Zurück


Symbolische Naturwahrzeichen zerbrechen


Es war der 25. Februar 2005.
Ein schicksalsreicher Tag, von den wenigsten Menschen in Deutschland beachtet.
Was war geschehen?
Genau an diesem Tag stürzten die berühmten 20 Meter hohen "Wissower Klinken", die Hauptzinnen der Rügener Kreideformation in die Tiefe.
Sie waren das Wahrzeichen von Rügen, wenn nicht sogar des gesamten deutschen Ostens.
Schon seit zwei Jahren hatten Kenner der Kreideküste große Sorgen, da Risse sich dort gebildet hatten.
Experten vermuteten daraufhin die Lebensdauer der "Wissower Klinken" auf höchstens 10 Jahre vorauszusagen.

Wissower Klinken
(Bildquelle: Berliner Morgenpost)
"Wissower Klinken" davor und danach


Die Berliner Morgenpost schrieb dazu:
"Bei dem Abbruch wurden rund 50 000 Kubikmeter Kreide in die Ostsee gerissen.
Wo einst die Zinnen markant Richtung Himmel strebten, sind jetzt nur noch zwei Stümpfe zu sehen.  Die abgebrochenen Reste wird das Wasser in wenigen Tagen weggespült haben.  Vor wenigen Tagen waren an der Stelle schon ein Mal 1000 Kubikmeter Kreide in die Tiefe gestürzt."
Seit Tausenden von Jahren trotzten diese Hauptzinnen jeglicher Erosion.  Nun, über Nacht kam das Ende.

Dieses dramatische Szenario erinnert einen (der es weiß) an den Sturz des "Finger Gottes" in Südwestafrika, heute Namibia.
Am 4.12.1989, ungefähr drei Monate vor der Unabhängigkeit von Namibia, brach und stürzte der "Finger Gottes" durch einen Windsturm, ab.  Auch dies geschah über Nacht.   Nur noch ein Stumpf ist vorhanden.
Die Mehrzahl der eingeborenen Bevölkerung sah darin ein sehr negatives Zeichen (Omen) für die Zukunft des Landes.
Auch der "Finger Gottes" widerstand über Jahrtausende jeglichem Sturm.

Finger Gottes
Der "Finger Gottes" vor dem Sturm. 

Finger-Gottes Stumpf
Der Stumpf des "Finger Gottes" erinnert einen unwillkürlich an die "Wissower Klinken" - Stümpfe.


In diesen herausragenden Naturformationen steckte die geistige Kraft des Landes und seiner Einwohner.
So stark wie des Volkes Seele war, so symbolisierten es diese Naturwahrzeichen sichtbar für alle Menschheit im Außen.
Doch wenn des Volkes Seele stirbt, bekommen auch die Naturwahrzeichen Risse.  Und wenn die Seele sich auflöst, so löst sich auch jene mystische und geistige Kraft, die in den Naturwahrzeichen vorhanden war und diese zusammenhielt, auf.  Und plötzlich über Nacht fallen diese Naturformationen in sich zusammen. 
Einst ragten diese, wie die "Wissower Klinken" und der "Finger Gottes", stolz in den Himmel - symbolisch für seine Einwohner.  Doch nun sind nur noch Stümpfe (bildlich als Volk dargestellt) vorhanden.
..."und die abgebrochenen Reste wird das Wasser in wenigen Tagen weggespült haben"..... 

Wie im Innen, so im Außen.
Welches völkisch-seelische Naturwahrzeichen wird als nächstes umstürzen?  Die "lange Anna" auf Helgoland?
Die Extern-Steine?

Werden wir alle dann auch so lapidarisch darüber hinweggehen und nur mit den Achseln zucken?
Was einmal verloren ist, kommt nicht wieder zurück....





Und der symbolische Zerfall geht weiter:

Wieder bricht ein Stück der Steilküste ab
Lohme - Auf Rügen ist wieder ein Stück der Steilküste abgebrochen.
Bei Lohme im Norden der Ostseeinsel stürzte ein 100 mal 200 Meter großes Stück aus Geröllsteinen, Erde und Bäumen 20 Meter tief.  Ein Diakonieheim für 40 Suchtkranke wurde geräumt.  Keine zwei Meter vor dem Heim klafft jetzt eine tiefe Schlucht.  Die Gesteins- und Erdmassen verschütteten auch Teile des gerade fertiggestellten Hafens.  Erst im Februar hatten herabstürzende Geröllmassen bei Göhren eine Berlinerin getötet.  Kurz zurvor waren die Wissower Klinken abgebrochen.
(Quelle: Hamburger Abendblatt vom 21.3.2005)


Und die Zeitung "die Welt" fügt hinzu:
"Es war bereits der dritte Küstenabbruch seit Ende Februar auf Deutschlands größter Insel und nach Einschätzungen von Experten einer der größten Abbrüche seit Jahrzehnten."






Symbolischer Zerfall auch auf den Kanarischen Inseln

Tropensturm "Delta" beschädigt "Finger Gottes"
Galdar. SDA/baz. Der Tropensturm "Delta" hat auf Gran Canaria auch die Touristenattraktion "Der Finger Gottes" beschädigt.
"Dedo de Dios" wurde ein 30 Meter hoher Basaltfelsen genannt, der in Puerto de las Nieves wie ein gespreizter Finger vor der Küste aus dem Meer ragte.  Die Wucht des Sturms brach ein etwa 20 Meter grosses Stück heraus.

Dedo de Dios
So sah einstmal der "Finger Gottes" aus.  Dieser hatte eine Ähnlichkeit mit dem in Namibia.


Das Naturmonument ziert nicht nur unzählige Postkarten und Urlauberfotos, es war auch ein Wahrzeichen der Kanaren.  "ich kann es nicht glauben, es ist einfach zerbrochen", beklagte Bürgermeister Antonio Calcines schockiert.  Vielen Einwohnern standen die Tränen in den Augen.
(Quelle: Basler Zeitung vom 29.11.05)