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Warum Freimaurerfest statt Sommersonnenwende?


Gerade in den letzten Tagen (Juni 2006) fällt es auf, wie in verschiedenen Zeitungen von einem Johannisfest (24.6) und nicht von einem Sommersonnenwendefest (21/22.6) die Rede ist.
Man versucht gezielt, das Wort "Sommersonnenwende" und die Bedeutung darüber in der Versenkung verschwinden zu lassen.  Alles richtet sich nach dem Johannisfest, das wiederum ein Kirchen- und Freimaurerfest darstellt.

Die Sommersonnenwende ist für die Nordvölker Europas eines der heiligsten Feste im Jahr seit Urzeiten gewesen.
Im Germanen Magazin Nr.49 steht u.a. darüber:
"Auf der Nordhalbkugel beginnt mit der Sommersonnenwende am 21./22. Juni die Sonne ihre Bahnen schrittweise höher gegen den Nordhorizont zu verlagern, so werden die Tage ab diesem Datum kürzer.......
.....Die Sonnenwendfeier gilt heute vor allem als altgermanisches Volksfest, da sie in Mitteleuropa bis zur Neuzeit sehr beliebt war.  Neben den Germanen gelten auch die Kelten und Slawen als eifrige Sonnenwendfeierer....."

Später kommt die Kirche als Neue Weltordnung ins Spiel und versucht diesen "heidnischen Kult" zu unterdrücken.
"Im Laufe der Christianisierung Europas wurden die Kulte um die Sonnenwende von kirchlicher Seite bekämpft und verboten." (Germanen Magazin Nr.49)

Doch als dies nicht gelang, übernahm man den alten Brauch, verfälschte ihn und feierte ihn mit einem neuen Namen und zu einem neuen Zeitpunkt.
"Doch der Sonnenwendkult war im Bewußtsein der Menschen so stark verankert, daß man ihn nicht auslöschen konnte.
Deshalb drückte die Kirche der Sonnenwendfeier einen christlichen Stempel auf.  Ab dem 12./13. Jahrhundert wurde das Fest Johannis des Täufers auf die Sommersonnenwende gelegt und in das Johannisfest umbenannt.  Der mit der Sommersonnenwende verbundene Brauch des Sommerfeuers wurde zum Johannisfeuer." (Germanen Magazin Nr.49)

Doch die Kirche hatte nicht die Macht, alle Menschen in eine Richtung zu lenken; ihr Nachfolger wurde die Freimaurerei.
Diese nahm nun den Johannistag als höchsten Freimaurertag für sich in Anspruch.
"Der Gedenktag des Johannes des Täufers, der Johannistag, ist zugleich das Bundesfest der weltweiten Johannislogen der Freimaurerei, die an seinem Geburtstag in den sogenannten "Blauen" Logen häufig außerdem ein besonders festliches Ritual durchführen.  Johannes der Täufer war und ist heute noch der Schutzpatron der Bauhütten, speziell der Steinmetze."  (Wikipeda Lexikon)

Und weiter heißt es hierzu:
"1717 gilt als das offizielle Gründungsdatum der "modernen" Freimaurerei .  Seitdem feiern weltweit alle Freimaurer
den 24. Juni (Johannistag, vergleiche Johannismaurerei) als höchsten Feiertag." (Wikipeda Lexikon)

Dass der 24. Juni 1717 nicht das Gründungsdatum der Freimaurerei ist, bestätigen die Freimaurer selber.
Der Freimaurer Viktor Weber (Loge zum Schwarzen Bären in Hannover) erzählt im "Kurzen Abriß der Geschichte der Freimaurerei im Orient von Hannover" (1931), Seite 1:
"Daß die Freimaurerei in ihrer heutigen Form im wesentlichen auf den im Jahre 1717 vollzogenen Zusammenschluß der vier aus den alten Bauhütten der Werkmaurer in London hervorgegangenen Logen zurückzuführen ist, dürfte bekannt sein.  Hierbei muß jedoch der irrigen Auffassung entgegengetreten werden, daß der Johannistag des Jahres 1717 der Geburtstag der Freimaurerei überhaupt sei.  Der Zusammenschluß und die endgültige Umstellung auf die symbolische Maurerei muß vielmehr als eine Weiterentwicklung der schon seit Jahrhunderten, wenn auch früher zu anderen Zwecken vorhanden gewesenen maurerischen Logentätigkeit angesehen werden."

Doch warum ist der 24. Juni dann so wichtig?
Erstens, weil "....Wir erkennen jetzt die große Lehre des Johannisfestes: Einigkeit, Einigkeit in der deutschen Freimaurerei", so schrieb Bruder Paull aus Karlsruhe in einem Aufsatz, der in der Maurerischen Zeitschrift "Am Rauhen Stein", der Großen Loge von Preußen 1926, erschien.

Und zweitens, weil es der Gründungstag der Weltfreimaurerei war!
Dies bestätigt Dr. K. Lerich, der selber Freimaurer im 33. Grad war und schreibt folgendes dazu:
"Der idelle Unterbau und organisatorische Aufbau des "Tempels der Humanität", der heutigen Freimaurerei, sollte erst mit der am 24. Juni 1717 gestifteten ersten Großloge der Welt beginnen.  An seinem denkwürdigen Tag, dem Tag Johannis des Täufers, des dritten Jahres der Regierung Georgs II., fand in der Londoner Schenke "Goose and Gridiron" ("Zur Gans und zum Bratrost") eine feierliche Zusammenkunft der "freien und angenommenen" Maurer statt.  Vier Logen, die sich nach ihren Versammlungsorten "Zur Krone", "Zum Apfelbaum", "Zum großen Glas" und "Zur Traube" benannten, gründeten eine gemeinsame Oberbehörde, eine Großloge und wählten deren erstes Direktorium, das keinen Werkmaurer mehr in seinen Reihen sah.  Der Keim zur Weltfreimaurerei war gelegt worden!"  (Der Tempel der Freimaurer, 1938)

Dieses freimaurerische Johannisfest soll dem Volke "schmackhaft" gemacht werden, damit es noch mehr in freimaurerische Weltanschauung eingebunden wird und dieses in seiner "Unwissenheit" mitfeiert.
Doch setzen wir ein Zeichen und lassen uns nicht zum "Freimaurer ohne Schurz" erniedrigen, sondern feiern mit einem tiefen Bewußtsein unsere alten und wahren Volksbräuche weiterhin.


Übrigens als kleines Bonbon am Schluß: nur die niedrigen Freimaurergrade glauben an Johannes den Täufer als Grundstock der Freimaurerei.  In den höheren Graden weiß man es besser:
"Was soll uns Johannis? 
Nicht anderes, als uns seinen friedsamen Namen leihen, damit wir unsere Feinde überrumpeln."
("Freimaurer Zeitung", Leipzig, Jahrg. 1875, S.150)


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