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Wie der Globalismus die Welt erobert


Das 19. Jahrhundert brachte neben dem Aufmarsch des Nationalstaatsgedankens auch die Erfüllung des Ausbreitungstriebes des Europäers.  Über Weltmeere und Erdteile hinweg hatte dieser Forschungs- und Eroberungswille den Europäer vorwärts getrieben, auf die höchsten Gebirge, zum Nord- und Südpol, in die heißesten Wüsten Afrikas und Asiens.  Sein Geist erfand Werkzeuge, die ihm das Bild des Weltalls vermittelten.  Nimmermüde tasteten Vernunftideen als Fühler in die geheimnisvollen Tiefen der Natur, um sich bei fortschreitender Erkenntnis ihnen feindliche Kräfte in Mächte zu verwandeln, die dem Menschen dienstbar wurden, endlich unsichtbare Wellen über den Erdball hinweg Gedanken vermittelten und sich der Mensch auf Flügeln in die Lüfte emporhob.  Welteroberung, das war neben organischer Abschließung die Sehnsucht der letzten fünfhundert Jahre europäischer Geschichte mehr als je zuvor gewesen.  Ein Volk nach dem anderen setzte sich in fernen Weltteilen fest, eine Faktorei, eine Kolonie nach der anderen entstand, bei fortschreitender Technik verknüpfte sich dieses Weltstaatensystem immer mehr: Ozeanriesen, Panzerflotten schützten diesen Besitz, sicherten, erweiterten ihn.  „Die wenig’ Bäume, nicht mein eigen, verderben mir den Weltbesitz“; dieses Wort des herrschenden hundertjährigen Faust war der Leitspruch, der am Ende des 19. Jahrhunderts seiner Vollendung entgegenreiste. 

Dieser Weltimperialismus hatte viele Formen: er war erfinderisch, militärisch, technisch, kapitalistisch tätig.  Diese Teile, die anfangs eng vereint am Werke waren, zersplitterten sich später immer mehr und mehr: Staatsmann und erobernder Kaufmann, Wissenschaftler und Schlachtenlenker traten fast ganz ohne Zusammenhang auf.  Und mitten der Organisation der Ausbeute entwickelte sich von Jahrhundert zu Jahrhundert immer mehr eine Form der teuflischen Weltunterjochung:
das Vermittlerwesen, die Börse.

In Amsterdam, in London und Paris entstanden jene Zellen heutiger Geld- und Weltherrschaft, die nicht handelnd teilnahmen am gewaltigen Schauspiel einer Welteroberung, sondern, diese ausnutzend, zu eigentlichen Befehlstellen der Weltpolitik wurden.  Nichts kennzeichnete mehr den offensichtlichen Verfall eines Weltalters, als daß die ehemaligen Entdecker, Eroberer, kurz die Europäer zurücktraten und dem Vermittler, dem Spekulanten und Börsianer Platz machten.  Der Weg ging vom Einzeleroberer über den zusammenrafften dynastischen Machtstaat zur plutokratischen Parlamentsdemokratie.  An die Stelle des politischen und religiösen Machtgedankens trat die Anbetung der Ware, des Handels – vor allem des freien Handels und der wirtschaftlichen Spekulation.

Wie der einzelne Mensch eine seinem Wesen eigentlich fremde Handlung gern „weltanschaulich“ verteidigen möchte, so tat dies auch ganz Europa, als 1789 in Paris ein morsch gewordenes Staatsgefüge zerschlagen wurde.  Im Namen der Freiheit, der Brüderlichkeit und der Humanität wurde das goldene Kalb zum Gott erhoben, und im Zeichen der Demokratie, d.h. der „Volksherrschaft“ begann eine nie dagewesene Ausbeutung der Kräfte Europas.  Das rohe Zeitalter der Maschine – vor dem der ahnende Goethe sich fürchtete, weil es „kommen und treffen“ werde – brach herein.  Dieses Zeitalter schuf die Großstadt, die Fabrikzwingburgen.  Ein durch ein unheilvolles Geschick verdammtes Geschlecht fronte unter der Erde in Kohlenschächten, in schmutzigen Winkeln der Städte. Des Lichts und der Luft beraubt, wuchsen der Natur entfremdete Geschlechter heran.  Sie spürten keinen Sinn und sahen kein Ziel in ihrer Arbeit, sie verstanden nichts vom Wesen des Erzeugnisses, das vom Werk geliefert wurde, an dem sie jahraus jahrein nur ein und dasselbe Stück gedreht hatten.  Sie begriffen ihre Arbeit nur als ein mechanisches Tun, das ihnen ihr bisschen Leben sicherte.  Das ursprünglich gesunde Verbinden von Ursache und Wirkung, von Urteilen über Zweck- und Unzweckmäßigkeit einer Maßnahme, wie sie der naturverwachsene Bauer und Handwerker übte, verkümmerte immer mehr.

Aus dieser Stimmung entstand eine im tiefsten Innern berechtigte dumpfe Empörung gegen das Schicksal, der Kampf einer um ihr Lebensrecht betrogenen Schicht der Gesellschaft, die wenig oder nichts zu verlieren hatte.

Es war ganz natürlich, daß gerade in der dumpfen gärenden Masse überspannte „Weltideen“ Wurzel fassen konnten.

Eine Erkenntnis, die nicht über den allernächsten Wirkungskreis hinausgeht, überspringt mit Leichtigkeit alle Zwischenglieder und ist bereit, an ein fernes Ziel zu glauben, möge dieses nur erreichbar oder nur ein glänzendes Irrlicht sein.  Und wie ein den Hafenstädten der Welt einst dem berauschten Matrosen flitternde Zimmer der Freudenhäuser als Königsburgen erschienen, und ein Traum ihn als Herr zeigte über Kaiserreiche, so entstand vor den Augen eines suchenden Millionenheeres von Arbeitern der Gedanke des internationalen Kommunismus.  Eine Masse, die den Wert der Persönlichkeit nicht ahnen konnte, ließ sich mit dem „Ideal“ einer entpersönlichten Welt beschenken und wusste nicht, daß dies nur ein glitzernder leerer Spuk war.
Es bedeutete eine Tragik sondergleichen, daß um die Mitte des 19. Jahrhunderts den ringenden Arbeiterheeren nicht ein großer Künder erwuchs, der mit allen Fasern in seinem Volkstum wurzelnd, durch seine Persönlichkeit Vergangenheit und Gegenwart verbunden hätte, um Millionen eine Weltanschauung für die Zukunft zu schenken.  Aber an die Stelle eines solchen Künders rückte ein unbegreifliches Schicksal: Marx und Lassalle.  Die Gelegenheit, der berechtigten, den Kampf ums nackte Dasein ringenden Arbeiterbewegung einen religiösen Gehalt zu geben, war verpasst.  Der romantische Sozialismus eines Weitling wurde nicht vertieft, sondern zum plutokratischen Marxismus umgefälscht.

Was Marx’ fanatisierende Persönlichkeit brachte, war im wesentlichen dieselbe Weltanschauung, der gerade jene huldigten, gegen die sich der Kampf der Arbeiter richtete oder hätte richten müssen: die Herren in den Banken und auf der Börse, so mancher industrielle Emporkömmling.

Dies lässt sich im Fall von Marx in einer Rede, die er am 9. Januar 1849 hielt klar belegen:
„Der Freihandel verbessert die Lage der Arbeiter nicht, sondern er verschlimmert dieselbe.  Verläßt sich der Arbeiter auf die Argumente der Nationalökonomie, so wird er finden, daß der Franken in seiner Tasche zusammengeschmolzen ist und ihm nur noch 5 Sous bleiben.  Im allgemeinen ist das Schutzzollsystem konservativ, während das Freihandelsystem zerstörend wirkt.  Es zersetzt die früheren Nationalitäten und treibt den Gegensatz zwischen Proletariat und Bourgeoisie auf die Spitze.  Mit einem Worte: Das System der Handelsfreiheit beschleunigt die soziale Revolution.  Und nur in diesem revolutionären Sinne, meine Herren, stimme ich für den Freihandel.“

Und Friedrich Engels setzte im Mai 1890 noch eines drauf, als er in der Wiener Arbeiterzeitung folgendes schrieb: „Die Sozialdemokratie muß für eine flotte Entwicklung des Kapitalismus sorgen, weil sie dadurch indirekt ihre Ziele fördert.  Deshalb sind in feudalen Ländern die Börsenherren durchaus notwendig, um durch Kapitalanhäufung den Zersetzungsprozeß der Gesellschaft zu beschleunigen."

Anstatt den Arbeiter mit einer neuen Idee zu begnaden, stahl Marx die „Weltanschauung“ des praktischen Materialisten.  Anstatt dem Geknechteten ein religiöses, befreiendes Ideal zu predigen, warf er ihm einen platten darwinistischen, öden Weltanschauungskitsch vor die Füße.  Anstatt ihm als Ziel eine wirkliche Heimat und die Erringung einer Volkskultur hinzustellen, löste er ihn innerlich noch mehr vom Boden seiner Väter, lehrte ihn die Geschichte seines Volkes hassen und an eine nebelhafte „Internationale“ glauben.

Die internationale Idee fordert notgedrungen eine leitende Spitze für alle Fragen.  Politisch benennt sich dieses Ideal Weltrepublik oder „Eine Welt“, wirtschaftlich Weltbank oder Globalismus, kulturpolitisch äußert es sich z.B. in dem Esperanto, im wurzellosen internationalen Futurismus, in dem modernen „Klang“ unserer Großstädte.

Doch diese Gedanken waren viel älter und wurden bereits im Jahre 1841 ausgesprochen!

Jene Gedanken stammten von Moses Heß (Vater des modernen Sozialismus), der 1812 in Bonn als Sohn eines rheinischen Industriellen geboren wurde. 
„Nach unruhigen Wanderjahren gab Heß 1837 `Die Heilige Geschichte der Menschheit` heraus, in der er sich mit der Forderung der Überwindung des historischen Rechts dem Kommunismus nähert.  1841 folgte `Die Europäische Triarchie`, eine Philosophie der Politik, deren praktisches Ziel `Die Vereinigten Staaten von Europa` sind. 1841 gründete Heß mit linkshegelianischen Radikalen die `Rheinische Zeitung` bei der er Redakteur und später Pariser Korrespondent war.

Und auch Trotzki vertrat die Sicht „Einer Welt“:

Die „Vereinigten Staaten Europas als Grundlage für die Vereinigten Staaten der Welt“ bezeichnete Trotzki als Ziel in Krieg und Revolution. (1922)

Da nun heute der praktizierende Marxismus und Kommunismus offiziell tot sind, außer noch in China oder Kuba, vertritt die nun "demokratische" Weltanschauung dieselben Gedanken.

Daraus könnte man nun schlussfolgern: die „weltanschaulichen“ Grundlagen der "Demokratie" und des Marxismus sind also die gleichen.

Im Januar 1922 stand Walther Rathenau (SPD) als „Vertreter des internationalen Finanzgeistes“ vor den Konferenzteilnehmern in Cannes.  Er sagte am Schlusse seiner langen Reparationsrede: „Der Weg, auf den man sich begeben will, erscheint mir richtig: ein internationales Syndikat, und zwar ein Privatsyndikat.“ (Berliner Tageblatt, 1922, Nr.27)

Mitten in dieser Entwicklung und ihrer totalen weltbeherrschenden Vollendung stehen wir heute.  Aber nicht seit wenigen Jahren gehen wir diesem heißersehnten Ziele internationaler Finanzpolitik entgegen, sondern bereits der 1.Weltkrieg war eines der Mittel, diese Entwicklung zur wirtschaftlichen Versklavung aller Völker zu beschleunigen. 

Bekannt ist auch ein anderes Wort desselben Rathenau, wonach die Zeit gekommen sei, da die Kaiser und Könige ihre Stellung an die Finanzherren abzutreten hätten.  Dieses Wort wurde 1912 geschrieben, also zwei Jahre vor Ausbruch des 1. Weltkriegs.
„Der Krieg ist ein riesenhaftes Geschäftsunternehmen, wobei nicht das Heldentum der Soldaten, sondern die Geschäftsorganisation das Schönste ist, und Amerika ist stolz auf die günstige Geschäftslage, die es erlebt.“  So triumphierte der Amerikaner Isaak Markussohn 1917 auf einem Fest zu Rotterdam („Times“ 3. März 1917)

In London geboten schon lange – gleichwie in Paris und Wien – die Rothschilds.
Das Geschäftsprinzip des Hauses Rothschild ist es von jeher gewesen, nie einen großen Börsenschlag zu tun, ohne nicht vorher alle Mitglieder des Hauses geeint zu haben.  Das heißt: es wurde eine Familienpolitik getrieben über die Interessen der Staaten hinweg. Das war schon ein „internationales Privatsyndikat“.  Hinzu kam noch, daß die Rothschilds ihre Töchter an europäische Adels- und Fürstengeschlechter verheirateten und dadurch Titel und noch mehr Einfluß erwarben.
Aus einem Börsianer wurde ein heimlicher Adelsbankier, der in allen Zentren der Welt herrschte und bis heute herrscht.

Die heutigen demokratischen Regierungen sind die Folge von Wahlen.  Die Wahlen werden in erster Linie durch die Presse beeinflusst.  Die Presse ist in der Hand reicher Aktionäre.
Vom Wirtschaftssystem abhängig, wenn nicht geradezu von diesem vorgeschoben, sind offensichtlich auch die Parlamentarier vieler Parteien unserer Demokratien. 
Ihre Herren sind mächtige „Geldsäcke“ und denen haben viele zu dienen.  Deshalb tun sie auch alles im Sinne eines „gut“ florierenden weltumspannenden Freihandels, auch als Kapitalismus oder Globalismus bekannt.  Ob ihr (der Parlamentarier) jeweiliges Handeln für ihre Völker (heute auch Untertanen) schlecht ist, interessiert sie nicht.  Sie sind nur dem Kapital gegenüber verpflichtet. Deshalb haben auch jene Demokratien nichts mit der „Herrschaft des Volkes“ gemein, sondern dienen der „Herrschaft des Kapitals“.

In den 20iger Jahren des 20. Jahrhunderts schrieb der ehemalige Staatssekretär Dernburg anlässlich Rathenaus Ernennung zum „Aufbauminister“ im Berliner Tageblatt:
„Rathenau ist im besten Sinne international, weil er aus einem Weltgeschäft kommt, weil er im Lauf eines langen Lebens viele Freundschaften unter den vornehmsten Geschäftsleuten erworben hat, die doch letzten Endes die Geschicke der Völker bestimmen.“
(Emil Rathenau war Gründer der AEG, die nach dem ersten Weltkriege unter der Leitung von Felix Deutsch und Paul Mamroth stand.  Da sein Sohn Walter Rathenau weiterhin an der AEG beteiligt war, verfügte er über Dutzende von Millionen in der Schweiz und in der AEG über weit über eine Milliarde Mark.)

Das sind die berühmten „dreihundert, von denen jeder jeden kennt“.

Das Endziel einer Weltbank, eines Weltsyndikats, oder wie man auch ein über allen Staaten zusammengefasstes Finanzsystem nennen möge, war also unzweifelhaft das Ziel der Börsenherren von Paris, London, Berlin, Neuyork, usw.
Betrachtet man sich von diesem Standpunkt aus die Politik der Staaten vor, während und nach dem ersten Weltkrieg und später auch nach dem Zweiten Weltkrieg, so wird manches Unverständliche verständlich, manches vorher undurchsichtig Scheinende plötzlich sonnenklar.

Man nahm einst das Gravitationsgesetz als Theorie an und beobachtete den Lauf der Himmelskörper.  Der Gang eines Gestirns war auf Grund der bisherigen Beobachtungen nicht mehr erklärlich.  Man musste ein noch unsichtbares Kraftzentrum annehmen, bis das betreffende Gestirn in eine andere als auf Grund der bisherigen Berechnungen angenommene Bahn drängte.  Genaue Beobachtungen führten zur Entdeckung eines neuen Planeten.  Dieser stellte das bisher verborgen gebliebene Kraftzentrum dar.
So steht es auch mit der heutigen Weltpolitik.  Naiv setzen noch Millionen nur die Kräfte in ihre Rechnung ein, die ihnen von unseren journalistischen Astrologen als alleinige genannt werden.  Und nie stimmt diese Rechnung, wenn man auch noch so gelehrt die gesamte Geschichte zur Geburtshilfe tiefsinniger politischer Weissagungen herbeibemüht. 
Man spricht von „USA“, „Großbritannien“ usw. und vergisst oder verschweigt, daß weder die USA noch Großbritannien noch irgendein anderer Staat heute noch auf Grund ihrer geschichtlichen nationalen Einstellung allein zu beurteilen sind, sondern immer in Beziehung auf das Kraftzentrum der Hochfinanz und ihrer „demokratisch-marxistischen“ Gefolgschaft.

Es gibt heute auf der ganzen Welt eigentlich keinen Nationalstaat, weder außenpolitisch, noch innenpolitisch.  Die „vornehmsten Geschäftsleute“, die doch „letzten Endes die Geschicke der Völker bestimmen“, haben sich schon längst überall als Staat im Staat und zugleich als Staat über die Staaten konstituiert.  Sie können sich, wenn es zu ihrer Rechnung stimmt, das eine oder andere Mal sich mit den nationalen Interessen einzelner Staaten oder Staatengruppen scheinbar gleichsetzen und die größten Patrioten spielen, sind aber heute schon viel zu stark, um diese ihre Rechnung den nationalen Erfordernissen der Völker, die sie einst gastlich z.B. als Großkonzerne aufgenommen haben, zum Opfer zu bringen.  Ihre Macht innerhalb eines jeden Staates wirkt sich natürlich sofort auch außenpolitisch aus; die Hochfinanz übt ihrerseits einen außenpolitischen Druck aus, wenn die innere Politik eines Staates dem herrschenden Finanz- und Globalismusgeist gefährlich zu werden droht.

Heute befindet sich fast das gesamte Gold der Welt in den USA.  Vor 80 Jahren waren es bereits zwei Drittel des gesamten Goldes der Welt.   In den Tresors der Wallstreet liegt das Edelmetall umgemünzte Blut von Millionen toten Menschen.
Das ist das Ergebnis der vielen Kriege, aus denen nur immer die Hochfinanz als Sieger hervorging.
Im Erdboden versunken sind ganze Dörfer, ganze Städte, sogar ganze Länder.  Vernichtet und von giftigen Granaten durchgraben sind viele Städte und Länder.  Herrlichste Denkmäler alteuropäischer Kultur und anderer alter Kulturen sind unwiederbringlich dahin.  Ein unnennbares Elend ging durch Hunderte von Millionen.  Aber frei ist kein Volk geworden!
Weder die Verratenen noch die Besiegten., weder die Sieger noch deren Trabanten hatten den Krieg gewonnen.  Sie alle sind schon vor Beginn des Kampfes schmählich betrogen worden und werden weiterhin betrogen, obgleich erst heute einigen wenigen die Augen aufzugehen beginnen.
Die gesamte Weltpresse, die vor den Kriegen und Konflikten schon bestehende Zwistigkeiten innerhalb verschiedener Staaten- und Volksgruppen großzuziehen bemüht war und bis heute ist, solche schuf, oder, wenn es im Plane lag, eine nationale Rüstung nach Möglichkeit verhinderte, tut auch heute ihr Möglichstes, um die Erkenntnis des großen Weltbetruges hintanzuhalten, im Schoße der Völker selbst den Klassenkampfgedanken anzufachen, oder die Augen von sich auf außenpolitische Feinde abzulenken.  Und das gängigste Ablenkungsmittel um innenpolitische Themen zu „vertuschen“ ist u.a. Fußball und andere sportliche Ereignisse.
Gefährlich werdende Gegner aber versucht man zu „kaufen“ und dadurch unschädlich zu machen.

Diese heute fast ausschließliche Herrschaft des Geldes war schon lange vor dem ersten Weltkriege gesichert.

Die Parlamentswahlen in vielen westlichen Demokratien wurden von den Großbanken bezahlt, die Presse wurde in einen dem Weltkapitalismus genehmen Sinne geleitet, und hinter den sich bekämpfenden Soldaten der verschiedenen Parteien bildeten deren Führer letzen Endes doch nur das Offizierskorps der Börsenkriegsführung selbst da, wo die nationalen Interessen der verschiedenen Völker scheinbar mitgefördert wurden.

Es ist andererseits falsch, wenn manche erklären: gäbe es keine Hochfinanz, so wäre der Frieden gesichert.  So einfach liegen die Dinge selbstverständlich nicht.  Kriege hat es gegeben und wird es auch wieder geben, ohne daß die Hochfinanz in ihrem Interesse dazu aufzustacheln braucht.  Aber eines sollte allen klar werden: daß Völker zwar um ihre Freiheit und ihr Daseinsrecht kämpfen können und kämpfen sollen, wobei jedoch endlich der seit langem bestehende Zustand beseitigt werden muß, daß sie sich gegenseitig zugunsten ein und desselben lachenden Dritten erschlagen.  Ungeachtet späterer möglicher Auseinandersetzungen zwischen Völkern müssen allmählich die Führenden einsehen, daß wir alle samt und sonders zunächst einen gemeinsamen Feind besitzen: die internationale Hochfinanz und ihre politische Zuhälterschaft, wie sie sich in gewissen Berufsparlamentariern und gewissen Journalisten verkörpert.

Die „Internationale der Arbeiter“ war ein Ideal, hinter dem sich Millionen scharten, und allgemein wurde von dieser auch der erste Weltkrieg als eine Vorstufe für die ersehnte Weltbeherrschung betrachtet.  So schrieb Trotzki kurz nach dem Ausbruch des ersten Weltkrieges in seiner Schrift „Krieg und Internationale“:
„Der Krieg von 1914 bedeutet die Zertrümmerung des nationalen Staates als eines selbständigen Wirtschaftsgebildes.“  Es handle sich, so heißt es ferner, „um die Schaffung eines weit mächtigeren und widerstandsfähigeren Vaterlandes – der republikanischen Vereinigten Staaten Europas als Fundament der Vereinigten Staaten der Welt“. 

Die Führer der Internationale waren sich über das Ziel ihrer zerstörenden Tätigkeit also vollkommen im klaren.  
Sie hatten auch von ihrem Standpunkt aus recht, wenn sie die „nationalen Pfahlbürger“ in ihrem marxistischen Lager als Verräter bezeichneten.  In den Augen eines jeden wahren Bolschewisten und Internationalisten bedeutet der Nationalgedanke ein Verbrechen an seiner „Idee“.
Sehr deutlich kam diese Anschauung in einer Rede des Reichstagsabgeordneten Arthur Crispien (SPD) zum Ausdruck, die dieser am 11. Januar 1922 auf einem Parteitag hielt.  Er sagte: „Wir kennen kein Vaterland, das Deutschland heißt.“

Die international geleitete Weltrepublik war ferner das ausgesprochene Ziel der freimaurerischen Geheimbünde, selbst wenn so mancher von ihnen nationalchauvinistisch schien und sich die Leitung des angestrebten Weltstaates anders dachte als die Bruderorganisation im Nachbarlande. 1889 fand in Paris die Jahrhundertfeier der französischen Revolution statt.  Auf ihr sprach Br. Frankolin vom Grand Orient und erklärte, daß für alle Reiche, die noch kein 1789 gehabt hätten, dieser Tag noch kommen müsse: „Dieser Tag ist nicht mehr fern.  Das ist der Tag, den wir ersehnen.  Dann werden alle Großlogen und Groß-Oriente der ganzen Erde sich in einer Weltverbrüderung zusammenfinden.  Das ist das glanzvolle Zukunftsideal, das uns vorschwebt.“  Der allstaatliche Freimaurerkongreß 1900 legte erneut den Grundgedanken dieser politischen Weltorganisation fest.  Der damalige Präsident desselben, Bourceret, schloß seine Rede mit den Worten: „Der Ruf: ‚Es lebe die Weltrepublik!’ wird bald kein platonischer mehr sein.“  Genau so sprachen die anderen Redner.

Es würde zu weit führen, hier auf das einzelne näher einzugehen.  Tatsache ist, daß diese Freimaurerkongresse der Willensausdruck all jener, heute die Weltpolitik bestimmender Kräfte waren und sind.

Dank immer neuer Anleihen und Steuern und auswärtiger Schulden sind alle Nationen tributpflichtig geworden gegenüber privaten Finanzkonzernen und Syndikaten.  Diese alle Völker knechtende Finanzherrschaft ist die beschämendste, aber nicht zu bestreitende wichtigste Tatsache der Weltpolitik geworden.  Diese von sich zu schütteln und jeder Nation wieder ihre wahre Freiheit zu geben, bedeutet das Wesen der heutigen Auseinandersetzung.

Diese Auseinandersetzung spielt sich heute schon auf allen Gebieten ab.  Sie zeigt uns eine instinktive „Kampfansage“ (denn viele Menschen erkennen, daß sie im jetzigen System nur die Verlierer sind und lehnen sich deshalb immer mehr dagegen auf) gegen die Welt- und Staatsanschauung, die mit dem Jahre 1789 das Licht der Welt erblickte.

Die Durchsetzung der Idee eines Europas der souveränen Völker oder die Welt der souveränen Völker ist der Sieg eines gesunden nationalen Volksbewusstseins und eines Staatsgedankens über internationale Wirtschaftsinteressen und eine internationale Finanzdiktatur einzelner.
Erst daraus ergibt sich das wirkliche Streben nach sozialer Gerechtigkeit.  Denn diese kann nur von dem Staate geschaffen und durchgesetzt werden, der Herr ist und nicht Diener; der ferner begriffen hat, daß die Arbeitskraft des eigenen Volkes und der Lebenswille nur durch soziale Gerechtigkeit gesichert und erhalten werden kann.  Und nicht indem man z.B. deutsche Arbeitsplätze und Firmen ins Ausland verlegt und die Regierung dabei tatenlos zusieht oder diesen falschen Schritt auch noch befürwortet.

Weil es bis heute keinen wirklichen Nationalstaat gegeben hat, deshalb war und ist alles Gerede über Gerechtigkeit seitens vieler "demokratischer" Parlamentarier nichts als Lug und Betrug.  Denn die kapitalistische "Demokratie" kann nur vom Elend der Völker leben.  Sie erwuchs und wächst aus Spekulationen, Bestechung und Raubbau.
Aus dem internationalen Bankenstaat der Weltbörse gilt es, einen Staat nach dem anderen herauszulösen, bis jenes kranke Gebilde zusammenfällt, das an der Wurzel aller Völker sich ernährt.   Und mit dieser Erkenntnis müssen wir uns der Auseinandersetung stellen, damit wir, Europa und die ganze Welt nicht im Sumpf verfaulen, wie es mit so vielen Völkern  bereits in der Geschichte geschehen ist.

die WFG-Schriftleitung