigeren Sonnenbreiten mit höherer Geschwindigkeit entströmende Wasserdampf auch höher erhitzt ist, kann in einer solchen Stromgabe der zentrale Teil des Strömungsquerschnitts früher, also auch in geringeren Höhen oberhalb der Trichtermündung schon zu Eisstaub gefrieren, als dies bei den kleineren Flecken zutrifft.
Wohl weiß ich, daß dies im Ohr des Reinphysikers im ersten Moment wie Wahnsinn klingen mag: "Gefrorener Wasserdampf in unmittelbarer Sonnennähe!" - Aber man bedenke doch die Wirkung der so ungeheuer schnellen Expansion - zunächst noch innerhalb des Ausströmtrichters - und gar erst beim Verlassen der Mündung desselben!
Die Dichte der Photosphäre ist in den obersten Schichten wohl noch viel höher, als die Grunddichte der irdischen Atmosphäre, dagegen ist die Dichte der Chromosphäre (fast reiner heißer Wasserstoff) nur ein kleiner Bruchteil unserer Grunddichte.  Also gleichsam ein Übergang aus der Druckluft eines Hochdruck-Kompressors in fast absolutes Vakuum.
Wenn sich da der Rechenstift der Welteisgegner anfangs auch sträuben mag wahre Ansätze zu machen, so wird mit der Zeit auch er sich beruhigen und sich allmählich bedächtiger und WEL-geneigter gebärden müssen.
Sollte es nicht gar möglich sein, daß bei sehr großen und sehr langlebigen, schönen, runden Verdampfungstrichtern der mittlere Teil des Dampfquerschnittes noch innerhalb der Trichtermündung zu Feineis gefriert?  Unsere tüchtigsten Dampftechniker werden diese Frage wohl erwägen können.
Vergeblich würde man da einwenden: Ja, aber die 6000° C der Sonnenoberfläche!  Da ist nebst der hohen Wärmekapazität des H2O zu bedenken, daß schon die Penumbra des geordneten runden Großflecks die enorme Abkühlung der Trichterwand kennzeichnet.  Denn längs der Trichterwand werden die Glutgase gekühlt, durch Reibung mit emporgerissen und oben an der Trichtermündung fließen diese abgekühlten Glutgasmassen radial auseinander, um zufolge ihres größeren spezifischen Gewichtes sofort wieder in die Tiefe zu sinken. (WEL-Erklärung der Penumbra!)
Aber schon der äußere Mantel der Dampfgarbe hat die Trichterwand gekühlt und ist somit der heißeste Teil der Garbe.  Aber die Querschnittsmitte der Garbe steht ja gleichsam im Schatten des Garbenmantels, und nur die gekühlte Trichterwand ist es, die da noch Wärme ins Innere der Dampfgarbe entsenden möchte, aber nicht kann, weil sie ja die Dampfgarbe durchstrahlen müßte.
Man hat sogar das Gefühl, daß diese nach innen gerichteten Wärmestrahlen der abgekühlten Trichterwand durch die ungeheure Strömungsgeschwindigkeit die Garbenmitte auch dann gar nicht erreichen könnten, wenn die Garbe für sie durchdringbar wäre, weil sie gleichsam nach außen abgebogen und mitgerissen werden.
Vergeblich wird man auch einwenden, daß der Dampf überhitzt, also für Wärme und Lichtstrahlen doch durchdringbar sein müßte.  Derselbe ist noch vor dem Verlassen der Trichtermündung auch am äußeren Garbenmantel, eben wegen der ungeheuer raschen Expansion, schon nicht mehr überhitzt, da wir ja anders den Koronastrahl, der in einem Fleck des Sonnenrandes wurzelt, nicht bis herein zum Sonnenrand sichtbar verfolgen könnten. 

Um den eingangs erwähnten Siriusartikel vom März 1926 besser zu verstehen, empfiehlt sich das Studium des zugehörigen Kapitels im Newcomb- Engelmann, 6. Aufl., Seite 285 f. und der Untertexte von Fig. 185 bis 190 in unserem Hauptwerke: Glazialkosmogonie.

Die Flecken treten oft paarweise auf oder in Gruppen.  Laut Welteislehre werden größere Eiskörperreste vor dem tangentialen Einschießen durch das Entgegenwirken von Fliehkraft und Sonnenschwere entzwei- oder auch in mehrere verschieden große Bruchstücke zerrissen. - Nach solchem Zerfall wird immer das größte Bruchstück vorauseilen, das kleinere oder die kleineren nacheilen; daher sind bei Fleckenpaaren oder Gruppen immer die größeren Flecken voraus und dauern länger, der kleinere oder die kleineren Flecke folgen nach und lösen sich je nach Kleinheit auch früher auf.  Im WEL-Licht alles selbstverständlich!
Die Eiskörperreste hüllen sich in Schaumschlackengebilde, und ein solches Schaumschlackengebilde sendet beim Niedersinken nach oben und seitwärts - Dampfstrahlen aus.  Diese Dampfentweichung wird selten ringsum gleich stark und genau radial erfolgen, sondern es wird meistens irgendeine tangentiale Ausström-Komponente überwiegen und nach der Art von Segners Rad eine Drehung des dampfspeienden Schlackengebildes einleiten, welche Drehung sich dann notwenig allmählich dem ganzen Verdampfungstrichter mitteilt.  Solche Wirbelbewegung des "Fleckes" ist also auch WEL-selbstverständlich.
Sinken zwei solche nicht ganz gleich große Schlackengebilde in gegenseitiger Nähe nieder, so wird der zuerst beginnende Wirbel den Nachbar nach Art eines Zahnradpaares zur entgegengesetzten Drehung veranlassen.  Also wieder eine WEL-Selbstverständlichkeit.
Ist ein großes niedersinkendes Schaumschlackengebilde ganz regelmäßig und isoliert, so daß keine interne Veranlassung zur Drehung vorliegt, so kann die Drehungseinleitung auch aus anderen äußeren Ursachen erfolgen.  Denn für den südlichen Fleck eilt links (äquatorseitig) die Strömung etwas vor und lädt zur Drehung im Uhrzeigersinn ein - beim nördlichen Fleck aber eilt rechts (wieder äquatorseitig) die Strömung vor und leitet eine Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn ein.  Also eine Gesetzmäßigkeit, die sich für sozusagen symmetrische Schlackengebilde im WEL-Lichte wieder von selbst ergibt. 
Dieses "Gesetz" kann aber durch die erwähnte interne Drehungsursache (tangentiale Ausström-Komponente) oder durch den Nachbarfleck gestört und ins Gegenteil verkehrt werden.  Nahe beieinander liegende Flecke werden daher aus vorerwähntem WEL-Grund meistens entgegengesetzte Drehrichtung zeigen.

Wir lesen bei Newcomb, daß Hale im Jahre 1908 beobachtet hat, daß ein Fleck eine Wasserstofflocke in sich hineingezogen hat.  Daraus zieht Hale den Fehlschluß, daß die wirbelnde Bewegung es war, welche die H-Flocke herangesaugt hat.  In Wahrheit ist dazu gar kein Wirbel nötig, sondern die große Radialgeschwindigkeit des entweichenden Dampfes übt eine ejektorartige Wirkung aus, reißt also die Chromosphärengase mit empor, so daß unten an der Photosphärenoberfläche von allen Seiten Gasersatz heranströmen muß.  Hierher gehört die im Siriusaufsatz erwähnte "Evershed-Wirkung", die ich in der Österr. Flugzeitschrift (1917) einmal gegen einen hartnäckigen Zweifler (Wilhelm Krebs) ausführlich behandelt habe.  Besitzt ein solcher Fleck aber auch eine zusätzliche Drehung, so wird auch das untere Heransaugen des Chromosphären-H spiralig erfolgen.

"Das Zeichen der vorherrschenden elektrischen Ladung in dem Fleckenwirbel kann noch nicht mit Sicherheit bestimmt werden" - so lesen wir bei Stöckl im "Sirius".  Wir sehen, man konstatiert eine elektrische Ladung, aber erst die Welteislehre sagt uns, daß der Entströmungsstrahl von Dampf und Wasserstoff reibungselektrisch geladen ist.  Die Beobachter aber meinen, daß der Gaswirbel elektrisch geladen ist, und daß auch diesem vermeintlich "elektrischen Wirbel" in der Wirbelachse eine Art von Magnet entstehen müsse.
Wir aber dürfen im Lichte der Welteislehre vermuten, daß bei größeren Flecken der entweichende Dampfstrahl überwiegt und derselbe positiv reibungselektrisch ist, und daß bei kleineren Flecken möglicherweise der Zersetzungs-H überwiegt und negativ reibungselektrisch ist.

"Wenn das Zeichen der elektrischen Ladung immer gleich bleibt, so müssen die Wirbel der vorangehenden und der nachfolgenden Flecken von zweipoligen Gruppen in entgegengesetzter Richtung kreisen", so lesen wir bei Stöckl weiter.  Wir sehen also, daß man aus der Wirbeldrehrichtung auch auf das Zeichen des vermeintlichen Magnetpoles schließt und umgekehrt.  Wir aber können Gründe beibringen, daß bei verschieden großen, verschieden alten und verschieden tiefen Verdampfungstrichtern verschiedene Zeichen der überwiegenden elektrischen Ladung des Ausström-Strahles möglich sind.  Und diese Verschiedenheit (plus/minus) der elektrischen Ladung legen sich die Sonnenphysiker als verschiedene Drehrichtungen eines Gaswirbels aus, und daraus wird auf Magnetpoligkeit von zweierlei Zeichen geschlossen.  Wahrscheinlich dürfte sich der irrige Gedankenkettenschluß so verhalten.

Wir aber können sagen: Ohne Wasserdampf des Verdampfungstrichters kann es bei einem (hypothetisch) rein-plutonischen Sonnenfleck der be- stehenden Theorien weder elektrische Ladung, noch Elektromagnetismus, noch Magnetpoligkeit geben, sondern es sind dies bloße Schlußfolgerungen aus irrigen Voraussetzungen bzw. aus WEL-Unkenntnis.

Es hat aber gar keinen Zweck, solche detaillierte WEL-Überlegungen den Sonnenphysikern heute schon zur Prüfung zu empfehlen, solange sie die neptunische WEL-Erklärung der gesamten Sonnentätigkeit sich nicht zu eigen machen.  Der Reinplutonismus des kosmischen "Nebular"-Geschehens hat sich schon zu tief in den Forschergehirnen eingenistet, als daß der allen Unbefangenen so selbstverständliche Neptunismus der Sonnentätigkeit auch nur vorübergehend diskutabel erscheinen sollte.
Ihr Festgelegtsein auf den kosmischen Reinplutonismus macht es ihnen ganz unmöglich, den kosmischen Neptunismus auch nur vorübergehend objektiv zu prüfen.  Sie sehen nichts, als Wahnsinn und Widersprüche in der Welteislehre, wo der unbefangene WEL-Kenner gerade die innere Widerspruchslosigkeit und lückenlose Kausalität der Gedankenfolge als das sicherste Kriterium der neuen Wahrheit empfindet.

Ing. Hanns Hörbiger

(Aufsatzquelle: "Schlüssel zum Weltgeschehen", S. 155-161, Heft 5, Jahrg. 1927, R. Voigtländers Verlag-Leipzig)




Anmerkung:
1) Diese Frage wurde von einem Leser des Schlüssels gestellt im Hinblick auf die Forschungen Prof. Hales über die Magnetpoligkeit der Sonnenflecken und wir haben Hörbiger gebeten, sich in Form eines Zeitschriftenaufsatzes dazu zu äußern. - Schriftleitung
2) Vgl. "Handbuch der Physik", Band XV. Magnetismus und elektromagnetisches Feld.  Kapitel über: Abhängigkeit der Magnetisierung von der Temperatur. (Verlag Jul. Springer, 1927.)