Zurück

Öko-Motor: besser als die Industrie erlaubt

(Quelle: Zeitschrift DER3.WEG-Februar 1999, von Bernd Hercksen - www.bernd-hercksen.de)


Revolutionärer Elsbett-Motor im Clinch mit Energie-Lobby

Der Motorenkonstrukteur Dr.Ing. Ludwig Elsbett  kämpft um die Durchsetzung seiner Erfindung. Die Argumente sprechen für ihn. Aber reicht das?

Stellen wir uns vor, es gäbe einen umweltfreundlichen Motor, der kein CO² und SO² an die Umwelt abgibt, der den niedrigen Energieverbrauch aller PKW-Motoren hat und normales, ungiftiges Pflanzenöl verbraucht.  Würden nicht alle Autohersteller Schlange beim Erfinder stehen, würde nicht die Regierung dafür sorgen, daß sich diese umweltfreundliche Erfindung möglichst schnell durchsetzt?

Rätselhaftes Desinteresse

Den Motor gibt es, aber die Autohersteller zeigen dem Erfinder die kalte  Schulter, und die Regierung unterstützt nicht den Pflanzenölmotor,  sondern den Einsatz giftigen "Bio"-Diesel, der herkömmliche Motoren antreibt.  Der Erfinder heißt Ludwig Elsbett, er lebt und arbeitet mit seinen beiden Söhnen Günter und Klaus in dem von ihm gegründeten Elsbett-Institut in Talmässig in Bayern.
Auch wenn der große Durchbruch noch fehlt, Ludwig Elsbett verfolgt unbeirrbar die Weiterentwicklung einer revolutionären Idee.  Das ist nicht leicht, versuchen doch interessierte Kreise immer wieder, seine Erfindung totzuschweigen.
So bei der 1.ECO-Tour of Europe 1993, einer großen internationalen  Veranstaltung, um die neusten und sparsamsten Automobile im Praxistest gegeneinander  antreten zu lassen.  Veranstalter waren der deutsche und österreichische  Automobilclub.  Sieger war mit einem Verbrauch von 3,5Liter auf 100km  ein neun Jahre alter Mercedes 190, angetrieben von einem Elsbett-Motor.
Das 3-Liter-Auto gibt es also schon, und die Ursache liegt allein im neuartigen Motor, während der betagte Mercedes nicht gerade durch geringes Gewicht und niedrigen Luftwiderstand glänzt.  Käme beides hinzu, dann würde der Verbrauch sogar unter die 3-Liter-Marke sinken.
Leider erfuhr die Öffentlichkeit nichts von diesem Sieger.  Doch es kommt noch schlimmer: Weil der ADAC über den neuen Umweltkönig nicht berichtet hatte, durfte er auf der nächsten ECO-Tour erst gar nicht starten.  Unter Aufsicht der DEKRA startete der Elsbett-motor zu einer Parallelmeßfahrt.  
Auch hier kein Wort über den erneuten Sieger Elsbett-Motor.  Etwas  weniger verwunderlich wird diese Angelegenheit, wenn man erfährt, daß  dieser Energiesparwettbewerb von einem Mineralölkonzern gesponsert wurde  und wird.
Der freiwirtschaftlich vorgebildete Leser erkennt schon hier Parallelen zur  Natürlichen Wirtschaftsordnung, die ebenfalls von interessierten Kreisen  nicht gerade gefördert wird.  Doch zurück zum Elsbett-Motor.   Wie kommen solche sensationellen Ergebnisse zustande?


Das Erfolgsgeheimnis

Ludwig Elsbett, ein wahrer Karajan der Motorenkonstrukteure, begann seine Karriere 1937 bei den Junkers-Flugzeugwerken und entdeckte das Prinzip der Direkteinspritzung, das heute erst seinen Siegeszug in der Automobilindustrie antritt.  1959 holte die MAN den Erfinder zu sich, der bald darauf das bisher übliche Verfahren der Wandanspritzung durch das revolutionäre "Hochleistungs-Mittenkugel" Verfahren ersetzte.
Dabei kreist der Kraftstoff im Mittelpunkt des Brennraumes, bis er verdampft  ist, während außen kalte Luft als Isolationsschicht kreist.  Nach der Zündung dringt daher kaum Abwärme nach außen, auf  Wasserkühlung, Wasserpumpen, Kühlrippen und Zylinderkopfdichtungen  kann verzichtet werden.
Dieser "natürliche Verbrennungsmotor" nach den Gesetzen der Strömungsmechanik funktioniert so gut, daß auch roh ausgepreßtes Pflanzenöl als Treibstoff verwendet werden kann.  Das Prinzip lautet also: Nicht der Treibstoff muß sich an den Motor anpassen, sondern der Motor paßt sich an den natürlichen Treibstoff an.
Das klingt zu einfach für die Umweltbürokratie, die lieber "neuen Wein in alte Schläuche gießen" will, sprich: umweltfreundlichen Kraftstoff an veraltete Motoren anpassen will.  Das Pflanzenöl muß dazu in einem komplizierten und energieintensiven Prozeß zum sog. "Bio"-Diesel "veredelt" werden, das in herkömmlichen Verbrennungsmotoren verbrannt werden kann.  
Das Geld des Steuerzahlers spielt keine Rolle, wenn es darum geht, den Preis  des teuren Biodiesels so weit herunter zu subventionieren, bis er billiger  ist als das kaltgepreßte Pflanzenöl, z.B. von Raps.  Nachdem  die Versteuerungsbetriebe alles Pflanzenöl aufgekauft und so die Preise  in die Höhe getrieben hatten, war es leicht, den Elsbett-Motor als "unwirtschaftlich"  zu verdammen.  Und das, obwohl er mit 30-40% weniger Kraftstoff auskommt  als der "Biodiesel-Motor".


Kein Treibhaus-Effekt

Nachwachsende Rohstoffe als Kraftstoff können im Elsbett-Motor aber  noch mehr; sie setzen im Gegensatz zu fossilen Verbrennungsmotoren kein zusätzlichen  Kohlendioxid frei, sie verhindern also den gefürchteten Treibhaus-Effekt.   Zuvor haben die Rapspflanzen der Luft genau soviel CO² entzogen, wie  der Motor bei der Verbrennung wieder freisetzt.  Es entsteht ein geschlossener  CO²-Kreislauf.
Verbrennungsmotoren sind weltweit die größten Verursacher von Kohlendioxid.  Elsbett-Motoren, weltweit eingesetzt, könnten den Treibhaus-Effekt wirkungsvoll verringern.
Das gilt nicht nur für Automotoren, sondern auch für die neue, umweltfreundliche Form von Kraftwerken, Heizkraftwerk oder der Wärme-Kraft-Kopplung genannt, bei der "Wärmeabfall" der Stromkraftwerke für Heizwärme verwendet wird, anstatt Flüsse oder die Umgebung aufzuheizen.  Beim Einsatz eines Elsbett-Motors beträgt der Wirkungsgrad im Heizungskraftwerk 90%, bei einem traditionellen Großkraftwerk zur Stromerzeugung nur 34%.
Elsbett rechnet vor: Ein Braunkohle-Kraftwerk kostet 6 Milliarden DM, dafür könnten
24.000 dezentrale Blockheizkraftwerke gebaut werden, in denen Strom und Wärme für die umliegenden Häuserblocks produziert wird - insgesamt 10,8Giga-Watt, ein vielfaches des Braunkohlekraftwerks, 12.000 Arbeitsplätze würden dabei entstehen.
Wir Freiwirte wissen, warum der Staat das Falsche tut und fossile Großkraftwerke fördert: Er muß möglichst viel Kapital in die Wirtschaft zurückholen, das durch das Zinseszinsprinzip immer schneller anwächst.  Deshalb sind alle kapitalintensiven Milliardengräber für die Zwischenlagerung von Steuergeldern willkommen, ob sie nun Magnetschwebebahn, Rhein-Main-Donau-Kanal, Jäger-90 oder Braunkohlekraftwerk heißen.
Wie bei der Freiwirtschaft könnte man auch beim Elsbett-Motor ins Schwärmen kommen, wenn man sich die zusätzlichen Folgen seines weltweiten Einsatzes ausmalt: Schluß mit der Verschmutzung der Meere und der Umwelt aus defekten Öltankern und Pipelines - normales Pflanzenöl wird gleich wieder von der Umwelt abgebaut.
Ein anderer Vorteil wäre die riesige Nachfrage nach Pflanzenöl, sie würde vielen Bauern bei uns und in der Dritten Welt ein zusätzliches Einkommen verschaffen.
Wünschen wir der Familie Elsbett und den Mitarbeitern des Elsbett-Instituts, daß sich endlich die Vernunft durchsetzt.  Eine wichtige Voraussetzung ist dafür die Erkenntnis der Zusammenhänge.

Unser Kommentar:   Wir wissen, daß dieser Bericht schon zwei Jahre alt ist, aber wir sind der Meinung,  er ist immer noch so aktuell, wie vom ersten Tag an, als dieser geschrieben  wurde.
Es ist an der Zeit, daß die Evolution der Menschheit endlich voranschreitet.  Dies muß mit einem neuen Bewußtsein und Erfindungsgeist beginnen.   

die WFG-Schriftleitung