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Eiseinbettung und Versteinerungszeiten



Als um die Wende zum sechzehnten Jahrhundert der rührige Naturbeobachter Georg Agricola vorweltüberkommene Blätter, Knochen von Fischen und sonstigen Tieren durchmusterte, kam ihm ein gewiß nicht allzu merkwürdiger Gedanke.  Das Wasser müßte einen steinmachenden Saft (Succus lapidescens) mit sich führen, der Lebewesen in Stein verwandeln könne.  Hier wurde zum mindesten versucht über das Wesen der Versteinerungen Klarheit zu gewinnen, wollte man nicht gar nur mit Naturspielen werten oder wie das medizinische Kollegium in Gotha noch im Jahre 1696 fossile Elefantenknochen etwa für mineralische Gebilde aus Mergel halten.
Gewiß hat die Forschung der Folgezeit erheblich Klärung in diese Dinge gebracht, aber doch rankt um die engere Versteinerungsfrage heute noch genug des Rätselhaften.  Im Augenblick, da man sich immer wieder fragen muß, warum neuentdeckte Funde statt Bindegliedern weit erheblicher schon bekannte Formen zeigen, wird man zwingend folgerichtig zu Überlegungen gedrängt.  Fossilisation oder Einbettung würde mit zeitweilig kurz befristeter reichlicher Schichtung einhergehen und soweit diese Schichtung unterbleibt, würde auch allenthalben nichts aus der Kette des Lebens der Nachwelt erhalten bleiben.  Die brennende Frage gipfelte in dem Grund für eine solch reichlichere Schichtungsphase.  Eine Frage, die jetzt um eine Antwort nicht mehr verlegen zu sein scheint.

Da uns die zu einer echten Schichtung führenden Verhältnisse bereits bekanntgeworden sind (Mondeszeit und Erdkatastrophen), fällt es wirklich nicht mehr schwer, aus diesen Verhältnissen heraus eine haltbare Einbettung von Tier- und Pflanzenresten nur zeitweilig gewährleistet zu sehen.  Zeitweise deshalb, weil echte Schichtung nur in und um die stationäre Zeit herum und auch nur wieder unter Hinzutritt der Eiszeitkälte sich vollziehen kann.  Im Maße, wie ein mondbedingter Kataklysmus zur Stationärzeit festes Schichtgestein bildet, werden sich auch nur die in jenem zur Bildung des Gesteins herangeführten Schwemmaterial befindlichen Lebewesen oder Teile derselben gut konserviert erhalten können.  Und den Ausschlag für diese Konservierung gibt zunächst der Frost, der raschestens die täglich herangeschwemmten Sinkstoffmassen überfriert.  In den Ebbegebieten, bzw. den Randzonen der täglich nord- und südwärts pendelnden Flutberge gibt es nur Wechsel zwischen Brandungsfluten und absoluter Vereisung.  Hier liefert fast jede der Tagesbreitenflutung einen Schub von Baumaterial für die Erdrinde, das zusammenfriert und von der nächsten Überflutung als steinharter Boden nun aufs neue beschickt werden kann.  Hier vor allem sind gut konservierende Einbettungen von Leichen-, Weich- und Hartteilen zu erwarten, denn das vom Leben hier frosterstarrt selbst Feinheiten der Gestalt bewahren kann, wird am nächsten Tag durch eine neue frosterhärtende Schlamm- und Sandschicht zugedeckt. 
Das Hauptmaterial für den Versteinerungsforscher liefert somit stets ein breitenpendelnder Flutberg.  Der Agricolasche steinmachende Saft entpuppt sich als besondere Zustandsform des Wassers, als Eis, dessen speisende Quelle herangerauschtes Wasser des Flutbergs ist. 

Der Welteisfachmann, der durch Eis die säuberliche Trennung der Schichtlagen verursacht sieht, erblickt gerade in Versteinerungen Beweise hierfür. 
"Beim Spalten von Schiefer-, Ton- oder Sandstein- und Kalkplatten haben sich unzählige Abdrücke von eingebetteten organischen Körpern, von Fischen, Krebsen, Insekten u. dgl. gefunden.  Die Fische, obwohl plattgedrückt, zeigen jede Einzelheit der Schuppen, Flossen und des Skeletts.



(Bildquelle: Privatinstitut für Welteislehre, aufgenommen im Mammutmuseum Siegsdorf)
Ein Kugelzahnfisch mit Knackgebiss aus der Urzeit.


Insekten sind gefunden, in deren Flügelabdrücken auch nicht die kleinste Faser fehlt.  Kann man sich das, auch unter der Annahme der günstigsten Umstände, in Anlehnung an die Lyellsche Theorie wohl in der Weise erklären, daß man sagt, der langsam aufsteigende Meeresboden habe einen Fisch emporgetragen, der liegen blieb, bis er beim Wiederuntertauchen von neuem Schlamm bedeckt und so erhalten worden sei? 
Oder könnte sich wohl ein zartes Insekt oder sonstiges Getier kurz vor dem gänzlichen Erhärten des aufgestiegenen Meeresboden so auf ihm niedergelassen haben, daß es festkleben, mit hinuntergenommen und dort von Schlamm bedeckt und so erhalten werden konnte?  Wäre es denkbar, daß unter solchen Umständen die zartesten Teile durch irgendein Verfahren gegen Zersetzung hätten geschützt werden können? 
Selbst der etwaige Hinweis auf die sogenannten Moorleichen versagt, weil hier ganz andere Bedingungen in Frage kommen.  Wie aber erklärt die Welteislehre (Glacial-Kosmogonie) diese Abdrücke? 
Sie sagt: "Wenn ein Fisch, tot oder lebend, von der Welle in das Ebbegebiet getragen wurde, aus dem er sich nicht wieder entfernen konnte, oder wenn eine vom Sturm auf den noch feuchten Schlick niedergedrückte Libelle auf dem Schlamm liegenbleiben mußte, so brach über beide der Frost herein, der sie festmachte, und da ihre organischen Teile in kurzer Zeit auf Temperaturen weit unter 0 Grad abgekühlt wurden, war eine Verwesung ausgeschlossen.  In diesem Zustand wurden sie von der neuen und den darauffolgenden Schlammschichten zugedeckt und so von jedem Luftzutritt abgeschlossen.  In gefrorenem Zustande und fäulnissicher eingebettet, konnten sie die Jahrmillionen überdauern, und wenn uns heute nur ihre körperlosen Abdrücke vorliegen, so hat es den Grund darin, daß alles Organische ihres Körperbaues durch die trockene Destillation, der es später ausgesetzt wurde, verflüchtigt worden ist."
So deutet H. Voigt als kosmotechnisch wertender Ingenieur und bietet dem Biologen einen gewiß dankenswerten Ausblick an (1), der nicht nur für tierische, sondern auch für pflanzliche Reste von Bedeutung ist.



(Bildquelle: www.wfg-gk.de, aufgenommen im Museum Burg Golling, Österreich)
Waren diese Fische bereits tot oder lebten sie noch, als sie durch den Frost konserviert wurden?


Unwillkürlich besinnen wir uns auf jene vorweltlichen Tierfährten.  Gerade für ihr Zustandekommen scheint klirrkalter Frost Voraussetzung zu sein.
Schon formt sich im Geiste das Vorweltbild.  Den äußeren Randteil eines Großebbegebietes erfüllt nach Rückzug des Wassers eine gerade im frostlichen Erstarren begriffene schlammige oder sandige Tageslieferung.  Allerlei gestrandetes, allenthalben noch lebendes Getier wühlt und zappelt darin.  Doch nicht allzulange, denn der Einfrierungstod ist unabwendbar.
In der herrschenden Nahrungsnot einer Eiszeit dürfte es nun allerlei Großgetier gegeben haben, das sich zum Standräuber entwickeln mußte, sollte es nicht selbst zugrunde gehen.  Raubhaftes Tiergesindel genug wird demnach an ungefährdeten Stellen täglich den Rückzug der Flut abwarten und dann das schlammig-sandige Ebbegebiet nach gerade einfrierenden Seefischen, Würmern, Quallen, Polypen und sonstigem Getier absuchen.  Die Fußspuren solcher Strandräuber werden sich aber in dem noch etwas plastischen, schlammigen Sand eindrücken und durch den bald darauf eintretenden Frost in ihrer ursprünglichen, frischen, negativen Plastik erhärtend konserviert erhalten.  Die nächste Tageslieferung füllt diese tadellose Fährten-Gußform mit Schlamm aus, der in reinlicher Scheidung abermals erstarrt.  Möge nun später eine solche Schichtserie mit Tierfährten wie immer weiter gebogen, gefaltet, gestreckt oder gestaucht werden, so werden sich diese Fußabgüsse dennoch immer in reinlicher Scheidung weiter erhalten bis hinein in die Zeit endgültiger zementartiger Gesteinserhärtung.



(Bildquelle: Bild wurde uns von Dieter D. zur Verfügung gestellt.  Aufgenommen in Südwestafrika, südlich der Stadt Kalkfeld)
Nur durch augenblickliche Frosterstarrung des weichen Schlammes konnten diese Dinosaurierspuren für die Nachwelt erhalten bleiben.  Seit dem die Dinosaurierspuren durch Erosion freigelegt sind, hat die Verwitterung des Gesteins begonnen und bald werden diese Spuren nicht mehr zu erkennen sein.


Man wird doch merklich unsicherer annehmen wollen, daß zumal solche Fährten sich im mehr oder minder weichen Schlamm überhaupt nur kurzweilig erhalten sollen.  Fast augenblickliche Frosterstarrung muß eintreten, um die Fährtenspuren nicht für immer auszulöschen.  Und dasselbe gilt auch für den dauernden Erhalt von Abdrücken aller an sich gallertartigen oder weichen Körper.  Der Strandwanderer irgendeines unserer Bäder sehe doch einmal zu, was in ganz kurzer Zeit etwa mit einer bei der Ebbe zurückgelassenen Qualle geschieht.  Mehr als ein formloses, bald der gänzlichen Zerstörung preisgegebenes Häufchen bleibt kaum über.  Zur Zeit des Flutbergpendelns werden sich allerhand gestrandete Würmer, Polypen, Quallen und dgl. mehr an der Oberfläche des täglich frischen Ebbeschlammes winden und fortbewegen, ehe sie vom sanften Erfrierungstode erreicht oder von fliegenden und schreitenden Strandräubern aufgelesen werden.
Getreue Abgüsse solcher Windungsspuren, die an und für sich nicht leicht deutbar sind, bleiben eben nur bei entsprechender Einwirkung des Frostes erhalten.
Auch wird die Schlammoberfläche bei der Erstarrung sich örtlich mit den bekannten zweigähnlichen, oft zierlich moosartigen Eisblumen bedecken, da das Wasser in solch regelmäßigen Gebilden herauszukristallisieren pflegt.  Die nächste Tagesflut hebt vielleicht die zarten Eiskristalle auf und gießt deren Formen wohlkonservierend für nachkommende Versteinerungsforscher aus.  Viele von wirklichen Naturspielen, Scheinpflanzen oder in der Deutung zweifelhaft gebliebenen Resten unserer heutigen Vorweltsammlungen sind vielleicht auf solche Weise entstanden.  Auch ein heftiger Platzregen oder ein Hagelschauer, der den eben erstarrenden Schlamm trifft, möge späteren Zeiten auf dieselbe Weise getreulich überliefert werden.
Gerade ein derartiger Fossilerhalt und ähnliche Dinge mehr sprechen wieder dafür, daß in Zeitläufen der Erdgeschichte weniger der Erdball einsinkt und das Meer folgt oder Schichterfüllung der Ozeantiefen das Meer langsam über das Land zu schreiten zwingt, sondern daß vielmehr das Land im großen und ganzen sich stabil bewahrt und lediglich der stationärnahe Trabant die bekannten Flutberge zeitigt, sie breitenpendeln läßt und sie laufend, schreitend und schleichend nach rückwärts und vorwärts schleppt.



(Bildquelle: Privatinstitut WEL.  Diese Dinosaurierspuren wurden aufgenommen bei Meesdorf, nördlich der Stadt Melle)
Auch hier konnten die Dinosaurierspuren nur durch eine augenblickliche Frosterstarrung für die Nachwelt erhalten bleiben. 
Die derzeitige offizielle Hypothese, daß diese Spuren durch eine normale Lehm- oder Erdschicht konserviert wurden, widerspricht den sichtbaren Naturgesetzen.




Nachdem wir auch bereits hörten, in welche Gebiete der Erde der Versteinerungsforscher sein Hauptaugenmerk zu richten hat, wird es nur allzu begreiflich, warum er z.B. in gewissen Gebieten bestimmte Versteinerungen überhaupt nicht finden kann.  Er würde auch (und so ist es ja auch tatsächlich ständig der Fall) durchaus falsch werten, wenn er beim etwaigen Mangel von Meeresversteinerungen auf ständig trockenes Landgebiet schließt.  Demnach würde z.B. nach Ansicht vieler Forscher Afrika zum größten Teil niemals von Meer bedeckt gewesen sein, denn hier fehlen gerade entsprechende Versteinerungen.  Eine solche Versteinerungsleere ist nun welteislich gedacht auch vollkommen gerechtfertigt, sofern Meeresleichen niemals am Meeresgrunde konservierend eingebettet werden können, am allerwenigsten am Tiefseegrunde.  Und gerade Afrika war ja als Ankerplatz des Zenitflutbergs zur Stationärzeit auch Tiefseegrund und wurde wie erwähnt recht eigentlich kaum längere Zeit hindurch breitenbeflutetes Ebbegebiet, erlebte keine Faltungsvorgänge und entsprechend auch keine Einbettung von Lebewesen.  Vielmehr waren Teile Afrikas in den letzten Kataklysmen durch die breitenpendelnden Flutberge sonderlich stark der Pflanzenrodung, Urwaldentwurzelung und der Humusentblößung ausgesetzt.  Und wiederum verrichtete die Flutabscherung gerade am afrikanischen Festlandsockel hervorragende Arbeit, wie solches der welteislich orientierte Geologe an den Inselbergen der Saharaterrassenmassen und letzteren selbst abzulesen vermag.

So schält sich aus dem bislang Vorgetragenen die Erkenntnis heraus, daß eigentliche gebirgsbauende Schichtbildung und Einbettung gleichzeitig und flutbergpendelnd bedingt und nur auf jeweils kurze Abschnitte der Erdgeschichte beschränkt sind.  Da schon mehrere Monde kataklysmatische Zustände auf Erden auslösten, pflegen sich folglich die verhältnismäßig knapp bemessenen Zeiten gebirgsbaulicher und einbettungsreicher Tätigkeit nach jeweils sehr langen Zeiten zu wiederholen und die Spuren dieser Tätigkeit dem Erdantlitz auf bestimmten Streifen einzuverleiben.  Nur in solch einem Abschnitte eines jeden Kataklysmus, d.h. vorwiegend zur Zeit der Flutbergverankerung und deren Breitenpendelung findet nach Hörbiger die haltbarste sogenannte transgressive oder flutungsbewirkte Einbettung von Lebewesen statt.  Diese transgressive Einbettung ist wiederum räumlich und zeitlich streng von der sintflutlichen halbhaltbaren oder diluvialen Einbettung zu unterscheiden.  Letztere fällt in die Zeit unmittelbar nach einem Mondniederbruch, also an das Ende eines Kataklysmus.
Im Augenblick, da es mit den Anziehungskräften des Erdmondes vorbei ist, werden die gleicherwärts (äquatorwärts) zusammengesaugten Wasser ihrer Fesseln ledig und wälzen sich zunächst mit zunehmender Geschwindigkeit in zwei Ringflutwellen höheren Breiten zu.  Genauer gesagt findet weniger ein einfaches Abfluten gegen Norden und Süden statt, sondern es entstehen zwei um die Erdpole rechtläufige Spiralfluten.  Diese Flutwellen werden sich, eindringlich gesprochen, "sogar überstürzen, wie denn auch nach vollendeter Mondauflösung und Überwindung der ersten Wassermassenträgheit die beiden Ringflutwellen, durch Reibung und Bodenrelief unten zurückgehalten, durch Nachdrängen vom Äquator her gestaut, wirklich als hochangeschwollene universelle Riesenspringflutwellen angesehen werden dürfen.  Es ist die ohnehin in Aufruhr begriffen gewesene, jetzt durch die gelöste heliotische Mondmaterie dick geschwängerte Schlammflut, die kaum Zeit hatte, nur das allergröbste Schlackensandkorn auf tropischen Meeresboden abzusetzen, dafür aber jetzt bei erstmaligem Vorschießen das gröbere Löß- und Sandmaterial in entsprechender Kornsortierung über alle Breiten hinschwemmte."  Wohlverstanden ist im Sinne der Welteislehre der auf der Erdoberfläche häufig und ausgedehnt auftretende Löß, dessen Lager sich nahezu parallel zum Gleicher (Äquator) rings um den Erdball erstrecken, ursprünglicher Tiefseeschlamm des vereisten Mondmeeres, der beim Mondniedergang schlammregenartig die Erde heimsuchte (2).



(Bildquelle/text: Buch "Planetentod und Lebenswende", H.W. Behm)
Die Lößlager der Erde


An den Südrändern des norddeutschen Flachlandes und den Alpen, in Oberösterreich und Mähren, am Oberrhein, am Main und in Niederbayern lagern reiche Bodenlöße, doch besonders stark ausgedehnt und vielfach dem Humus beigemengt im Flachland Osteuropas.  Ohne diesen Löß würden unsere Weizen-, Mais- und Zuckerrübenfelder allenthalben verkümmern.  Überall, wo man Löß antrifft, tritt seine große Bedeutung für die Besiedelungs- und Wirtschaftsverhältnisse der Bewohner hervor, da er durch seine Beschaffenheit einen äußerst fruchtbaren und denkbar geeigneten Boden für Getreide-, Wein- und Feldbau bildet. 
Sowohl die rauschenden Getreidefelder der niederbayerischen Kornkammer als auch die rebenumrankten Abhänge des Rhein- und Maintales verdanken ihm seine Entstehung.  So fühlen wir auch hier (um dies nur nebenbei eingeschaltet zu haben) das kosmische Bedingtsein irdischer Lebensläufe herausklingen.
Hinter dem Getreidefeld, das unser täglich Brot bereiten wird, dämmert der Vorgänger unseres Mondes auf, der der Pflanze selbst erst einen zusagenden Boden spendete.  Doch schließlich soll uns das Lößbeispiel zu einer nochmals wichtigeren Erkenntnis führen.
Auch in den Lößablagerungen der Mondauflösungsflut bildet sich eine bestimmte Korngrößensortierung nach Zeit und geographischer Breite heraus und wird das feinste und kleinste Korn vom Schlamm und Schutt am weitesten polwärts gelangen.  Doch das Bodenrelief beeinflußt wesentlich eine solche Sortierung, indem es in Engen eine heftigere Strömung einleitet, in Niederungen und vor quergestellten Hindernissen dagegen eine Stauung zuläßt.  Dieserart kommt feinerer oder gröberer Löß in gewissen Breiten zur Ablagerung oder es können Lößlager stellenweise erheblich mächtig auftreten. 
Für die Deutung aller in Lößablagerungen befindlichen Lebensspuren sind derartige Verhältnisse selbstredend zu berücksichtigen.  Ohne Zweifel werden die Fluten auch Wurzelfasern oder Grashalme auf ihrem Weg aufheben und werden z.B. Wurzelstückchen bei ruhigen Absetzen stets mit dem schweren Teil nach abwärts hängend im Schlamm niedersinken.  Wiederum werden nach Ablauf der Gewässer infolge eines nicht ganz plötzlichen Abklingens der Eiszeit bestimmte Schlamm- ablagerungen noch für einige Zeit frosterstarrt sein.  Bei solcher Gelegenheit pflegt der Wassergehalt einer Schlammasse in seiner Nadelform heraus- zukristallisieren und wir können einen Teil der wunderlichen Haarröhrchen vielleicht auf diese Erscheinung zurückführen.  Wo wir dann schließlich auf Knochen einer im Löß eingebetteten Steppentierwelt stoßen, dürfen wir vermuten, daß solche Steppentiere, mehr oder minder vergeblich bemüht rettende Höhen zu erreichen, in den Fluten schwimmuntüchtig am heutigen Fundort etwa ertranken.

Umgekehrt werden Tiere der eiszeitlichen (von Gletscherwällen und der Gürtelflut begrenzten) Steppe herdenweise polwärts geflößt und in höchsten Breiten im Schlamm abgesetzt worden sein.  Werden doch bei dem Sintflutereignis mächtige eiszeitliche Gletschermassen der gemäßigten Breiten geradezu spielend aufgehoben und polwärts verdriftet.  So wird beispielsweise auch das zwischen dem Tropenozeangürtelufer und dem mitteleuropäischen Eise lebende Mammut einer nordöstlich gerichteten Driftfahrt ausgesetzt gewesen sein.  Es ist somit nicht nach dorthin ausgewandert oder hat überhaupt jemals dort gelebt, wo wir es heute in sibirischem Eise entdecken, sondern es war in solchen dem Gleicher (Äquator) genäherten Gebieten beheimatet.  Während kleinere Steppentiere, wie Springmäuse, Springhasen und Steppenmurmeltiere in Schwimmanstrengungen ermatteten und verendeten, dürfte mancher Mammutriese bei gehobenem Rüssel mit der hurtigen Ringwellenströmung schwimmend die Stelle seines heutigen polaren Fundortes erreicht haben.  Ein sozusagen schmerzloser Schlaferfrierungstod stand dem Tier unmittelbar bevor. 
Wahrscheinlich hielt das Mammut zum Zwecke der Atmung beim Einschlafen den Rüssel wohl noch hoch über das Schlammniveau.  Aber in der Todes- mattigkeit und im tieferen Schlafe versank dieser Atmungsschlauch allmählich auch im Schlamm, und es war um das prächtige Riesentier geschehen.  Es fand im Einschlaftode gar nicht mehr Zeit, umzufallen, denn schon war die Schlammoberfläche dick erstarrt.  Das Tier hing förmlich mit dem Kopfe in der oberen Schlammkruste und nur der Hinterkörper sank allgemach in die Hockerstellung.  Daher finden wir die meisten Mammute auch heute noch aufrecht oder hockend im sibirischen Schlammeisboden bei frischem Fleische und Mageninhalt vor.  Schon Cuvier schloß aus diesem Umstand auf eine plötzlich hereingebrochene Katastrophe, während die meisten Versteinerungsforscher diese Dickhäuter noch immer für eingeborene Polartiere halten und aus ihrem Vorkommen mitunter auf geographisch deutbare, polare Mammutwanderstraßen verfallen.  Indem wir letzteres bestreiten, erinnern wir uns zugleich an die bekannten und gängigen Vermutungen zur Mammutfrage, die um Klima und Lebensgestaltung oder Eiszeitdeutung rankt (3).



(Bildquelle/text: Buch "Illustrierte Weltgeschichte", Band I, Gefion-Verlag, G.M.B.H.)
Mammut im Museum zu St. Petersburg. (nach E. Fourdrignier)



Es soll daran erinnert sein, daß ein deutscher Gelehrter, E.W. Pfizenmayer vor dem ersten Weltkriege im Auftrage der Akademie der Wissenschaften in Petersburg die bisher besterhaltenen Mammutleichen an Ort und Stelle, d.h. im eisigen Nordsibirien untersucht hat.  Mit einigem Genuß blättern wir in seinem  erschienenen Werk "Mammutleichen und Urwaldmenschen in Nordost-Sibirien", das Zeugnis von umfangreichen und vielseitigen Untersuchungen, Erlebnissen und Beobachtungen gibt und zugleich das erste und einzige Dokument in deutscher Sprache ist, das eine zusammenfassende genaue Beschreibung der frisch zutage geförderten Mammutkadaver bietet.  Die Exhumierung dieser Mammutleichen ermöglichte es der Wissenschaft, die körperbaulichen und zum Teil sogar die biologischen Eigenheiten dieses riesigen Wollhaar-Elefanten aufs genaueste zu studieren.  Denn viele bis dahin unbekannte Teile des Tieres, so der Rüssel, die Zunge, der Magen, der Schwanz, die Geschlechtsteile und viele andere Organe konnten geborgen und konserviert werden.  Aus der Stellung des an der Beresowka, einem Nebenfluß der in das nördliche Eismeer fließenden Kolyma, aufgefundenen Mammutbullen will Pfizenmayer nun die Todesursache festgestellt wissen.  Dieses gewaltige Tier wäre zweifellos auf einem Weidegang begriffen gewesen.  Es sei in eine wahrscheinlich unsichtbare, mit Schnee bedeckte Eisspalte gestürzt, aus der es sich, wie aus der Stellung der Gliedmaßen hervorgehen soll, vergeblich zu befreien suchte.  Der Sturz wäre so verhängnisvoll gewesen, daß sich der Riese einen schweren Beckenbruch sowie einen Bruch eines Beinknochens zuzog, wovon auch die an diesen Teilen nachgewiesenen starken Blutergüsse Zeugnis ablegen würden.  So plötzlich sei der Sturz erfolgt, daß die im Rachen befindlichen Futterstoffe ungekaut auf der Zunge und zwischen den Mahlzähnen verblieben.  Durch nachstürzende Erd- und Eismassen würde das Tier dann offenbar begraben und eingeeist worden sein.
Wir möchten gerade dem gegenüber unsere anders lautende Vermutung betont wissen.



(Bildquelle: Privatinstitut für Welteislehre, aufgenommen im Mammutmuseum Siegsdorf)
Hier sehen wir die Rekonstruktion eines Mammuts.  In der Nähe von Siegsdorf/Obb. entdeckte man Knochenteile eines Mammutskeletts.  Wo sich die restlichen Teile des Mammuts befinden mögen, ist leider offiziell nicht geklärt.  Das obige Mammut wurde einst aus Afrika nach Europa verdriftet und seine Heimstätte war ursprünglich nicht ein tropisches Europa, wie dies heute fälschlicherweise von der offiziellen Schulwissenschaft angenommen wird.  Der Fundort des Mammuts war daher nicht sein Wohnort sondern sein schicksalshafter Todesort.



Das sintflutlich verdriftete Mammut liefert nun ein lehrreiches Beispiel für diluviale Einbettung, wie gleichwohl die kleine Steppentierwelt des Löß oder auch viele Tierknochenfüllungen diluvial verschlammter Höhlen.  Gerade an solchen Höhlen, die oft reichlich in lehmiger Hülle umschlossene Tierknochen bergen, ist ja bekannterweise bei uns in Mitteleuropa kein Mangel.  Dort wurden vornehmlich solche Lebewesen eingebettet, die einer überraschenden Überflutung nicht schnell genug aus dem Wege zu gehen wußten.  Schwächlinge oder Jungtiere werden hierbei sonderlich dem Schicksal verfallen gewesen sein.  Bergen doch mehrere Höhlen zumal Reste von Jungtieren des Höhlenbären.  Im großen und ganzen handelt es sich bei den diluvialen Einbettungen vornehmlich um die Tierwelt des festen Landes und allenfalls um vereinzelt vorkommende Vertreter der größeren Süßwasser- und Meeresfauna, während z.B. Angehörige der Vogelwelt, selbst der bloß schwimmenden und tauchenden, solcher Einbettung wohl meistens entgehen konnten.



(Bildquelle: Privatinstitut für Welteislehre, aufgenommen im Mammutmuseum in Siegsdorf)
Versteinerte Krebstiere


Bei den transgressiven Einbettungen wird dagegen besonders die Meerestierwelt vorherrschen, und zwar die niedrigere, die, einmal auf das Großebbegebiet geworfen, aus eigenem Zutun dem Erfrieren und der Einbettung nicht mehr entrinnen konnte.  Dieser Einbettung waren sicherlich viele Drachen und Saurier des Erdmittelalters verfallen, wie überhaupt alle wirklichen Versteinerungen und jene sich hauptsächlich aus Resten von Lebewesen zusammengesetzten echten Schichtgesteine (mehr dazu im "Das Leben als Gesteinsbildner") Gegenstand transgressiver Einbettung gewesen sind.  Es ist dann ja nur zu begreiflich, daß wieder nicht ausnahmslos alles transgressiv eingebettete Material erhalten bleibt, daß bei einem späteren mondgezeitigten Kataklysmus manches auch davon (unter Vorbehalt des Nichtwiederaufgelöst- werdens und tiefen Begrabenbleibens der unmittelbar einschließenden Schichten) vernichtet wird.  Weit mehr noch werden aber alle nicht gerade in erdenewig vereisten Diluvialgebieten eingebetteten Fossilien, soweit solche überhaupt noch erhalten blieben, in einem neuen, durch einen Zukunftsmond hervorgerufenen Kataklysmus zerstört oder entsprechend neu gelagert eingebettet, d.h. jetzt erst haltbar transgressiv verschichtet.
Was nun für das Mammutbeispiel diluvialer Einbettung im besonderen gilt, daß nämlich einstiger Wohnort durchaus nicht mit dem Begräbnisort zusammenfallen braucht, trifft in weitem Maße auch für Überbleibsel der transgressiven Einbettung zu.  Das uns vertraute Flutbergpendelspiel zur Stationärzeit ist einem Transporteur vergleichbar, der über ungeheuer weite Strecken hin Tier- und Pflanzenreste vornehmlich süd- und nordwärts verfrachtet.  Sofort erinnern wir uns an das gängige Bild, daß im Polargebiet einst tropische Pflanzen wuchsen.  Wieviel Für und Wider gerade hier vorgetragen wird, um die vermeintlich unverrückbare Tatsache zu klären, daß eben in hohen Breiten dereinst tropische Gewächse sproßten.  Wenn der englische Geologe Hougthon einmal sagte, der Pol sei von einem Ring (tropischen Florenkranz) umgeben, aus dem er so wenig entkommen kann, wie eine Ratte aus einer Falle, die rings von Dachshunden umstellt ist, so möchte man das Umstellungsmanöver lieber auf das Konto einer allzu hartnäckig sich behauptenden These schreiben.  Der Pol braucht eben keineswegs von ortsbürtigen Tropenpflanzen umstanden gewesen zu sein.  Fluten können solche Gewächse sehr wohl dorthin verschwemmt und erhaltungsfähiger Einbettung zugänglich gemacht haben.

Schon steht mit einem Schlage die gewiß nüchternste und plausibelste Deutung vor Augen.  Weil die pflanzlichen Schwimmstoffe immer in die äußersten Randteile der Oszillationsebbegebiete geschwemmt werden, diese Gebiete aber besonders in stationärnahen Zeiten in die höchsten Breiten greifen, dabei wiederum die Erde langsam rück- und vorwärts umschleichen, so muß dieser tropisch und gemäßigt vermischte Florenkranz zustande kommen.  Es tritt hinzu, daß in höchsten Breiten auch seicht begrabene Pflanzenreste erhalten bleiben und versteinert werden müssen, in gemäßigten Breiten aber, nach Auftauung der Eiszeit, meist vermodern und nur in größeren Tiefen verkohlt und versteinert oder im Nebengestein als getreue Abdrücke konserviert werden können.
Dieser Ausblick enthebt uns all der möglichen und unmöglichen Vermutungen über abenteuerliche Erdachsenverschiebungen, Polwanderungen u. dgl. m., denen größtenteils die als selbstverständlich überlieferte Voraussetzung zugrunde liegt, daß Pflanzen und Tiere wenigstens beiläufig dort gelebt haben sollen, wo wir heute deren Fossilien finden.  Er ruft aber gleichzeitig das zum "Pendulationsgedanken" Vorgetragene wach, das trotz aller Unzulänglichkeiten überraschend merkwürdig eine Parallele zu ziehen gestattet.
Statt daß wir beim Tatsächlichen bleiben, d.h. die verankerten Flutberge breitenpendelnd fluten sehen, könnten wir schlechterdings mit einer relativen täglichen Pendelschwingung der Erdoberfläche werten.  Der Flutberg stände still und die Erde pendelte.  Mit anderen Worten würde der Entscheid für relative tägliche Erdoberflächen-Schwingung uns mit dem Leipziger Zoologen Heinrich Simroth (4) versöhnen, der ja tatsächlich die ganze Erde eine wirkliche Schwingungsbewegung ausführen läßt.  Nur daß eben nach Simroth eine Schwingungsphase Jahrmillionen währt, bei uns dagegen sich täglich vollzieht.  Die Übereinstimmung bliebe aber dennoch wieder seltsam klar durch einen besonderen Umstand gewahrt.  Unsere relative Tagesschwingung muß allenthalben um denselben Gleicherdurchmesser als Oszillationsachse erfolgen, der der Simrothschen von Ekuador nach Sumatra verlaufenden wirklich gedachten Pendelachse entspricht, sobald wir uns die stationäre Mondeszenitflut am Mittellängenkreis des afrikanischen Kontinentsmassivs haften bleibend denken.  Gleichwohl zieht der Simrothsche Schwingungskreis ähnlich unserem stationären Mondzenits-Längenkreis mitten über Afrika und durch die Mulde des Stillen Ozeans.  Ein Vergleich, der seine Rechtfertigung erst in dem Augenblick erkennen läßt, sobald man versuchen würde, das vorherrschend biologisch zum Pendulationsgedanken Erörterte einer Stichprobe auf welteisliche Ableitungen hin zu unterziehen. 
Ein solcher Versuch (Fachgenossen anempfohlen und uns selbst für eine Sonderstudie vorbehalten bleibend) würde sich gewiß ebenso lohnend wie reizvoll erweisen.  Zeigen doch z.B. viele dem Simrothschen Werk beigegebene Tierverbreitungskarten nur zu deutlich die örtliche Lagerung von Fossilresten höchst augenscheinlich an Stellen, wo wir ihre transgressive Einbettung zu erwarten haben.  Das würde etwa für die alten Fisch- und Langhalsdrachen, für viele echsenhafte Schnabelköpfe, für Panzerdrachen usw. Geltung haben.  Nach Simroth erfolgt beispielsweise die Umwandlung zum meerbewohnenden Fischdrachen aus einem ehemaligen Landtier zur Zeit der äquatorialen Schwingungsphase unter dem Schwingungskreis.  Wärmeliebende Formen wäre allmählich nach Südosten verschoben, hätten den Gleicher (Äquator) gekreuzt und wären den alten Kontinentallinien entlang bis Ostaustralien und Neuseeland gelangt.
Beim späteren Wechsel der Schwingungsphase wären sie dann, der Abkühlung nicht gewachsen, gestorben.  Der Wanderweg würde durch Fossilfunde in Mitteleuropa, Südvorderindien und Ostaustralien gekennzeichnet sein.  Werfen wir nun einen Blick unsere untere Abbildung, so finden wir ja dort die Randgebiete der breitenpendelnden Flutberge verzeichnet, d.h., die eigentlichen Stätten transgressiver Einbettung.



(Bildquelle/text: Buch "Planetentod und Lebenswende" von H.W. Behm)
Die zur Zeit des eintägigen Monats über Afrika (Zenitflutberg) und über dem Stillen Ozean (Nadirflutberg) verankerten Flutberge.


Fossilfunde in Mitteleuropa, Südostaustralien und allenthalben noch am Südzipfel Vorderindiens würden somit nur zu begreiflich erscheinen, ohne daß damit aber irgendwie etwas Stichhaltiges über die eigentlichen Verbreitungsbezirke der Fischdrachen bei Lebzeiten oder über bestimmte Wanderungen derselben ausgesagt ist.
Warum dem so ist, brauchen wir jetzt nicht nochmals zu erörtern, da uns Zustandekommen und Ablauf einer transgressiven Einbettung ja genügend vertraut geworden ist.  Nichtsdestoweniger schließen wir aus anderen Umständen auf mögliche Verbreitungsgebiete und Schöpfungsherde bestimmter Tiergruppen der Vorwelt, sobald wir uns späterhin noch darüber klar werden, wie im Zeichen bestimmter Beflutungsverhältnisse getrennte oder sich wieder schließende Lebensasyle, Verengungen oder Erweiterungen der Lebensräume möglich werden, aus welchen Gründen insbesondere auch die Lebewesen verfrachtenden Fluten ihre Opfer holen.  Auch hier ließen sich wiederum manche lehrreiche Parallelen zur Pendulationstheorie aufzeigen. 

Wohl haben wir bereits erfahren, daß das Flutpendelspiel durch die Neigung der Erdachse zur Mondbahnebene ausgelöst wird und daß sich diese Neigung während des Ablaufes eines Kataklysmus um einige Grade vorübergehend ändert.  Das würde allenfalls eine geringe Polverschiebung nach sich ziehen.
Aber jede Annahme von größeren oder erheblichere Zeitspannen ausfüllenden Polverlagerungen oder Polwanderungen etwa derart, daß einmal der heutige Nordpol sich am Orte des heutigen Südpols befunden hätte, erledigt sich von selbst, sobald einmal die erd- und lebensgestaltenden Zusammenhänge sich so eindeutig und folgerichtig verbunden begreifen lassen, wie dies im Rahmen der Welteislehre (Glacial-Kosmogonie) allein möglich ist.  Es liegt auch kein Grund vor, an geringen Hebungen und Senkungen der Erdkruste in der Gegenwart oder in der Vergangenheit zu zweifeln.  Aber dies alles ist nur ein winziger Bruchteil dessen, was neugeartet zur Deutung der geologischen Schicht- und Gebirgsbildung, der Abscherung, Rodung oder Einbettung heranzuziehen ist.

Es dürfte nun zwingend am Platze sein, die erdgeschichtliche Vergangenheit zu gliedern und die zwischen Mondauflösungen sich dehnenden Zeiten von unserer Quartärzeit rückwärts als Tertiär-, Sekundär- und Primärzeit anzusprechen.  Damit nehmen wir unter vorläufigem Beibehalt eingebürgerter Bezeichnungsweisen eine doch nicht unwesentliche Korrektur an der üblichen erdgeschichtlichen Einteilung vor, überlassen es aber getrost der Zukunft, zu entscheiden, wieweit zu einer formal einheitlichen Klassifikation zu gelangen ist.
Wir leben gegenwärtig in der Quartärzeit, die zeitlich unmittelbar nach dem letzten Mondniederbruch oder der letzten Sintflut begonnen hat.  Diese Quartärzeit zerfällt in eine bereits verklungene, zeitmaßstäblich weit am längsten währende mondlose Zeit (Alluvium) und in eine erheblich kürzer währende Mondeszeit.
Diese quartäre Mondeszeit setzt mit dem Einfang eines dereinst selbständigen Planeten zum Jetztmond ein.  Wir verharren noch ganz am Anfang derselben und es werden sich im weiteren Verlauf dieser Jetztmondzeit in etwas verstärktem Maße all die Schicksale abspielen, die uns bei der Schilderung einer Mondeszeit bekannt geworden sind.  Mit der Auflösung des Jetztmondes wird eine neue Sintflut hereinbrechen, d.h., das quartäre Diluvium und damit das Ende der Quartärzeit überhaupt wird sich erfüllen.
Der mondlose Abschnitt der Quartärzeit hat keine haltbaren Einbettungen gezeitigt und solche werden auch erst wieder stattfinden können, sobald unser Mond zur Stationärzeit im zunehmenden Kataklysmus die Bedingungen dafür schafft.  Echte quartäre Versteinerungen gibt es demnach bislang überhaupt nicht.
Die jüngsten Versteinerungen stammen aus der Tertiärzeit, sind damals transgressiv, bzw. beim Abschluß der Tertiärzeit diluvial eingebettet worden.  Aber diese tertiärdiluviale Einbettung ist unter allen früheren diluvialen Einbettungen auch die einzig verläßliche, die wir als solche kennen, weil noch kein weiterer schicht- und gebirgsbauender Kataklysmus über sie niedergegangen ist, alle älteren diluvialen Einbettungen bei solchen Anlässen aber mehr oder minder zerstört, umgelagert oder erst haltbar transgressiv verschichtet wurden.  Schon das läßt ahnen, wie vorsichtig von Fall zu Fall bei Versteinerungsfunden zu werten ist, wie erheblich schwierig es ist, Schlüsse auf Wohngebiete, Todesstätten, Wanderstraßen u. dgl. mehr zu ziehen.
Was für die Quartärzeit gilt, trifft ebenso für die anderen, die Tertiär-, Sekundär- oder Primärzeit mit je einem mondlosen und mondbegüterten Abschnitt zu, nur daß die Annahme gerechtfertigt erscheint, daß nach rückwärts diese erdgeschichtlichen Abschnitte sich zeitmaßstäblich jeweils verringern und die Kataklysmen sich bei entsprechend kleineren Monden weniger heftig ereignen.  Man muß diese Dinge schon notwendig klar umschreiben.  Jeder Erdabschnitt hat im großen und ganzen nur zwei verhältnismäßig kurz bemessene Einbettungszeiten, eine transgressive und eine diluviale, von welchen die erstere die wesentlich bedeutsamere ist, aber dem entdeckungsfreudigen Versteinerungsforscher nun ganz sicherlich nicht alles mustergültig aufzutischen vermag, da ja jeder Kataklysmus das seinige dazu beiträgt, sichere Einbettungen unter Umständen zu vernichten oder undurchschaubar zu gestalten, was sich dereinst wirklich zugetragen hat.  Sofort wird aber auch begreiflich, daß der Hauptteil der gestaltungs- und wandlungsreichen, seit fernsten Urzeiten heraufgedämmerten Lebensstraße gänzlich ausgelöscht ist, da nur im jeweils gesteigerten Kataklysmus haltbare Einbettung überhaupt möglich war und zumal aus den mondlosen lange währenden Zeiten nichts überkommen ist.  Der Versteinerungsforscher wird demnach nur an Hand gewisser Stichproben den Stammbaum des Lebens konstruieren und nur aus ihnen allenfalls schließen können, welche Steigerung das Lebensganze in bestimmten Formen entgegen früher erfahren konnte.
Die weitaus meisten Entwicklungs- und Formbildungsetappen sind jedoch, der Erhaltungsfähigkeit bar, längst zu Atome zerstäubt und vergeblich wird ein Forscher etwas entdecken wollen, was nun einmal nicht mehr zu entdecken ist.  Das Zitat von den Eiszeiten als fettgedruckten Zahlen der Erdgeschichte würden wir versteinerungskundlich dahin zu formen haben, daß eiszeitverschwisterte Kataklysmen diese Fettdrucktypen in Gestalt von Fossilien abgeben.

Naturgemäß berührt der Einteilungsversuch der Erdgeschichte auch die Frage nach der absoluten Zeitdauer der Erdvergangenheit oder ihrer einzelnen Abschnitte.  Hier möchten wir uns nur ganz kurz fassen und betonen, daß sich hierüber etwas Genaueres erst sagen läßt, sobald zuverlässige Berechnungen über die Bahnbeschleunigung (Akzeleration) des Mondes, bzw. des Planeten Mars vorliegen (5).  Man verzichtet deshalb lieber darauf, genauere Zeitangaben zu machen und woselbst dies im folgenden bei tabellarischer oder schaubildlicher Darstellung geschehen ist, soll damit bloß eine relativ wohlstimmende Wertung zum Ausdruck gebracht werden.  Es verschlägt grundsätzlich gar nichts, ob diese beigefügten Zeitangaben in ihrer Gesamtheit zu lang oder zu kurz bemessen sind.  Nur soviel läßt sich mit aller Bestimmtheit sagen, daß eine gewaltige Kette von Jahrmillionen schon verflossen ist, seit der Erdball überhaupt für das Leben empfänglich wurde oder Leben trägt.  Stunde um Stunde läuft der Zeiger der Uhr.  Unausdenkbare Billionen von Drehungen mußte er schon ausgeführt haben, wenn er am Anfang irdischen Werdens selbst schon liefe.  So ursteinalt ist unsere Erde.  Sie aber nützte die Zeit und formte beim Ticken der größeren Weltuhr ihr wechselnd faltenreiches Antlitz und ihr sieghaft vorwärts drängendes Leben.
Schließlich möchten wir aber das hier Vorgetragene  nicht beenden, ohne einen von Hanns Hörbiger selbst abrißlich entworfenen und uns liebenswürdigerweise zur Verfügung gestellten "Versuch einer vorläufigen Aufteilung des lebenführenden Teiles der Erdgeschichte" nebst anschließender Erdgeschichtstabelle beizufügen.  So mögen wir denn Hörbiger vernehmen:

Die WEL (Abkürzung für Welteislehre) glaubt in den paläontologischen Beobachtungstatsachen Gründe dafür zu finden, um einerseits im oberen Paläozoikum (Erdaltertum) Devon, Karbon und Perm - anderseits im Mesozoikum (Erdmittelalter) Trias, Jura und Kreide zu je einer Mondannäherungs-Hauptformation zusammenzufassen, also dafür nur je einen (Karbon- und Jura-) Mond zu setzen.  Es kann auch anders sein, was einer auf der WEL fußenden geologischen Schule zu entscheiden überlassen bleiben darf.  Ziemlich sicher scheint es, daß man für das Silur und das Kambrium je einen besonderen Mond zu setzen hat.
Daher Silurmond und Kambriummond.  Ein tieferes Hinabsteigen ist vorläufig noch unsicher.  Selbstredend ist der Schluß des Azoikums (Erdurzeit) identisch mit dem Beginn der ozeanischen Zeitalter.  Ob aber das untere Kambrium schon diese Grenze darstellt, mag später entschieden werden.  Die weit vor dem Kambrium noch dünn bekrustete Erde mag noch zahllose (nach rückwärts blickend) immer kleinere, schon vereiste Monde aufgenommen haben, ohne daß wir deren Spuren nachweisen können.  Noch weniger können die Spuren jener gänzlich wasserlosen, früher noch selbst glutflüssigen und immer kleineren Monde gefunden werden, die sich einer noch ganz glutflüssigen Erde zu vielen Tausenden angegliedert - bzw. sie aufbauen geholfen haben.
Im Lichte der WEL müssen sowohl die Mondmassen als auch die Angliederungs-Intervalle (geologische Hauptepochen) vom Kambrium nach rückwärts immer kleiner und kürzer - bzw. nach aufwärts immer größer und länger angesetzt werden.  Tausende von Mondangliederungen "jährlich" haben zur Embryonalzeit der Erdentwicklung stattgefunden - und Jahrhundertmillionen darf man zwischen der Auflösung unserer Luna und dem Einfang des Mars setzen.  Aber nicht nur die Spuren der vorkambrischen jüngsten Mondangliederungen werden schwer zu finden sein, sondern auch in den nachkambrischen, lebensgeschichtlichen Zeitaltern wurden jeweils Bildungen (alluviale und diluviale, oft auch glaziale) abgelagert, die später wieder spurlos aufgewaschen und eiszeitlich haltbar verschichtet werden mußten.  Denn nur, was in den Eis-Hochzeiten durch die breitenpendelnd rück- und vorschleichenden und stationären Hochflutberge, mit dem Tiefseekalkschlamm vermischt, eiszeitlich verschichtet wurde, finden wir heute als die voneinander unterscheidbaren geologischen Hauptformationen haltbar aufeinander gebaut - und auch nur jene Tier- und Pflanzenleichen, die in diesen kataklysmatischen, verhältnismäßig kurzen Eis-Hochzeiten eingebettet wurden, blieben der heutigen Paläontologie erhalten.  Es sind dies die "transgressiven" Einbettungen im Gegensatz zu den immer wieder aufgelösten und auch weniger haltbaren "diluvialen" - und den ganz unhaltbaren "alluvialen" Einbettungen.
Es hatte jede Hauptepoche ihr vormondliches, ungeheuer langes, vielleicht nach Jahrhundertmillionen zu bemessendes, also mondloses Alluvium der ungestörtesten Lebens-Aufwärtsentwicklung ohne jedwede haltbare Einbettung.  Aber auch die Mondeszeit hatte ihr längeres, nach Jahrmillionen bemeßbares vorstationäres - und ihr kürzeres, nach Jahrhunderttausenden bemeßbares nachstationäres Eiszeit-Alluvium, die trotz Eiszeit ganz einfach deshalb nichts haltbar Eingebettetes auf uns überliefern konnten, weil diese Alluvien in der nächsten Mondzeit bzw. Eis-Hochzeit samt ihren etwa noch nicht vermoderten Einbettungen immer wieder aufgelöst und erst jetzt in Trümmern haltbar verschichtet wurden.  Dabei ist wichtig, daß jedes vorstationäre Eiszeit-Alluvium sozusagen eisfrei beginnt (unsere jüngsten 13 500 Jahre) und ganz allmählich erst in die kataklysmatische Eis-Hochzeit, die Zeit des "Großen Sterbens" und "transgressiven" Einbettens, übergeht.  Die Mondeinfangflut vernichtet wohl einiges Leben, ohne haltbare Einbettungen zu hinterlassen.  Die Mondauflösungsflut (das Diluvium) findet nur Artenreste vor, aus denen sie Stichproben halbhaltbar (diluvial) einbettet, die dann in der nächsten Eis-Hochzeit, soweit sie nicht vermodert sind, wieder ausgebettet  und haltbar ("transgressiv") verschichtet werden. - Daher findet der heutige Paläontologe diluviale Einbettungen nur aus dem "Tertiär-Diluvium", dem einzigen Diluvium, das er kennt und daher als eine "Formation" für sich bewertet.  In der letzten Spalte der Tafel sind "transgressive" und "diluviale" Einbettungszeiten hervorgehoben und die Zeiten des Nichtseinbettens mit 0 und ? 0 ? bezeichnet, um das "missing link" verständlich zu machen.
Das paläontologische Neue der WEL besteht also in der aufdringlichen Herannahme der stationärnahen Mondesflutkräfte vom rund 1000fachen Betrag der anfänglichen (also auch heutigen) Flutkräfte zur ebenso notwendigen Erklärung der Haupteiszeiten samt deren Unterteilungen, ferner der eiszeitlichen Schichten- und Gebirgsbildung und der verhältnismäßigen Kürze solcher Gebirgsbauzeiten des "Großen Sterbens" und des haltbaren Einbettens, im Gegensatz zu den ungeheuer langen Zeiträumen der ungestörten Lebens-Fortentwicklung.


Erdgeschichtstabelle im Sinne der WEL.  Diese Tafel ist von unten nach oben zu lesen!



(Bildquelle/text: Buch "Planetentod und Lebenswende" von H.W. Behm)
Erdgeschichtstabelle im Sinne der WEL.  Diese Tafel ist von unten nach oben zu lesen!



Wenn hier in der Spalte der "Zeitspannen" die Größenordnung der Spannen annähernd richtig "gefühlt" ist, so nehmen die Eis-Hochzeiten aus dem immer dichteren, viele Kilometer hohen Stammbaumgeäste des Lebens in etliche Meter hohen Abständen jeweils Stichproben von bloß etlichen Millimeter Dauer, betten die Stichproben haltbar (transgressiv) ein, zugleich jeweils einige allzu üppig entwickelte Äste ganz entfernend. - Und das ist ja auch der Vorgang, der aus der lückenhaften Versteinerungsreihe für das WEL-Auge heraus lesbar ist. - Eine "explosive Entwicklung", sogenannte schwer denkbare "Anastrophen" hat es demnach niemals gegeben.  Und dort, wo der heutige Paläontologe das "üppige Aufblühen" einzelner neuer Tiergeschlechter sieht, dort setzt die WEL ganz im Gegenteile das hocheiszeitlich bedingte "Große Sterben" und haltbare "Einbetten".  Daß es dem
Paläontologen für den ersten Moment schwer fällt, seine kritiklosen lyellgetreuen Vorstellungen auf diese Weise noch weit hinter Cuvier zurückzuhalten, ist menschlich begreiflich - aber es gibt keinen anderen Ausweg aus dem Widersinn der Kontraktion, der Deltatheorie, der explosiven Entwicklung und der Anastrophen.
Wenn sich die Geologen aus dem paläontologischen Befund heraus bestimmt fühlen, z.B. Devon, Karbon und Perm, oder Trias, Jura und Kreide als besondere Hauptformationen zu betrachten, so ist das aus dem Umstand erklärbar, daß in der Eis-Hochzeit die Strenge der Lebensbedingungen im allmählichen Zunehmen begriffen ist, so daß das Aussterben der Arten und Individuen in der Reihenfolge ihrer Widerstandskraft erfolgen muß.
Was in der Kreide schon aussterben mußte, das war in der Trias- und Jurazeit noch leicht durchgekommen.  Und was davon in der Jurazeit noch knapp durchkam, das mußte in der Kreidezeit sich ins Unvermeidliche fügen.  Minder widerstandfähige Arten und Individuen aber fanden schon in der Trias ihre manchmal restlose Entfernung aus der Entwicklungsreihe.  Wir sehen also in der Aufeinanderfolge der Versteinerungen in Trias, Jura und Kreide nicht die Reihenfolge der Entwicklung, sondern die Reihenfolge des Aussterbens.  Wirkliche weitgehende Aufwärtsentwicklung fand aber statt in den langen Alluvien zwischen Perm und Jura einerseits und zwischen Kreide und Alttertiär anderseits.  Aber aus diesen langen Spannen wurden keine haltbaren Einbettungs-Stichproben genommen, daher die ungeheuren Klüfte der Entwicklungsreihe an diesen beiden Stellen.

Im vorstehenden schon ausgesprochene weitere Ausblicke, die sich aus den Einbettungszeiten und Einbettungsverhältnissen ergeben, werden uns noch beschäftigen.

(Weiterführendes Kapitel: "Das Leben als Gesteinsbildner")

H.W. Behm


(Quellenschriftauszug: Buch "Planetentod und Lebenswende" von H.W. Behm, 1926, R. Voigtländer Verlag, Leipzig)





Anmerkungen und Literatur

1) Es befremdet doch stark, das K. Hummel als Fachgeologe einst schrieb: "Bei weitem die Mehrzahl aller Versteinerungen besteht nämlich gar nicht aus den verwesbaren Körperteilen, sondern aus den kalkigen Hartteilen der Lebewesen, also Muschelschalen, Knochen usw., die also schon von vornherein etwas ähnliches sind wie ein Gestein, die gar nicht verwesen, sondern nur verwittern können."  Oder an anderer Stelle: "Die ahnungslosen Geologen waren bisher freilich der Ansicht, das Knochen (phosphorsaurer Kalk) oder Muschelschalen (kohlensaurer Kalk) der Verwesung nicht unterliegen."  So ahnungslos sind aber unsere Geologen nun doch nicht und dürften über einen Kollegen  bitterböse werden, der vergißt, daß Knochen in gewissen Boden sehr wohl bis zur völligen Auflösung vermodern, daß Hartteile zumal aus Kalk in bestimmten Meerestiefen ohne weiteres aufgelöst werden können.  Der Hörbiger zudiktierte Rat, sich über die Erhaltungsbedingungen aus einem Geologielehrbuch belehren zu lassen, dürfte lediglich zur Nachahmung empfohlen, möglicherweise von Nutzen sein. (Quelle: Planetentod und Lebenswende, H.W.Behm, 1926)



2) Näheres darüber sie bei F. Plasche "Die Rätsel des Löß" (in "Der Schlüssel zum Weltgeschehen", 1925/26. Heft 1. S.37; Heft 4. S. 255.)
Schon vor mehreren Jahren hat H. Pohlig ("Eiszeit und Urgeschichte des Menschen", 1907), zum mindesten die übliche Anschauung über die Entstehung der Lößlager bestritten, die in den Lößlagern eine Schichtung erblickt, die in den Zwischeneiszeiten mit ihrem stürmischen Steppenklima aus dem Eiszeitschutt ausgeweht und an den Hängen und Flanken wieder abgelagert wurde.  Nach Pohlig würde vielmehr "jede andere Entstehungsweise des Löß als aus Hochflutwasser gänzlich auszuschließen sein"....  Besonders sei darauf hinzuweisen, "daß stellenweise der Löß ausgezeichnet eben geschichtet erscheint, daß in den Rheingegenden nicht nur horizontale Bimssteinlagen in dem Löß sich finden, sondern dieser an einigen Orten ganz durch geschichtete Bimssteingerölle vertreten ist.  Das kann sich nur in der Hochflut, durch Stauwasser in Seitentälern gebildet haben".



3) Man hat im Eise Sibiriens wohlerhaltene Kadaver von Mammuten mit Zähnen und Knochen, mit Fleisch und Eingeweiden, mit Haut und Haaren entdeckt und war somit in der Lage, das Tier nun ziemlich naturgetreu vor sich zu sehen.  Zum mindesten hatte das Eis hier seine erstklassig konservierende Rolle nur zu deutlich erwiesen.  Doch es läßt die Behauptung schon etwas unbesonnen erscheinen, daß Mammute in der schauerhaften Eiswüste selbst jemals gelebt hätten, wenigstens dort, wo sie so trefflich erhalten liegen blieben.  Ob Fundort und einstiger Lebensort hier wirklich zusammenfallen, bleibt gewiß mehr als fraglich, allein aus der Überlegung heraus, daß eine Eiswüste Pflanzenfresser dieser Beschaffenheit einfach nicht ernähren kann.  Man mache sich klar oder befrage einen Wärter unserer zoologischen Gärten, welchen Aufwand an Nahrung ein Elefantenkoloß nur an einem einzigen Tage benötigt.  Selbst der Ausblick eines Lebens der Tiere am Gletscherrande läßt in dieser Hinsicht noch gewisse Bedenken offen.  Man denkt sich das Mammut doch lieber in eine Umwelt hineingestellt, die eher einer (sub)tropischen Landschaft gleicht.  Der Umstand, daß das struppig-wollige Haarkleid eine besondere Eisanpassung verrät, ist auch nicht unbedingt zwingend, möge auch eine gewisse Anpassung an kühleres Klima immerhin noch mitspielen.  In heutigen Warmgebieten der Erde gibt es Tiere genug, die doch ganz ansehnlich bepelzt sind.  Und im Museum zu Lemberg befindet sich seit zwanzig Jahren (im Jahre 1926 zurückgerechnet) ein Altnashorn zu der Sippe der Wollhaarigen gerechnet, das vorzüglich erhalten blieb, aber merkwürdigerweise in diesem Falle keine Spur vom Wollpelz besitzt.  Weil man die sibirischen Mammute so herrlich bepelzt fand, schien der Beweis erbracht, im Wollpelz gerade hier den typischen Kälteschutz zu erblicken.  Gesetzt der Fall, es würde einem Gelehrten kommender Jahrtausende vergönnt sein, ein tropisches Wollpelztier heutigentags irgendwie guterhalten zu entdecken.  Er würde dann vielleicht in Erinnerung an die Deutung mancher Urvorfahren vielleicht auf den Befund hin die Spuren einer Eiszeit unter Umständen gerade dort suchen, wo in Wirklichkeit niemals die Gletscher ihr schiebendes oder schrammendes Werk vollbrachten.
Der Mammutzwiespalt weitet sich aber schließlich zu einem äußerst wichtigen Ausblick aus.  Wenn sibirischer Fundort und Lebensort vermutlich nicht übereinstimmen, dann muß eben das Mammut mehr oder minder unfreiwillig in die Eiswüste gelangt sein.  Das hat schon ähnlich und bezeichnend genug, ohne damals überhaupt Kenntnis von den großartigsten sibirischen Funden zu haben, vor mehr denn achtzig Jahren (im Jahre 1926 zurückgerechnet) jener phantasiereiche Alphonse J. Adhémar vermutet, der Elefanten in sibirisches Eis verschwemmt werden läßt.



4) Simroth, H. "Die Pendulationstheorie" (1907); dsb. "Neuere Ergebnisse auf Grund der Pendulationstheorie" (1914).



5) Forschungen aus den 20iger Jahren des 20. Jahrhunderts von R.T. Innes (einst Leiter der südafrikanischen Sternwarte Johannesburg) bestätigte die Annäherung des Mondes an die Erde.  Einmal beobachtete er, dass die Umlaufszeit des Merkur sich verkürzte, sodann stellte er erneut fest, dass der Mond seinen Umschwung um die Erde beschleunige, zum dritten ergab sich ihm, dass eine ähnliche Verringerung der Umlaufszeit bei den innersten Monden des Jupiter vorhanden sei.  (Vgl. hierzu auch "Die Naturw." 1925. Heft 41)