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Flüchtlingsspuren aus Urzeiten



Flüchtlingsspuren

Immer ist der Mensch, oft ahnungslos, ein Flüchtling gewesen!
Nicht so sehr vor den Lanzen, Schleudern, den Kugeln, Schrapnells, dem Gas und der Erbarmungslosigkeit eines übermächtigen feindlichen Heeres als vielmehr ein Flüchtling vor dem Ungeheuer Notwendigkeit.

Wurden etwa die Äcker taub, reiften die Früchte nicht mehr, so "beschloß" er, der unwirtlich gewordenen Heimat den Rücken zu kehren, um in jenes Land der Hoffnung zu ziehen, das Tausende ansteuerten, auf dessen sonnige Küste dennoch kein Sterblicher je den Fuß setzte und das Traum und Sehnsucht blieb: Schlaraffenland.
Denn schon auf dem Wege dorthin gab es Hemmungen, einen brückenlosen, reißenden Strom, einen Sturm, ein lockendes Gesicht, einen Blumenhang, irgendeinen trauten Ton, den der Wind heranwehte - und schon stand der "Entschluß" fest, Anker zu werfen; denn hier war gut sein.

Nicht lange darauf, es mochten einige Jahrzehntausende hingegangen sein, bekamen die Brunnen salziges Wasser, oder das Gras der Viehweiden wurde hart und armselig.  Da beschloß der Mensch von neuem, nun endgiltig den Kurs auf das Land seiner Sehnsucht zu nehmen.  Hoffnung war sein Wanderstab.

Da überfiel ihn in einer hügeligen Parklandschaft ein schweres Wetter, er mußte rasten.  Und da das Wetter anhielt, war er gezwungen, sich einzurichten, um bei erster Gelegenheit die Wanderschaft fortzusetzen.  Als aber eines Morgens die Sonne lachte, die Auen taufrisch und leuchtend vor ihm lagen blieb er; denn der Weg war weit, und es schien tunlich, Kräfte zu sammeln.  Die kleine Rast währte nur fünf oder acht oder neun Jahrtausende, man hatte sich langsam eingelebt, man hatte sogar heimatliche Beziehungen angeknüpft und bedauerte aufrichtig, daß die Sturmfluten jetzt so oft die Fluren mit salzigem Wasser tränkten und zu einer Gefahr für Gut und Leben wurden.  Aber wozu hatte man seine besseren Einsichten!  Das Ränzel wurde also wieder einmal geschnürt; denn es war gar kein Zweifel, es gab fruchtbarere, es gab freundlichere Gebiete.  Man machte sich auf den Weg.  Man wanderte.  Man rastete.  Man wanderte.  In bunter Folge: Flucht vor der Unwirtlichkeit und nährende Rast.
Durch die Jahrhunderte, die Jahrtausende, durch die Jahrzehntausende - es war das Los des Lebens, unbewußt Flüchtling zu sein, während eitle Selbstüberhebung den Menschen glauben machte, er folge nur seiner besseren Einsicht.

War es nicht so, als vor Jahrmillionen der Bewohner der südamerikanischen Pampas vor dem Meere fliehen mußte, unbewußt fliehen, Schritt vor Schritt, bis er den Weg von der heutigen Ostküste hinzu den fast fünftausend Kilometer fernen Anden zurückgelegt hatte, bis zu deren Fuß, da wo heute noch die unbekanntesten Gebiete der Erde schlummern?  Immer ein Flüchtling vor der steigenden Gürtelhochflut.  Aber seine Spur ist verwischt von endlosem Urwald und überlagert von Mondschlamm, den die Sintflut als Löß im mittleren Südamerika absetzte.

Auf halbem Weg zwischen der südamerikanischen Ostspitze und den Anden, im Gebiet des oberen Orinoko, fand Humboldt jene seltsamen Felsbilder, jene in steile Felswände eingemeißelten Grotten und Sitze, in deren Nähe sich oft Wassermarken aus jener Zeit fanden, von der die Indianer berichteten, wie von einer selbstverständlichen und geschichtlichen Tatsache, wenn sie der Überlieferung Erwähnung taten, alle diese Zeichen und Grotten seien angebracht worden, damals als ihre Vorväter hier oben im Kanu fuhren.
Dieses Gebiet liegt heute über 2500 Meter hoch.  Leider ist bis zur Gegenwart von der Forschung viel zu wenig Gewicht auf die Feststellung der Spuren amerikanischer urzeitlicher Völkerwanderungen gelegt worden, obwohl, wie mir der ehemalige Direktor des Römermuseums in Hildesheim berichtete, die Anden von Süden nach Norden "voll solcher frühzeitlicher Leistungen" seien.  Eine nähere Aufhellung ist durch den Tod dieses verdienstvollen Forschers vereitelt worden. -

Hatten also die Urbewohner Südamerikas in vorsintflutlicher Zeit einmal die Anden erreicht, so trieb sie die steigende See im Laufe der Jahrtausende, ohne daß sie sich dieses Anstieges bewußt wurden, immer höher hinauf.
Aus fast grenzenlos weiter Tiefebene zusammengeströmt, fanden sie sich hier nun auf engem Raume zusammengedrängt und genötigt, den überaus kargen Boden zu nützen.  Sahen sich gezwungen, an den Hängen (unseren Weingärten ähnliche) Terrassenbauten aufzuführen, um die geringe Menge vorhandener Fruchterde der Landwirtschaft nutzbar zu erhalten.
Noch heute sind diese Terrassenanlagen vorhanden, wenn auch zerfallen und an Zahl und Größe in keinem Verhältnis zu der jetzigen spärlichen Bevölkerung.  Dazu befinden sie sich in jetzt ganz unwirtlichen Höhen, hinauf bis an die Schneegrenze, so daß der Verdacht besteht, es schlummerten noch unbekannte unter der ewigen weißen Decke.



(Bildquelle: Freies Bild)
Macchu Picchu in Südamerika.  Auf der rechten Seite des Bildes die Terrassenbauten zu erkennen.


Übereinstimmend mit diesen südamerikanischen Zeugen vorsintflutlicher Zeit findet man auch im Hochlande von Abessinien Terrassen und Höhlenbauten.  Es handelt sich um den Habesch, einen massigen Bergklotz, der wie eine trutzige Feste aus der flachen Umgebung aufragt und so der, Managascha genannten Gegend ihr Gepräge gibt.



(Bildquelle/-text: "Schlüssel zum Weltgeschehen", Heft 8/9, 7. Jahrg., 1931)
Die Wohngebiete der Erde zur Zeit des Großen Wassers der Indianer-Vorväter (zweite, sintflutnahe Gürtelhochflut der Tertiärzeit).  Die schwarz gehaltenen
Gebiete - man beachte die schmalen afrikanischen und die kleinen tropischen Sundainseln - sind für Menschen bewohnbar.  Die beschrafften Gebiete sind wahrscheinlich bewohnbar.  Tasmanien hängt mit Australien zusammen (in der Karte durch die Punktierung undeutlich!). 
Die weiß gehaltenen Gebiete sind vereist.  Wahrscheinlich steht auch die Panamaenge unter Wasser (nach Fischer).



Nun bedeutet Managascha aber "Heiliges Land", und bezeichnenderweise ist dieses Gebiet seit frühesten Zeiten Eigentum des abessinischen Papstes und der Priesterschaft.  Wahrscheinlich haben die halbchristlichen Priester der Gegenwart den Namen von ihren heidnischen Vorgängern übernommen.
Der Name "Heiliges Land" ist sehr wohl verständlich.  Denn während der Gürtelhochflut fanden die Überreste der abessinischen Bevölkerung hier ihre letzte Zuflucht, sie haben in der Höhlenstadt wahrscheinlich den Niederbruch des Mondes überlebt.  Darum war ihnen diese Rettungsinsel heilig, und der Name blieb ähnlich erhalten wie der der Zufluchtsstätte auf den Anden, die der Überlieferung nach als "Vereinigung der Nationen" bezeichnet wurde.

Neuerdings sind nun in Afrika weitere alte Terrassenbauten näher untersucht worden, leider ohne Rücksicht auf die Welteislehre, so daß ihre Einordnung hier nur über Mutmaßungen hinweg geschehen kann.
Immerhin ist das, was Leo Frobenius von seiner letzten südafrikanischen Reise über terrassierte Hügel und Kellerbauten berichtet ("Erythräa", Atlantisverlag, Berlin), wohl wert, geprüft zu werden, zumal er ausdrücklich betont, daß die Eingeborenen über sie eigentlich gar nichts auszusagen wissen - was um so merkwürdiger anmutet, als diese Gebiete sonst reich an uralten Überlieferungen sind.  Damit dürfte ein brauchbarer Anhalt für das außerordentliche Alter dieser Anlagen gegeben sein, das wir bei näherer Betrachtung bestätigt finden werden.
Die Steinsetzungen der Terrasseneinfassung haben etwa eine Höhe von 1,3 bis 1,6 Meter und grenzen Beete von 9 bis 11 Meter Breite ab.  Die Blöcke des Beet-Rahmens bestehen hier aus Quarz, dort aus Brauneisenstein, aus Granit, der vermutlich, wie Frobenius schreibt, durch starken Eisengehalt tiefbraun gefärbt ist.  Er bemerkt weiter, daß bei der Herstellung eine ungeheure Arbeit geleistet worden sein muß, weil da, wo in einem engen Tal ein terrassierter Hügel neben dem anderen steht, alles mit Felsblöcken übersät ist, die dann gespaltet Verwendung hätten finden sollen.  Vielfach ist das Erdreich zwischen den Steinsetzungen fortgespült, so daß die Rahmenmauern wie kleine Verteidigungswälle aussehen, die sie aber keinesfalls sein können.  Überall werden auch Bewässerungsanlagen festgestellt, kleine Kanäle, die von den höheren Gebieten sich bis tief in die Terrassen hineinziehen.  Trotzdem sind die Anlagen für die Feldfrüchte des Negers unbrauchbar, sie werden auch nie in Bearbeitung genommen.  Nur eine einzige Anbaumöglichkeit scheint in früheren Zeiten bestanden zu haben, nämlich der Anbau von Bergreis, da sich vereinzelte wilde Pflanzen dieser Gattung hier und da finden.  Ein Beweis ist das freilich nicht.  Jedenfalls handelt es sich nach Frobenius um eine unendlich kunstvolle Anlage, mit der die heutigen Eingeborenen weder etwas anfangen, noch über ihre einstige Bestimmung etwas aussagen können.

Untersucht man nun vom Standpunkt der Welteislehre aus das Forschungsergebnis näher, so eröffnen sich zwei Möglichkeiten der zeitlichen Einreihung.  Man könnte an die Zeit der voreilenden Flutberge denken, die sich eben zur Gürtelhochflut  vereinigen, um das südafrikanische Gebiet für Jahrhunderte bewohnbar zu machen.  Später aber mußten sich aus Mondumlauf und Erddrehung Zeiten ergeben, in denen diese Gebiete von Überflutungen immer mehr heimgesucht und die Bewohner gezwungen wurden, aus den Tälern auf die Höhen zu steigen (was auch für die südeuropäischen Wohnhöhlen festgestellt werden kann).  Notgedrungen mußten sie also ihre Landwirtschaft ähnlich ausgestalten wie die Inka-Vorväter und die Bewohner des abessinischen Heiligen Landes, die ja beide innerhalb der Zone der Gürtelhochflut hausten, während Südafrika jenseits des Südgestades lag.
So mögen die Alten hier gelebt haben, bis der Mondniederbruch kam, auf den vielleicht die Kellerbauten hinweisen (über die noch gesprochen werden soll).  Und entgingen sie auch der hier nur geringen kosmischen Beschüttung durch Mondbruchstücke, so mußten sie doch der Sintflut anheimfallen, deren Hinterlassenschaft - außer dem in jenen Gegenden gefundenen Löß - vielleicht die in engeren, Strudel erzeugenden Tälern ausgestreuten Felsblöcke sind, die hier über die Terrassen gelagert erscheinen.
Das wäre die eine Möglichkeit, die uralten Terrassenbauten zeitlich einzureihen.  Die andere drängt sich mit der Erinnerung an den Lunaeinfang und seine Flut auf - oder besser seine Beflutungen während der verschiedenen mißglückten Einfänge (denn die Welteislehre vertritt mit gutem Grund den Standpunkt, der Einfang jedes Mondes komme nicht durch ein einmaliges Annähern und Festhalten zustande; sondern erst nach verschiedenen Fehlversuchen gelingt die endgiltige Versklavung des herankommenden Planeten).
Nun besteht für Südafrika die Situation, daß seine Tiefländer sehr wohl den verschiedenen Mondfluten während der mißglückten Einfangversuche ausgesetzt waren.  Und es wäre wohl denkbar, daß die Bewohner sich genötigt sahen, die tieferen Täler zu verlassen oder doch wenigstens ihren Feldbau auf die Abhänge der Berge zu verlegen.  Eine solche Maßnahme kann deswegen nicht verwundern, weil wir heute wissen, daß jene afrikanischen Gebiete atlantische Kultur aufweisen und gerade auf Atlantis im Zusammenhang mit den hier in Frage kommenden Beflutungen Gegenmaßregeln durchgeführt worden sind, die in einem teilweisen Verlassen der Inselgebiete bestanden.  Überdies muß nach allem, was wir (vorwiegend durch Herman Wirth) wissen, die Himmelskunde zur damaligen Zeit in der Tat die königliche Wissenschaft gewesen sein, so daß die Gefahr sich folgender Einfangsbeflutungen sehr wohl vorausgesehen werden konnte.  Man wird also auch in den südafrikanischen Atlantiskolonien Kenntnis der Gefahr gehabt und vorgesorgt haben.
Auch die Sintfluterfahrungen der Vorväter mögen noch hinreichend lebendig gewesen sein, um hier als Anregungen zu dienen.  Dieser Schluß liegt um so näher, als für Südafrika ausdrücklich die Geschichte vom Bau eines Turmes - als einer künstlichen Rettungsinsel vor Wassergefahr - bezeugt ist.  Da nun die Eingeborenen davon berichten, daß dieser Turmbau im Südosten am Meere erfolgt sei, könnte man wohl eher an die Mondeinfangsfluten als an die Sintflut denken.
Vielleicht waren aber auch (durch atlantische Vermittlung) die Erlebnisse während des Mondniederbruches auf den Anden Anregung geworden, auch in Südafrika Kellerbauten aufzuführen als Vorsichtsmaßregel bei der mehrmaligen Näherung des späteren Mondes.
Auch das ist natürlich zunächst eine Vermutung.  Immerhin scheint sie die naheliegendste, sofern man von der Überzeugung der ungewöhnlichen Höhe atlantischer Ur-Hochkultur durchdrungen ist.

Was nämlich Frobenius beschreibt, läßt kaum einen anderen Schluß zu.  Die Kellerbauten befinden sich fast genau übereinstimmend in Gebieten, die auch terrassierte Hügel aufweisen, sie sind sogar vorwiegend eben in diese Hügel hineingebaut.
Es handelt sich um künstlich hergestellte Gruben, die nach der Talseite zu durch eine in weitem Bogen vorgeschuhte Kunstmauer ausgebuchtet und geschützt sind.  Diese Mauern weisen Stärken bis zu neun Meter auf.  Es entstehen so Gelasse, die vier bis acht, ja sechs bis zehn Meter im Durchmesser aufweisen.  Der Eingang zu diesen 2 bis 3,20 Meter tiefen Räumen erfolgt stets durch einen meist schneckenartig gebogenen, rampenartig abfallenden, 0,55 bis 1 Meter breiten Gang von der Höhenseite her.  Seine Wände sind meist sauber in Felsgestein aufgemauert und mit Felsplatten gedeckt, die nur eine kleine Lichtöffnung freilassen.  Von den Gelassen führt eine Wasserrinne durch die Bollwerksmauer nach der Talseite zu.



(Bildquelle/-text: "Schlüssel zum Weltgeschehen", Heft 8/9, 7. Jahrg., 1931, R. Voigtländers Verlag-Leipzig)
Grundriss und Schnitt zweier Kellerbauten (nach Frobenius: Wohngruben-Anlagen) aus dem Inyanga-Gebiet,
Südafrika (aus Leo Frobenius: Erythräa, Atlantis-Verlag, Berlin)



Irgendein Anhalt über die Eindeckung der Gelasse selbst konnte in keinem Falle gefunden werden, da sie heute ausnahmslos offen sind, alle Spuren einer Deckenkonstruktion fehlen.
Alle bisherigen Deutungsversuche über die Bestimmung dieser Gewölbe gehen fehl, wie Frobenius selbst nachweist, so daß er zu dem Ergebnis kommt, es handele sich - was bisher kein Kenner zu behaupten gewagt hatte - "natürlich" um Wohnungsanlagen.
So oft ich auch von dem Spürsinn dieses ungewöhnlichen Forschers überrascht worden bin, hier vermag ich ihm nicht zu folgen.  Denn wie sollte eine Landbau treibende Bevölkerung zu Wohnzwecken derart unbequem zugängliche Behausungen anlegen und dazu Mauern von ein bis zu neun Meter Stärke errichten!  Das sind Dinge, die einfach nicht zusammenstimmen wollen.
Glaubhafter scheint mir die Beziehung der Kellerbauten mit dem drohenden Mondeinfange.

Wiederholen wir: Es ist wahrscheinlich, daß die atlantische Kolonialverwaltung hinreichend Warnungen vor Flutgefahr und vor der Möglichkeit einer bruchstückweisen Angliederung des gefährlichen Planeten ergehen ließ und gleichzeitig zur Anlage von Terrassierungen und bombensicheren Kellern riet.  Vielleicht lagen hier auch atlantische Besatzungen, eine Annahme, die deswegen nicht ohne Grund sein mag, weil ja über die gewaltige Heeresstärke des Inselreiches Berichte vorliegen.
So entstanden die Terrassen und die Kellergewölbe.  Diese Zufluchtsstätten galt es nun bombensicher einzudecken.  Es liegt nahe, für diesen Zweck an Balken zu denken.
Hätte man diese jedoch sofort aufgebraucht und frei, oder mit Lehmschlag bedeckt, liegen lassen, so wäre ihre Haltbarkeit gefährdet worden.  Vielleicht wurden sie darum für die Stunde der Gefahr in besonderen Schutzhütten aufbewahrt, zumal die atlantischen Himmelskundigen rechtzeitig in der Lage waren, zu warnen.  Vielleicht aber, obwohl dies unwahrscheinlicher ist, waren die Anlagen gleichzeitig entstanden und sind nicht vollkommen fertiggestellt worden.  Diese Deutung aber dürfte keine Zustimmung finden, da es viel einleuchtender wäre, an eine Aufbewahrung des Deckengebälkes zu denken.  Ob es dann später anderweitig verwendet oder von der Mondeinfangsflut weggespült worden ist, kann ohne nähere Untersuchung nicht entschieden werden.  Jedenfalls handelt es sich auch hier um Flüchtlingsspuren des Lebens aus alter Zeit.  Bisher sind sie nicht lesbar gewesen oder als unbedeutende Reste einer gleichgültigen Vergangenheit übersehen worden.

Darum haben gerade wir die Pflicht, die Augen offen zu halten und zu versuchen, im Laufe der Zeit Mittel zu beschaffen, die es Kennern der Welteislehre ermöglichen, jene Gebiete zu bereisen, die uns nennenswerte Ausbeute versprechen.  Derartige Gebiete gibt es noch reichlich, und hier dürften Entdeckungen gemacht werden, die zweifellos weiteste Kreise fesseln und die Wissenschaft vor ungeahnte Aufgaben stellen werden.
So gibt es in Afrika ein Gebiet, das Schöpfungen der vorsintflutlichen Menschheit enthält, Schöpfungen, die geradezu zyklopische Ausmaße aufweisen.
Besonders aussichtsreich scheinen außerdem die bisher so gut wie unbekannten Hochgebirge Sumatras und vor allem Neu Guineas.  Man lese nur einmal in dem soeben erschienenen trefflichen Werke Hugo Zöllers: "Als Journalist und Forscher in Deutschlands großer Kolonialzeit" (Koehler und Amelang Verlag, Leipzig) die entsprechenden Kapitel über Neu Guinea nach, und man wird fühlen, was hier noch zu tun bleibt.  Aber wenn Zöllner meint, bisher habe nie eines Menschen Fuß diese unzugängliche, gigantische Bergwelt betreten, so glauben wir sagen zu können, daß dies doch zur Zeit der letzten Gürtelhochflut der Fall gewesen sein dürfte, und daß wir auch hier eines - vielleicht noch fernen - Tages Spuren des ewigen Flüchtlings entdecken werden.

Daß diese Erwartung, die ich schon früher einmal aussprach, zwar eine von denjenigen ist, von denen die Vorsichtigen schaudernd behaupten, sie seien nur Phantasien und wissenschaftlich in gar keiner Weise haltbar oder auch nur berechtigt, besagt nichts gegen ihre Fruchtbarkeit.  Und der sogenannte Zufall ließ denn auch im Frühjahr 1930 gerade in Neu Guinea, zum Teil vom Urwald überwuchert, eine uralte Steinkreis-Anlage entdecken, die grundsätzlich jener von Stonehenge entspricht - atlantisches Erbe, stumme Spur der Flüchtlinge, über deren Resten heute der Urwald rauscht.

Hanns Fischer


(Quellenauszug: "Schlüssel zum Weltgeschehen", Heft 8/9, 7. Jahrg., 1931, R. Voigtländers Verlag-Leipzig)