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Untergang der Inselreiche Atlantis, Lemurien und Rapa-nui



Für die in den Äquatorzonen gelegenen Gebiete, also für Atlantis, Lemurien und das Osterinselreich Rapa-nui, war der Einfang der "Luna" von furchtbarsten Folgen begleitet.  Unvermittelt saugte der Mond gewaltige Wassermengen von den höheren Breiten und staute sie in den Äquatorgegenden auf.  Damit begann die Bildung einer neuen Gürtelflut, die schon längst augenscheinlicher wäre, wenn sich nicht die nord-südlich gelegenen Kontinente dazwischen befänden und eine geschlossene umfließende Flut vorläufig noch verhinderten.
Dennoch ist ein ständiges Ansteigen des Meeresspiegels südlich des 40. Breitengrades schon längst festgestellt.  Seit den Römerzeiten, also seit 2000 Jahren, ist das Mittelländische Meer, von den Kräften des sich allmählich nähernden Mondes gespeist, um 3-5 Meter gestiegen.  Straßen, Molen, Brücken, Häfen und Kaianlagen uralter römischer und griechischer Küstenstädte liegen unter Wasser.  An der tunesischen Küste schwimmen Fische durch die steinernen Gebäude und Straßen alter Punierstädte.  Malta sinkt um 1/8 Zoll jährlich ins Meer und an der ganzen ägäischen Küste holt man Reste antiker Tempel aus dem Wasser.


(Bildquelle: Buch "In mondloser Zeit" von Hans Fischer, 1930, R. Voigtländers Verlag)
Auf der obigen Karte sehen wir die drei Landmassen und die Küstengebiete, die einst vom Meer überflutet wurden.


Zwischen der letzten Annäherung und dem endgültigen Einfang unseres jetzigen Mondes wird wohl ein längerer Zeitraum gelegen haben.  Als er dann in jene letzte kritische Stellung zur Erde geriet, die zu seinem Einfang führte, wurde seine Bahn vermutlich derart gestört, daß er unserem Planeten für eine kurze Zeitspanne näher kam, als er ihn heute umläuft.  Man konnte also damals meinen, er stürze auf die Erde herab.  Erst allmählich stellte er sich auf seine jetzige mehr gerundete Bahn ein.



(Bild- und Textquelle: Buch "Weltwenden" von Hans Fischer, 1924, R. Voigtländers Verlag)
Der siedende Mond.  Die Bildung eines kometenartigen Schweifes beim Mondeinfang.  Die ihn erzeugenden winzigen Eiskristalle werden von dem Lichtdruck der Sonnenstrahlenn in den Weltraum gedrückt und zeigen wie jeder Kometenschweif sonnenabgewendete Richtung.  Der Atlantisrücken wird hier eben durch die Einfangsflut unter Wasser gesetzt.  Zugunsten der Anschaulichkeit ist im obigen Bilde entgegen der Schilderung Atlantis während der Überflutung noch auf der Tagseite der Erde gezeichnet.  Eb = Erdbahn; Lb = Lunabahn; diesen Weg hätte der Planet Luna verfolgt, wenn er nicht, von den Schwerekräften der Erde ergriffen, in seine neue Bahn: MEb = Mond-Einfangbahn gezwungen worden wäre.
kMb = künftige (heutige) Mondbahn; M = Mond; S = Richtung, in der die Sonne steht, deren Strahlungsdruck den Eisdampf des Mondes in kometenschweifartiger Form in Richtung SM in den Weltraum drängt.  (Zeichnung nach Hörbiger.)


Die Endkatastrophe muß daher durch das plötzliche Heranschießen des Mondes überraschend schnell hereingebrochen sein, so daß der Menschheit in den Tropengegenden kaum Zeit blieb, sich ihres Schicksals bewußt zu werden.  Im Verein mit unerhört gewaltigen Erdbeben und bergehoch heranstürmenden Wogen fanden Atlantis, Lemurien und das Osterinselreich Rapa-nui ein ungeheures Wellengrab.
Platon schreibt über dieses furchtbare Geschehen, welches das stolze Reich der Atlanter jäh vernichtete, nur die wenigen erschütternden Worte: "Im Verlaufe eines schlimmen Tages und einer schlimmen Nacht versank euer ganzes streitbares Geschlecht unter die Erde, und ebenso verschwand die Insel Atlantis im Meere."
Eine andere Nachricht über die Katastrophe stammt aus Mittelamerika.  Es ist das sogenannte Troano-Manuskript der berühmten Maya-Bilderschrift, die Le Plongeon im Jahre 1886 veröffentlichte.  Der Text lautet:
"Im sechsten Jahre Kan, am elften Muluk, im Monate Sak begannen Erdbeben in schrecklichen, noch nie dagewesenen Ausmaßen.  Sie dauerten ohne Unterbrechung bis zum 13. Tschuen an.  Die Insel Mu, das Land der Schlammberge, wurde ihr Opfer.  Zweimal wurde sie aus dem Meere emporgehoben, und dann plötzlich über Nacht, war sie verschwunden.  Furchtbar wurde das Meer durch die Gewalt unterseeischer Vulkane aufgewühlt.  Das feste Land hob und senkte sich mehrere Male hintereinander, dann beulte es sich auf wie eine Blase, die zerplatzen will.  Schließlich gab die Oberfläche der Erde nach, zehn Länder wurden voneinander gerissen, zerfetzt, in die Luft gesprengt, unfähig, den gewaltigen Erschütterungen länger standzuhalten.  So versanken sie in den Abgründen des Meeres, und mit ihnen versanken 64 Millionen Menschen, alle ihre Bewohner.  Dies aber geschah 8060 Jahre vor der Abfassung dieser Schrift."
Eine ähnliche Angabe, die ebenfalls ausdrückt, daß eine großartige Kulturwelt, die vielzitierte Insel Poseidonis, plötzlich vernichtet worden ist, findet man in indischen Geheimschriften.  Das Jahr der Katastrophe wird dort mit 9564 v. Chr. angegeben.

Eine weitere Klärung und Stütze hat dieses Problem erst in neuester Zeit durch die Fachforschung erhalten.  Professor Herman Wirth berichtet in seiner Abhandlung "Das Atlantisproblem" über seine umfangreichen Arbeiten auf dem Gebiet der Sammlung alter und ältester Schriftsymbole im gesamten Mittelmeergebiet und an den atlantischen Küsten.  Beim Vergleich und bei der Auswertung dieser Schriftsymbole ist er zu sehr wertvollen Erkenntnissen über die Atlantisfrage und auch über den Zeitpunkt des Unterganges dieses Kulturzentrums gekommen.
Im Verlauf seiner Forschungen stieß Professor Wirth auf den merkwürdigen Umstand, daß alle 2000 Jahre, wenn die Sonne in ein neues Tierkreiszeichen trat, dies von einem am oder im Atlantischen Ozean gelegenen Zentrum aus einheitlich redigiert wurde.  Nach der Periode von 12 000 bis 10 000 vor Chr. bricht aber die Redaktion plötzlich ab, das heißt, der gemeinsame Ausstrahlungsherd hatte zu bestehen aufgehört.  Demnach hätte der Untergang von Atlantis 10 000 bis 12 000 Jahre v. Chr. stattgefunden, was sich, nach Professor Wirth, sehr wohl mit den Angaben Platons deckt.
Atlantis, sowie auch Lemurien und das Osterinselreich Rapa-nui, dürften also 10 000 bis 12 000 Jahre v. Chr. zur selben Stunde durch die beim Einfang unseres heutigen Mondes aufgetretenen katastrophalen Fluten vernichtet worden sein.

Wenn indes auch dieses schreckensvolle Ereignis alle Welt in Bestürzung versetzte und sie glauben machte, es bräche wieder eine neue Sintflut herein, so ging es doch für die außerhalb der Äquatorgegenden wohnenden Menschen noch glimpflich vorüber.  Und doch ist mit dem Einfanges unseres Mondes das künftige Schicksal der Erde mit ihrer Menschheit vorgezeichnet.  Dem in der nordischen Edda Bewanderten ist bewußt, daß mit dem neuen Monde auch wieder die unheilvolle Midgardschlange erstanden ist: die neue Gürtelflut ist heute wohl noch nicht geschlossen, denn sie wird, wie bereits erwähnt, noch von drei Erdteilen getrennt.  Aber unser Mond kommt von Jahrtausend zu Jahrtausend näher, und dann bricht auch einmal der Tag herein, da die Riesenschlange sich zu einem Ringe schließt und die am Äquator immer höher aufgetürmten Wasser zu einer geschlossenen Hochflut zusammenlaufen.  Dann wird es so kommen, wie die Edda geheimnisvoll von einstigen Zeiten berichtet:
"Also nahm Odin die Schlange und warf sie ins Meer, das alle Länder umgibt.  Dort wuchs sie so gewaltig, daß sie sich nun ebenfalls um alle Länder schlingt und sich selbst in den Schwanz beißt."
Eine neue Großkatastrophe, ein neues Weltzeitalter bricht dann herein, so wie es beim Zerfall des Tertiärmondes gewesen war.  Die Edda weiß um diese größten Ereignisse der Erdentwicklung und rechnet nach den unfaßbar langen Zeiträumen von Mondauflösung zu Mondauflösung.  Von vier solcher Zeitalter berichtet sie, und an jedem ist einer von Lokis Sippe schuld.  Skoll, der Sohn des Fenriswolfes, veranschaulicht den heutigen Mond, Fenris den Tertiärmond, Loki, der Vater des Fenriswolfes, den Sekundärmond, und Lokis Vater Farbauti die letzte schattenhafte Erinnerung an die kosmischen Katastrophen des Karbonmondes.

Drei Weltzeitalter also, und in dämmernder Ferne die Ahnung eines versunkenen vierten!  Hörbiger rechnet sogar noch mit einem fünften und sechsten.  Aber schon aus den vier Weltzeitaltern der Edda kann man ermessen, welch großer Teil der Erdgeschichte zugleich auch Menschheitsgeschichte ist!  Wir wollen in Ehrfurcht der Vorväter gedenken, die um die größten Ereignisse der Erdentwicklung wußten, die nach geologischen Zeitaltern rechneten.  Selbst die ungeheure Länge dieser Weltzeitalter war den Alten wohlbekannt.  Die Inder suchten sie durch ein Gleichnis zu veranschaulichen:
"Wenn man einen Felsen von 16 Meilen im Geviert alle 100 Jahre einmal mit dem feinsten Gewebe von Benares berührt, und er durch diese unmerkliche Reibung schließlich auf die Größe eines Mangokernes zusammengeschwunden ist, dann ist immer noch kein Kalpa, kein Weltzeitalter, vorbei!"
Dasselbe besagt auch das Grimmsche Märchen vom Vögelchen, das alle 100 Jahre zu einem Diamantberge kommt und an ihm den Schnabel wetzt, so lange, bis er verschwunden ist.

Dem gegenwärtigen Zeitalter folgt dann aber nur mehr eines: Hat sich der heutige Mond unter Auslösung von Katastrophen, die an Furchtbarkeit jene vom Tertiärmond verursachten noch weit übertreffen werden, einstens der Erde eingegliedert, dann ist für die kärglichen Reste der Menschheit, wenn solche aus dieser grauenvollsten aller kosmischen Umwälzungen übrig geblieben sind, das letzte Weltzeitalter angebrochen.  Dieses wird am längsten dauern, denn ungeheure Zeitspannen werden vergehen, bis der Mars sich in immer engeren Spiralen in Erdnähe herangeschraubt haben wird.  Wahrscheinlich wird er sich dann wegen seiner Größe und Masse der Erdanziehung entziehen und an der Erde vorbei zur Sonne hinschrumpfen.  Doch auch sein Vorbeigehen wird auf der Erde fürchterliche Katastrophen verursachen.  Das Schlimmste aber wird sein, daß die Erde nachher dem massenhaften Einsturz der Eisplanetoiden, die sonst vom Mars eingefangen wurden, schutzlos ausgesetzt bleibt, so daß dem vielleicht noch verbliebenen Rest organischen Lebens auf unserem Planeten wohl für immer ein Ende bereitet wird.
Dann beginnt die Weltenuhr für unsere Erde abzulaufen, und nach Jahrmillionen eisiger Todesstarre wird auch sie, gleich allen anderen Planeten, einmal in den Gluten der Sonne ihr Grab finden.

R. E. Vestenbrugg


(Auszugsquelle: Buch "Eingriffe aus dem Kosmos" von R. E. von Vestenbrugg, Hermann Bauer Verlag KG - Freiburg i. B., 3. Auflage 1977)